Schweiz
Medien

Demonstration in Bern gegen Verlegung des Radiostudios

Rund 1000 Menschen demonstrieren in Bern gegen die Verlegung des Radiostudios

30.08.2018, 20:3831.08.2018, 07:36

Rund 1000 Menschen haben am Donnerstagabend vor dem Bundeshaus für eine vielfältige Medienlandschaft mit einem starken Standort Bern demonstriert. Die Zentralisierung der Medien in Zürich müsse gestoppt werden, forderten sie.

Unter den Teilnehmern der Protestaktion fanden sich viele Medienschaffende und Politiker von links bis rechts. Besonders heftig kritisiert wurden Pläne der SRG, das Radiostudio Bern nach Zürich zu verlegen. Der definitive Entscheid soll in Kürze fallen.

«Die Pläne der SRG führen in die Sackgasse», sagte der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste). Eine Verlegung des Radiostudios brächte nur Verlierer, «und die grösste Verliererin wäre die SRG selber». Bern sei der Mittelpunkt der Schweiz, von hier habe man eine ganzheitliche Sicht aufs Land.

«Trägt die idée suisse nicht zu Grabe!», mahnte der Freiburger Ständerat Beat Vonlanthen (CVP). «Ein Leutschenbacher Einheitsbrei wäre Gift für die freie Meinungsbildung.» Der Berner Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP) äusserte Verständnis für die wirtschaftlichen Zwänge der SRG. Das Radiostudio müsse aber in Bern bleiben. Deshalb seien Stadt und Kanton Bern bestrebt, der SRG bei einer geeigneten Lösung zu helfen.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten Medienschaffende der SRG, der Zeitungen «Bund» und «Berner Zeitung», der Agentur Keystone-SDA und des Lokalradios Rabe. Unterstützt wurden sie von Stadt und Kanton Bern, von Gewerkschaften und vom Berufsverband Impressum.

«Medienvielfalt bedroht»

Die Gewerkschaft Syndicom sieht die Medienvielfalt durch Sparprogramme und einen massiven Stellenabbau bedroht, wie sie in einem Communiqué schreibt. So habe die Mediengruppe Tamedia die überregionale Berichterstattung in Zürich zentralisiert und zugleich die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» ausgedünnt.

In der Romandie habe Tamedia dieses Jahr die Zeitung «Le Matin» eingestellt und 40 Medienschaffende entlassen, rief Syndicom in Erinnerung. Bereits im Frühjahr hätten die Medienunternehmen die grösste Massenentlassung der Schweiz bei der Nachrichtenagentur SDA vollzogen. (sda)

Wer ist die SDA? Wir verschaffen dir den Durchblick

Video: watson/Helene Obrist, Lya Saxer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Recherche zeigt: 95 Prozent der Zürcher Musikförderung fliesst in die klassische Musik
Eine neue Untersuchung vergleicht die Musikförderung in sechs Schweizer Städten. Dabei zeigt sich, dass die klassische Musik die meisten Fördergelder erhält.
Der Verein IG Musik hat die öffentlichen Fördergelder untersucht, die in die Musikbranche von sechs Schweizer Städten fliessen. Dabei wurden die Beträge auf Pro-Kopf-Ausgaben heruntergerechnet und miteinander verglichen. Als Grundlage für die Berechnungen wurden Zahlen aus dem Jahr 2024 genutzt.
Zur Story