Schweiz
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ARCHIV --- ZUM JAHRBUCH ZUR QUALITAET DER MEDIEN IN DER SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Ausgaben des St. Galler Tagblattes, der Neuen Luzerner Zeitung und der Neuen Zuercher Zeitung (von oben) fotografiert in Zuerich am Montag 5. Mai 2014. Das

Das Korrekorat für das «St. Galler Tagblatt» und die «Luzerner Zeitung» wird nach Bosnien-Herzegowina ausgelagert. Bild: KEYSTONE

NZZ-Regionalmedien verlagern Korrektorat nach Bosnien-Herzegowina



Weil die NZZ Regionalmedien sparen müssen, verlagern sie das Korrektorat ins Ausland. Wie das SRF-Regionaljournal berichtete, werden die Zeitungsartikel statt in St. Gallen oder Luzern künftig in Bosnien-Herzegowina korrigiert.

Pascal Hollenstein, publizistischer Leiter der NZZ Regionalmedien, zu denen das «St. Galler Tagblatt» und die «Luzerner Zeitung» gehören, begründete die Auslagerung der Korrektorate der beiden Zeitungen mit dem Spardruck. Er bedauere diesen Schritt. Er sei vor der Wahl gestanden, das Korrektorat ins Ausland zu verlagern oder ganz darauf zu verzichten.

Die Korrektoratsarbeiten würden extern an ein deutsches Unternehmen vergeben, sagte Hollenstein im Interview. In Zukunft sollen junge Frauen in Banja Luka die Artikel auf Fehler prüfen. Die Mitarbeiterinnen seien ehemalige Flüchtlinge, die während des Jugoslawienkrieges in deutschsprachigen Ländern Zuflucht gefunden hätten.

Viele von ihnen hätten Germanistik studiert, sagte Hollenstein weiter. Die Korrektorinnen würden nun systematisch auf die in der Schweiz gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten, sogenannte Helvetismen, vorbereitet.

Dass die Korrektorat-Arbeiten ausgelagert werden, hatte die NZZ-Gruppe bereits am Dienstag bekannt gegeben, als sie vermeldete, dass die «Ostschweiz am Sonntag» ab November nur noch als E-Paper erscheinen werde. Fünf Mitarbeitenden aus dem Bereich Verlagsservices und Druck werde gekündigt, vier weiteren werde die frühzeitige Pensionierung angeboten.

Die Gerkschaft Syndicom drohte am Freitagvormittag, bei der NZZ-Gruppe vorstellig zu werden, falls dieser Anbieter das Korrektorat nicht zu Gesamtarbeitsvertrags-Bedingungen ausführen sollte. «Solches Lohndumping würde der NZZ-Gruppe, die bisher Qualität als Merkmal verkaufe», schlecht anstehen, schrieb Syndicom. (sda)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • karl_e 23.09.2017 11:32
    Highlight Highlight Die Korrekturprogramme erlauben es zweifellos, die wenigen übrig gebliebenen Stellen nach Bosnien oder meinetwegen auch nach Laos oder China zu verschieben. Leider aber entgehen diesen Programmen zahlreiche Finessen und offensichtliche Fehler, von üblen Grammatikfehlern ganz zu schweigen. Das sieht man sehr schön bei grossen Tageszeitungen mit ihren zu Tode gesparten Korrektoraten.
  • LeChef 22.09.2017 22:29
    Highlight Highlight "Weil die NZZ Regionalmedien sparen müssen, verlagern sie das Korrektorat ins Ausland"

    Die Regionalmedien, insbesondere Luzerner Zeitung und St.Galler Tagblatt, sind die einzigen Teile der NZZ Gruppe die überhaupt rentabel sind.

    Wenn sie Kosten sparen müssen, dann weil sie gezwungen sind, die alte Tante quer zu subventionieren.
  • Arbo Retum 22.09.2017 22:21
    Highlight Highlight Die Grenzen zwischen Redaktion und Korrektorat sind nicht fix - je nach Medium. Klar ist aber m.E.: Das Korrektorat ist ein integraler Bestandteil eines Mediums. Helvetismen, die lokale/regionale/nationale Politik/Wirtschaft/Gesellschaft usw., über all das MUSS das Korrektorat Bescheid wissen. Es nach Bosnien zu verlagern, ist - in Hinblick auf die Qualität - unverantwortlich. Dass Ex-Flüchtlinge diese Arbeit erledigen sollen, ist nur ein billiges Feigenblatt. Denk' ich an unsre Medien in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.
  • djangobits 22.09.2017 21:22
    Highlight Highlight Für Zürcher ist halt eh alles östlich von Winterthur Balkan.
  • RacKu 22.09.2017 20:34
    Highlight Highlight Find ich gut! Weltoffen. Liberal. Frei. Wozu Germanistik studieren wenn den passenden Job auch Hausfrauen aus Bosnien machen können?
  • Stachanowist 22.09.2017 19:26
    Highlight Highlight Viele reden davon, wie wichtig es ist, die Ursachen der Wirtschaftsmigration an den Wurzeln zu bekämpfen. Die NZZ schafft in Bosnien Perspektiven und tut dies wohl effektiver als jedes Projekt von Caritas & Co. Dies nicht zuletzt, weil sie in ihrem eigenen Interesse handelt und nicht auf Basis eines staatlich budgetierten Gönnertums (Entwicklungshilfe).

    Wer sich nun für Protektionismus einsetzt und die NZZ nicht mehr kauft, soll das tun. Dann aber bitte kein Schweizer Fleisch kaufen, wenn die Tiere mit ausländischem Futter ernährt wurden. Konsequent bleiben.
    • RacKu 22.09.2017 20:42
      Highlight Highlight Jobs auslagern als Lösung für Wirtschaftsmigration? 😂
    • Stachanowist 22.09.2017 21:50
      Highlight Highlight @ Axantas

      Das Beherrschen der deutschen Sprache ist nicht an eine Ethnie oder eine Staatsbürgerschaft gebunden. Kann Ihnen garantieren, dass die bosnischen Lektorinnen exzellente Deutschkenntnisse haben - habe selbst mit welchen zusammengearbeitet. Sie sind meist in Wien ausgebildet (BA+MA). Ich sehe in bosnischen Germanistinnen nicht den Untergang unserer Identität, aber da mögen sich die Meinungen teilen.

      Zum Sprachimport: Die Deutsche Sprache wird von der Duden-Gesellschaft normiert. Die hat ihren Sitz nicht in Sarajevo, Travnik oder Banja Luka - solange sie nicht ausgelagert wird ;)
    • Stachanowist 22.09.2017 21:55
      Highlight Highlight @ Racku

      Genau. Länder wie Bosnien haben zwei "Stärken": Viele gut ausgebildete junge Menschen, die oft im Ausland studiert haben und tiefe Löhne. Diese Kombination führt entweder (a) zu Emigration oder (b) zu Jobs in Bosnien, wie es jetzt durch die NZZ geschieht.

      Eine Auslagerung sollte der letzte Schritt sein, eine Notbremse. Glaubt man der NZZ, ist das in diesem Fall gegeben. Sollte dies aber eine vorgeschobene Rechtfertigung sein, bin ich auch gegen diese Auslagerung. Aber: Lieber auslagern und Jobs in Bosnien und Co. schaffen, als die Stellen ersatzlos streichen.
  • Zeit_Genosse 22.09.2017 18:34
    Highlight Highlight Das zeigt wie stark die NZZ-Medien unter Druck stehen und dass die Geschäftsleitung nicht bei den edlen Geschäftswagen zu sparen bereit ist.
  • Wilhelm Dingo 22.09.2017 17:40
    Highlight Highlight Wenn wir billige Staubsauger importieren, warum dann nicht auch billiges Korrektorat? Muss nicht schlecht sein und fördert sicher die Bosnische Wirtschaft.
    • Pasch 22.09.2017 19:13
      Highlight Highlight Da brauchts etwas mehr um die bosnische Wirtschaft zu fördern... Erstmal muss der korrupte Misthaufen weggekarrt werden.
  • Amboss 22.09.2017 17:07
    Highlight Highlight Ich habe Verständnis für diesen Schritt, wenn sich so Kosten sparen lassen.

    Es ist ganz einfach eine Dienstleistung, die im Ausland günstiger erbracht werden kann.
    Etwa so, wie wir die Kleider, die wir gerade tragen, ja auch nicht in der Schweiz, sondern in Bangladesh nähen lassen
    • Hühne Bueber 23.09.2017 02:49
      Highlight Highlight @Amboss: ich bin sicher, dass du es auch ok finden wirst, wenn dann dein Job aus Spargründen weg ist.....
  • John Smith (2) 22.09.2017 16:27
    Highlight Highlight Wieso würde Lohndumping der NZZ-Gruppe schlecht anstehen? Passt doch zur politischen Ausrichtung!
  • pun 22.09.2017 16:14
    Highlight Highlight Hey watson. Die Thurgauer Zeitung gehört übrigens auch zu diesem Konsortium. Zynischerweise wurde die Thurgauer Ausgabe der "Ostschweiz am Sonntag" erst vor ein paar Monaten überhaupt lanciert.
  • pamayer 22.09.2017 16:04
    Highlight Highlight TA Khan Mann sick auff gut koriegierte tecte froien.
    • chabacha 22.09.2017 16:33
      Highlight Highlight Naja, es geht ja eher ums Prinzip. Die Qualität muss ja nicht zwingenderweise schlecht sein.

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