Die bedrückende Nachricht erreichte die Belegschaft von Schweizer Radio und Fernsehen am Montag. Um ab 2025 ein finanzielles Defizit zu vermeiden, wird SRF in den kommenden Monaten 75 Vollzeitstellen abbauen, 10 davon im Kader.
Der Stellenabbau bedingt zahlreiche Massnahmen. So werden unter anderem die Ausgaben der «Tagesschau» am Mittag und um 18 Uhr durch moderierte Newsflashs ersetzt. Am Wochenende entfällt die Mittagsausgabe ganz. Die Sendungen «Club» und «Gesichter & Geschichten» müssen neu im Sommer pausieren.
Zu den Mitarbeitenden sagte SRF-Direktorin Nathalie Wappler: «Unsere unternehmerische Verantwortung verpflichtet uns zu einem ausgeglichenen Budget. Ich bedaure es sehr, dass dieses Ziel nächstes Jahr nur über einen Stellenabbau erreicht werden kann.»
Aufgrund des starken Rückgangs im Werbemarkt, so die Begründung des Verwaltungsrates der Ostschweizer Medien AG, wird die Online-Plattform Die Ostschweiz eingestellt. Drei Mitarbeiter verlieren ihre Stelle.
Am 27. August dieses Jahres verkündete Tamedia den grössten Stellenabbau in der Schweizer Mediengeschichte.
290 der 1225 Vollzeitstellen (verteilt auf 1400 Mitarbeitende) werden abgebaut. Fast ein Viertel der Arbeitsplätze (24 Prozent) fällt weg.
200 der 290 Vollzeitstellen spart Tamedia in den beiden Druckereien in Zürich und Bussigny ein, die es schliesst. 90 Vollzeitstellen (von insgesamt 620) streicht das Unternehmen bei den Redaktionen.
Mitte September reichte Tamedia dann detaillierte Informationen nach. Es kommt zu einer grösseren Reorganisation, dafür fallen im Bereich der Redaktionen nur 55 statt der geplanten 90 Vollzeitstellen weg. 30 in der Deutschschweiz, 25 in der Romandie.
Bereits im September des vergangenen Jahres entliess Tamedia 20 Mitarbeitende in der Deutschschweiz und 28 in der Westschweiz. So konnte der Konzern sechs Millionen Franken einsparen.
Im Oktober 2023 strich «20 Minuten», das wie Tamedia zur TX Group gehört, 35 Stellen. Die grosse Mehrheit davon in der Romandie.
Im Januar 2024 entlässt der Konzern CH Media, zu dem auch watson gehört, 80 seiner Angestellten in der Deutschschweiz. Insgesamt fallen 140 Vollzeitstellen weg. Im November wurden zunächst 90 Entlassungen (150 Vollzeitstellen) kommuniziert, dank Sparvorschlägen der Personalkommission im Rahmen des Konsultationsverfahrens konnten die Jobs von zehn Personen gerettet werden.
Die Sparrunde begründet das Unternehmen mit starken Umsatzeinbrüchen in den Kernmärkten Entertainment und Publishing. Vor den Kündigungen beschäftigte CH Media in der Deutschschweiz 2000 Mitarbeitende.
Gegenüber dem Branchenportal Persönlich sagte CEO Michael Wanner: «Der Stellenabbau bei CH Media ist dringlich und für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens unvermeidbar.»
Ende Januar gibt CH Media zudem bekannt, die beiden Wochenzeitungen «Anzeiger Luzern» und «Stadtanzeiger Olten» einzustellen. Grund sei die ungenügende Wirtschaftlichkeit. Drei Personen werden entlassen.
Ende Februar 2024 gab die Westschweizer Mediengruppe 27 Entlassungen bekannt. 6 davon betreffen die Redaktionen von ESH Médias, das unter anderem die Zeitungen «Le Nouvelliste» und «ArcInfo» herausgibt.
Einige Wochen zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, 40 der insgesamt 340 Stellen abbauen zu wollen, durch das Konsultationsverfahren konnte die Zahl der Entlassungen auf 27 reduziert werden. Grund für den Stellenabbau sei der rückläufige Werbemarkt für Printmedien.
Der Radiosender von Roger Schawinski teilt Ende Januar mit, dass er künftig auf eigene News verzichten und daher seine Nachrichtenredaktion auflösen wird. Sechs Voll- und Teilzeitangestellte verlieren ihren Job.
Die Nachrichten bezieht Radio 1 fortan von CH Media, das bereits über zehn eigene und fremde Radiosender mit News beliefert. Schawinski begründet seinen Entscheid folgendermassen: «Wir konzentrieren uns auf Formate, bei denen wir einzigartig sind und uns im Gegensatz zu den News-Bulletins profilieren können: Kommentare und Interviews.»
Am 9. Januar 2024 verkündete Ringier Medien Schweiz, sich «schlagkräftig und nachhaltig» aufstellen zu wollen, auch ein Stellenabbau sei geplant. Dieser sei unerlässlich, um die angekündigte Reduktion der Gesamtkosten um fünf Prozent zu realisieren.
Der Stellenabbau umfasste gemäss einer Medienmitteilung zunächst rund 75 Stellen aus allen Bereichen von Ringier Medien Schweiz (RMS). Nach dem Konsultationsverfahren sank die Anzahl der Kündigungen auf 55.
CEO Ladina Heimgartner liess sich wie folgt zitieren: «Mit der geplanten neuen Organisationsstruktur schaffen wir für RMS eine gesunde und nachhaltige wirtschaftliche Basis. Das ist zentral. Ich bedaure es sehr, dass wir dieses Ziel nicht ohne Stellenabbau erreichen können.»
Ebenfalls im Januar gab die Druckerei Swissprinters in Zofingen bekannt, ihren Betrieb im September 2024 einzustellen. Das Tochterunternehmen von Ringier (70 Prozent) und NZZ (30 Prozent) begründet den Schritt mit einer rückläufigen Nachfrage nach Druckprodukten, dem Verlust wichtiger Aufträge sowie anhaltend hohen Papier- und Energiepreisen. 96 Mitarbeitende verlieren in diesen Tagen ihre Stelle.
Zunächst war von 144 Kündigungen die Rede. Durch Frühpensionierungen und Weiterbeschäftigungen bei Ringier konnten die Entlassungen auf 96 Personen reduziert werden.
(rst)
Sorry, ich kann und will mir sowas nicht leisten.