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Miss Schweiz: Sonja A. Buholzer über die Entlassung von Jastina Doreen Riederer

ARCHIV - ZUR SOFORTIGEN FREISTELLUNG DER MISS SCHWEIZ, JASTINA DOREEN RIEDERER AM DONNERSTAG, 24. JANUAR 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Jastina Doreen Riederer freut s ...
Jastina Doreen Riederer am Tag ihrer Wahl zur Miss Schweiz. Bild: KEYSTONE

Miss Schweiz gefeuert: «Dilettantisch und gefühllos – das ist eine mediale Hinrichtung!»

Das hat es noch nie gegeben: Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer ist fristlos freigestellt worden. Die Missen-Organisation rechnet öffentlich mit der 20-Jährigen ab. Kommunikationsexpertin Sonja A. Buholzer kritisiert den aggressiven Stil massiv. 
25.01.2019, 09:3325.01.2019, 15:22
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Die fristlose Freistellung war anscheinend nicht genug. Die Miss-Schweiz-Organisation tritt öffentlich mit schweren Vorwürfen gegen Jastina Doreen Riederer nach – und spart dabei nicht mit Details: Abmahnungen, ignorierte Pflichten, Unerreichbarkeit werfen sie der 20-Jährigen vor. «Die Identifikation mit dem Amt als Miss Schweiz fand nur bedingt statt», heisst es unter anderem in einem gepfefferten Communiqué. Die Konsequenz: Die Aargauerin darf sich künftig nicht einmal mehr «Ex-Miss» nennen.

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Jastina als Miss Schweiz gefeuert
Jastina Doreen Riederer wurde am 10. März 2018 in der Trafohalle in Baden zur Miss Schweiz gekrönt.
quelle: keystone / ennio leanza
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Sonja A. Buholzer ist Wirtschaftsreferentin und Autorin von Management-Büchern
Sonja A. Buholzer ist Wirtschafts- und Politberaterin. Bild: zvg

Die Art und Weise, wie die Miss-Organisation ihre einstige Schönheitskönigin öffentlich demontiert, wirft Fragen auf. Wirtschafts- und Politberaterin Sonja A. Buholzer analysiert für watson das «Entlassungsschreiben». 

Wie beurteilen Sie die Kommunikation der Miss-Organisation?
Sonja A. Buholzer: Das macht mich sehr betroffen. Es handelt sich immerhin um eine 20-jährige junge Frau, die mit diesem Communiqué als Geschäftspartnerin und Frau komplett disqualifiziert wird. Die «mediale Hinrichtung», zudem so kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit, halte ich für komplett unangemessen. Das zerstört die Karriere einer jungen Frau nachhaltig. Die rechtlichen Punkte des Vertrages als Grund der Trennung sind das eine, deren angemessene, kurze und faire Kommunikation in der Öffentlichkeit das andere.

Welchen Schaden erleidet Jastina Doreen?
Die Miss-Organisation geht in ihrem Communiqué viel zu weit, ist fast geschlossen negativ, legt in epischer Breite das Versagen der Miss Schweiz dar. Das gehört aber ins persönliche Gespräch, mit dem Ziel einer einvernehmlichen Lösung. Ein Communiqué dieser Art, mit Aberkennung des Miss-Schweiz-Titels» in aller Härte und Konsequenz für Jastina Doreen Riederer ist einmalig in seiner Härte und Wirkung. Es zerstört. Auch auf menschlicher Ebene richtet man hier seelischen Schaden an.

«Wenn eine Wahl zum Fiasko wird, ist Fairness in der Trennung das Minimum.»
Sonja A. Buholzer

Inwiefern hat die Miss-Organisation geschlampt?
Das Gespräch unter den Betroffenen muss immer vor einem Communiqué erfolgen. Weshalb dies nicht stattgefunden hat, wirft die Frage auf, welche Versäumnisse in der Betreuung und Kommunikation die Organisation selbst zu verbuchen hat.

ARCHIV - ZUR SOFORTIGEN FREISTELLUNG DER MISS SCHWEIZ, JASTINA DOREEN RIEDERER AM DONNERSTAG, 24. JANUAR 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - epa07222100 Miss Switzerland Ja ...
Jastina Doreen Riederer bei der Miss-Universe-Wahl im Dezember 2018 in Thailand.Bild: EPA

Wurde die Schönheitskönigin nicht genug betreut?
Ein junger Mensch, insbesondere Jastina Riederer mit einem sehr eigenwilligen Umfeld und einem für mich doch eher naiven Weltbild, braucht sehr intensive Begleitung, um sich selbst zu finden, beziehungweise in ihre Rolle hineinzuwachsen. Vor einer Wahl muss doch evaluiert werden, welche Persönlichkeiten dafür geeignet sind oder eben nicht. 

Und falls das nicht geklappt hat?
Wenn eine Wahl zum Fiasko wird, ist Fairness in der Trennung das Minimum. Es sind immer zwei Parteien, die ein Versagen zu verantworten haben. Das Servieren eines kompletten Gesichtsverlustes einer 20-Jährigen mittels Communiqué ist unverzeihlich. Die positive Leistung der jungen Frau und deren Würdigung wären zudem Teil des Fairplays.

Was muss hinter den Kulissen passiert sein, damit eine Firma ein dermassen gepfeffertes Communiqué verschickt?
Aggression, Zorn, Frustration, Bitterkeit, wenig Souveränität im Umgang mit Krisen; dies hier ist eine öffentliche Abrechnung mit sehr vielen negativen Emotionen. Diese verhindern immer einvernehmliche Lösungen. Was immer passiert ist: Es gibt keinen Grund, mit einem medialen Zweihänder, fein säuberlich juristisch formuliert, auf eine für mich offenkundig fragile junge Frau öffentlich loszugehen und ihr in aller Form jegliche Folgeaufträge zu blockieren. Man stellt sie als Vertragsbrecherin hin, die eine Kooperation verunmöglicht. Damit landet sie im Offside jeder geschäftlichen Beziehung der Zukunft. Das ist dilettantisch und gefühllos!

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Zoo Berlin: Panda Weibchen Meng-Meng mit einem ihrer gerade geborenen Babies am 2. September 2019.
quelle: epa / zoo berlin handout
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87 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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scotch
25.01.2019 07:12registriert September 2018
Eine junge Frau mit einem naiven Weltbild. Auch eher schmeichelhaft formuliert 😂
74120
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Zum Kommentar
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Scaros_2
25.01.2019 07:27registriert Juni 2015
Ein junger Mensch, insbesondere Jastine mit einem sehr eigenwilligen Umfeld und einem für mich doch eher naiven Weltbild, braucht sehr intensive Begleitung.

NEIN! Ich finde nicht. Mit 20 Jahren kann man erwarten das die Leute wissen was sie tun. Ich habe Verständnis für das Schreiben weil es offensichtlich unmöglich war mit dieser Dame und ihrem sturen Kopf zusammen zu arbeiten.

Und nein. Ihr Leben wird dadurch nicht nachhaltig geschädigt. Würde sie sich einen normalen 9-5 Job suchen und diesen nach Treu und Glauben machen wird man das hier vergessen weil es niemanden juckt - langfristig.
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TanookiStormtrooper
25.01.2019 11:58registriert August 2015
War das jetzt eigentlich ein Miss-Erfolg?
🤔
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