Schweiz
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Rund 1000 Menschen demonstrieren in Bern gegen die Verlegung des Radiostudios



Rund 1000 Menschen haben am Donnerstagabend vor dem Bundeshaus für eine vielfältige Medienlandschaft mit einem starken Standort Bern demonstriert. Die Zentralisierung der Medien in Zürich müsse gestoppt werden, forderten sie.

Unter den Teilnehmern der Protestaktion fanden sich viele Medienschaffende und Politiker von links bis rechts. Besonders heftig kritisiert wurden Pläne der SRG, das Radiostudio Bern nach Zürich zu verlegen. Der definitive Entscheid soll in Kürze fallen.

«Die Pläne der SRG führen in die Sackgasse», sagte der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste). Eine Verlegung des Radiostudios brächte nur Verlierer, «und die grösste Verliererin wäre die SRG selber». Bern sei der Mittelpunkt der Schweiz, von hier habe man eine ganzheitliche Sicht aufs Land.

«Trägt die idée suisse nicht zu Grabe!», mahnte der Freiburger Ständerat Beat Vonlanthen (CVP). «Ein Leutschenbacher Einheitsbrei wäre Gift für die freie Meinungsbildung.» Der Berner Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP) äusserte Verständnis für die wirtschaftlichen Zwänge der SRG. Das Radiostudio müsse aber in Bern bleiben. Deshalb seien Stadt und Kanton Bern bestrebt, der SRG bei einer geeigneten Lösung zu helfen.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten Medienschaffende der SRG, der Zeitungen «Bund» und «Berner Zeitung», der Agentur Keystone-SDA und des Lokalradios Rabe. Unterstützt wurden sie von Stadt und Kanton Bern, von Gewerkschaften und vom Berufsverband Impressum.

«Medienvielfalt bedroht»

Die Gewerkschaft Syndicom sieht die Medienvielfalt durch Sparprogramme und einen massiven Stellenabbau bedroht, wie sie in einem Communiqué schreibt. So habe die Mediengruppe Tamedia die überregionale Berichterstattung in Zürich zentralisiert und zugleich die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» ausgedünnt.

In der Romandie habe Tamedia dieses Jahr die Zeitung «Le Matin» eingestellt und 40 Medienschaffende entlassen, rief Syndicom in Erinnerung. Bereits im Frühjahr hätten die Medienunternehmen die grösste Massenentlassung der Schweiz bei der Nachrichtenagentur SDA vollzogen. (sda)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Molty 30.08.2018 23:37
    Highlight Highlight SVP: SRG spar Geld!
    SRG: Ok, wenns sein muss
    SVP: he warte mal, nicht so schnell...
  • Hierundjetzt 30.08.2018 23:33
    Highlight Highlight Zuerst verkaufen die Berner (bzw. deren ach so wirtschaftlich erfolgreichen Burger), alle komplett runtergewirtschafteten Zeitungen, Radiostationen und die TV Station nach Zürich und motzen nachher über diesen Info Einheitsbrei 🤔

    Ein wenig sehr seltsam, das ist wohl diese maladie bernoise 😏
    • dan2016 31.08.2018 09:52
      Highlight Highlight nun die Bernerzeitung war noch nicht runtergewirtschaftet. Und - wie die SRG vor der Abstimmung nicht zu unrecht erwähnte. Ausserhalb des Wirtschaftsraums Zürich sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht gegeben, 'Medien' nachhaltig zu betreiben. Insofern ist a) die Konzentration bei den nicht Service Public Medien fast schon naturgegeben. Und damit auch b) es braucht für den 'Service Public' offenbar Medien. Überall ausser dem Raum Zürich:)..... so die SRG und was machen diese? Konzentrieren am teuersten Standort, dort wo man diese nicht braucht.
  • Pius C. Bünzli 30.08.2018 21:34
    Highlight Highlight Wir nehmen das Radiostudio und ihr, liebe Berner, dürft dafür GC haben.
  • dä dingsbums 30.08.2018 20:46
    Highlight Highlight "...Leutschenbacher Einheitsbrei..."

    Ähm...das Radiostudio ist im Kreis 6 beim Bucheggplatz (Tramhaltestelle: Radiostudio) und nicht im Kreis 11 beim Leutschenbach (Tramhaltestelle: Fernsehstudio).

    Yes, I am fun at parties.

    P.S. Bin Zürcher und auch dafür, dass nicht unbedingt alles in Zürich konzentriert wird.
    • ben_fliggo 30.08.2018 21:21
      Highlight Highlight Das Radiostudio in Zürich wird ebenfalls an den Leutschenbach gezügelt. ;-)
    • DrChäfr 30.08.2018 21:27
      Highlight Highlight You are also wrong at this particular party 😉.
      Das Radiostudio das du beschreibst ist das Studio Brunnhof, der Plan der Srg besteht aber darin das Studio Bern ins Leutschenbach zu zügeln in die sogenannte Radiohall. Sowie der Rest der Studios aus Zürich. Es würde dann nur noch aus dem Leutschenbach gesendet. Daher auch die Angst vor Einheitsbrei.
    • Robi Roborock 30.08.2018 22:56
      Highlight Highlight Ja, noch. Aber Radiostudio Zürich soll auch an den Leutschenbach. (https://www.srf.ch/news/schweiz/reformprogramm-der-srg-srg-baut-250-stellen-ab)
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