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Mit diesem Trick wollen die SBB Pendler zu den freien Sitzplätzen locken

Selbst in den überfüllten Zügen hat es fast immer einen freien Platz. Nun kannst du online nachschauen, wo du ihn am ehesten findest. Der neue Service wird aber auch kritisiert.



Du pendelst täglich mit dem Zug zur Arbeit und zurück? Dann kennst du diese Situation ganz bestimmt aus eigener Erfahrung.

Zugreisende stehen dicht gedraengt im einzigen Zug der SBB, der von Zuerich ueber eine Ausweichstrecke in Richtung Bern fahren soll, am Donnerstag 26. Maerz 2009. Wegen einer Fahrleitungsstoerung in Dietikon fielen mehrere Zuege zwischen Zuerich und Bern, sowie Zuerich und Basel aus. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Solche Situationen rauben die Lust am Pendeln. Bild: KEYSTONE

Du steigst in den erstbesten Waggon ein, doch dort hat es bereits mehr Passagiere als Sitzplätze. Somit bleiben dir nur zwei Möglichkeiten: Entweder irgendwo im Gang stehenbleiben, eingequetscht zwischen anderen Pendlern. Oder du läufst so lange durch den Zug, bis du doch noch einen unbesetzten Platz findest (Hurra!).

Der neue SBB-Trick

Jetzt starten die SBB einen Versuch, dass die Passagiere sich bereits beim Einsteigen besser auf die Waggons verteilen. Richten soll es ein neuer Service, den die SBB selber «wagenscharfe Belegungsprognose» nennen und von den Reisenden per sofort genutzt werden kann.

Seit gestern zeigen Grafiken an, welche Waggons des Zuges besonders gut besucht sind. Bislang wurde die Belegung nur für ganze Zugskompositionen angezeigt. Möglich ist die Abfrage derzeit aber nur über die Website der SBB. Zukünftig soll die Info dann aber auch über die App abgerufen werden können – und noch in fernerer Zukunft auch auf den Anzeigetafeln an den Perrons angezeigt werden.

Und so sieht das aus

Neue Visualisierung der SBB: Neu kann der Passagier nachschauen, in welchem Waggon am meisten Leute sitzen.

Gemäss diesem Beispiel sollte man Waggon vier meiden und lieber im Wagen 6 im Sektor C einsteigen. Bild: Schweizerische Bundesbahnen

«Wagenspezifische Informationen über die Belegung machen nur dann Sinn, wenn die Daten in Echtzeit erhoben werden.»

Karin Blättler, Präsidentin Pro Bahn

Dank dem neuen Service «können sich die Kunden so auf dem Perron platzieren, damit sie direkt in einem Wagen mit freien Sitzplätzen einsteigen können», so SBB-Sprecher Christian Ginsig, «und sie müssen auf der Suche nach freien Sitplätzen nicht durch mehrere Wagen laufen.»

Die SBB erhoffen sich zudem einen schnelleren Fahrgastwechsel und damit einen positiven Einfluss auf die Pünktlichkeit. 

Die Daten des neuen Services beruhen in erster Linie auf Erfahrungswerten. Sprich die Belegungsprognose wird auf der Grundlage von Fahrgasterhebungen gemacht, ergänzt durch Prognosedaten. Wie zum Beispiel der Einfluss von schlechtem Wetter auf die Zahl Reisender. Oder das Verkehrsaufkommen an Feiertagen. Ebenfalls in die Daten mit ein fliessen Gruppenreservierungen, wie Christian Ginsig schreibt.

Die Kritik

Pro Bahn steht dem neuen Service skeptisch gegenüber. «Wagenspezifische Informationen über die Belegung machen nur dann Sinn, wenn die Daten in Echtzeit erhoben werden. Ansonsten ist die Realität eine andere und der Nutzen entsprechend geringer», sagt Karin Blätter, Präsidentin der Interessensvertretung der Fahrgäste zu watson.

Für sie steht fest: «Im heutigen digitalen Zeitalter müsste die SBB in der Lage sein, die Belegung in Echtzeit anzugeben.» Wie die Bundesbahnen dies umsetzen sollen, lässt Pro Bahn offen.

24 Bilder aus der guten alten SBB-Zeit

Der SBB-App Kurs für Rentner

Video: srf/SDA SRF

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