Schweiz
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Zu reformiert, kaum konfessionslos und 0 Prozent muslimisch: Das ist unser Parlament

Konfessionslose sind im Schweizer Parlament gemessen an der Gesamtbevölkerung untervertreten, Muslime gibt es gar keine. Der Nationalrat ist von Reformierten dominiert, der Ständerat fest in katholischer Hand.



Im Nationalrat haben die Reformierten, die den Bundesstaat bei seiner Gründung 1848 prägten, noch immer das Sagen, wie aus einer am Dienstag von der «Neuen Zürcher Zeitung» publizierten Umfrage (online nicht verfügbar) hervorgeht. Sie besetzen 83 der 200 Sitze, also 41.5 Prozent. Sie sind damit deutlich übervertreten, denn in der Gesamtbevölkerung stellen sie laut dem Bundesamt für Statistik nur noch 24.9 Prozent.

Die Reformierten würden tendenziell eine höhere Wahlbeteiligung erreichen als die Katholiken. Mitverantwortlich für die starke reformierte Präsenz seien zudem die vier kleinen Parteien Grüne, GLP, BDP und EVP.

Im Ständerat hingegen gibt es eine katholische Mehrheit. Diese beträgt gemäss der Umfrage 58.7 Prozent gegenüber nur 37.3 in der Gesamtbevölkerung. In der kleinen Kammer sind demnach die katholisch geprägten Kleinkantone stark vertreten.

Nationalraete debattieren an der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 11. Dezember 2017, im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Im Nationalrat sind 41.5 Prozent der Parlamentarier reformiert.  Bild: KEYSTONE

Die Konfessionslosen stellen einen Viertel der Bevölkerung dar. Unter der Bundeshauskuppel machen die aus der Kirche Ausgetretenen aber nur rund 13 Prozent aus. Die kleine Minderheit findet sich der Auswertung zufolge vor allem auf der linken Seite.

Muslime stellen mittlerweile fünf Prozent der Bevölkerung. Doch islamische Parlamentarier gibt es bis jetzt keinen einzigen. Auch die evangelischen Freikirchen sind in Bundesbern laut «NZZ» unterrepräsentiert.

Die konfessionelle Zusammensetzung des Parlaments ist aus keinem offiziellen Dokument ersichtlich. Bei der Umfrage der «NZZ» antworteten 189 National- und 42 Ständeräte. (sda)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Max Cherry 12.12.2017 10:46
    Highlight Highlight Nochmal für alle: Die Schweiz ist KEIN säkularer Staat. Leider.
    Wer mir nicht glaubt, der lese die Präambel der Verfassung, den Text der Nationalhymne oder einfach auf Wikipedia nach. In gewissen Kantonen können Lehrer entlassen werden, die sich eines Kruzifix im Klassenzimmer verweigern. Und unsere "Landeskirchen" treiben immer noch schön Steuern ein.
    Schaut mal nach Frankreich, die zeigen vor wie die Trennung von Staat und Kirche geht.
    • PrivatePyle 12.12.2017 13:50
      Highlight Highlight Völliger Blödsinn! Seit der Verfassungsrevision im späten 19.jahrhundert ist die Schweiz faktisch ein säkularer Staat. Die Kirchlichen Institutionen wurden dabei entmachtet, die Religionsfreiheit eingeführt. Ein Grundzug des Säkularismus ist der Rechtsstaat welcher frei von religiösen Dogmen ist! Nicht ein Präambel in der Verfassung! Und die Kirchen "treiben" keine Steuern ein. Das Bezahlen der Steuer ist freiwillig! Ich gebe dir Recht, dass in FRA die Säkularisierung weiter ist, was jedoch mit einem stark zentralistischen Staatsverständnis zu tun hat.
    • Eine_win_ig 12.12.2017 17:39
      Highlight Highlight Kirchensteuer ist kantonal geregelt... just sayin'
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 12.12.2017 10:27
    Highlight Highlight Da hilft nur eins, Quote, Quote, Quote.
  • Luca Brasi 12.12.2017 09:56
    Highlight Highlight Konfessionslose kämpfen eben nicht für Veränderungen sondern steigen einfach aus der Gemeinschaft aus.
    Lieber über Institutionen motzen, die nun andere leiten, um ja nicht selber schuld an Fehlentwicklungen zu sein.
    Darum gehen sie auch nicht wählen.

    😜

    *duckundweg*
    • phreko 12.12.2017 11:55
      Highlight Highlight Es hat wohl eher was mit dem Alter der Parlamentarier und früheren Traditionen zu tun. Das wird sich schon noch anpassen...
    • Meitschi 12.12.2017 12:10
      Highlight Highlight So ein blöder Kommentar.
      Konfessionslose (Atheisten, Agnostiker, Freidenker usw.) fühlen sich keiner der religiösen Gemeinschaften zugehörig, können sich nicht damit identifizieren, glauben nicht an Gott/Götter oder sind in extremen Fällen komplett "gegen" Religionen. Was innerhalb der religiösen Gemeinschaften schiefläuft, hat mit ihnen nichts zu tun, denn sie gehören ja nicht dazu.
      Ich zB kann gar nichts mit diesen sog. "Fehlentwicklungen" zu tun haben, da ich von Geburt an gar nie einer Kirche angehört habe. Ich gehe aber immer wählen, um humanitäre, soziale Werte und Toleranz zu fördern.
    • Luca Brasi 12.12.2017 18:41
      Highlight Highlight Der Kommentar war auch nicht wirklich ernst gemeint. Deswegen das 😜 und das *duckundweg*.
      Ich wollte nur die Konfessionslosen etwas necken und scheine dies mit dem Blitzgewitter so einigermassen geschafft zu haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rabbi Jussuf 12.12.2017 09:41
    Highlight Highlight Die Räte sind noch in einer anderen Hinsicht nicht repräsentativ:
    Kinder und Jugendliche sind überhaupt nicht vertreten!
  • Rabbi Jussuf 12.12.2017 09:38
    Highlight Highlight Dass die Räte in punkto Religionszugehörigkeit kein Abbild der Bevölkerung sind, ist ein gutes Zeichen. Das heisst, dass doch mehr Wert auf Politik gelegt wird, als auf irgendwelche religiöse Gesinnung.

  • Effersone 12.12.2017 09:26
    Highlight Highlight Zu früh ab der erste.
    Grundsätzlich ch frage ich mich, welche Rolle die religiöse Ausrichtung eines Parlamentariers spielt oder spielen sollte? Religion sollte in der Politik keine Rolle spielen, ausserdem gibt dieser Bericht einem das Gefühl, Muslime können nur von Muslime repräsentiert werden und Christen nur von Christen was absolut falsch ist.. Scheinbar haben die Muslime in der Schweiz nicht das Bedürfnis von einer muslimischen Person repräsentiert zu werden was auch vollkommen OK ist oder ?
  • Effersone 12.12.2017 09:18
    Highlight Highlight I war eigentlich der Meinung das Religion und Staat getrennt sind... Brauchen den Muslime gezwungenermassen Musilme die sie Repräsentieren? Ist es absolut ausgeschlossen
    • Radesch 12.12.2017 10:51
      Highlight Highlight Nein, das scheint auch kein Thema zu sein wie an den NR Wahlen erkennbar. Man wählt doch auch nicht gezielt Muslime oder Nicht-Muslime, oder?

      Ich habe viele Freunde die sich als Muslime bezeichnen und denen ist die Religion eines Politikers sowas von egal.
  • Linus Luchs 12.12.2017 09:15
    Highlight Highlight Wie das Thema Religion immer mehr in die Politik eindringt, gibt mir zu denken. Die Trennung von Kirche und Staat ist eine wichtige Grundlage unseres Rechtsstaats. Die Wählerinnen und Wähler, denen der Glaube wichtig ist, können deshalb CVP, EVP oder EDU wählen. So hat die Religionsfrage ausreichend Einfluss auf die Parlamentszusammensetzung. Ansonsten soll die Konfession der Politikerinnen und Politiker bitte Privatsache bleiben.
  • PrivatePyle 12.12.2017 09:08
    Highlight Highlight Vor dem säkularen Hintergrund, dass Religion in der Politik nichts zu suchen hat, ist eine solche Umfrage nicht von Relevanz. Ausser es würden Korrelationen festgestellt zwischen Motionen und religiösen Überzeugungen.
  • reaper54 12.12.2017 08:41
    Highlight Highlight Prinzipiell ist es egal welche konfession die Politiker haben solange die Trennung von Staat und Kirche akzeptiert wird.
    Nur der Islam akzeptiert diese Trennung nicht. Solange das so ist, braucht diese Religion auch keinen vertreter im Parlament.
    • Rabbi Jussuf 12.12.2017 10:44
      Highlight Highlight Trennung hin oder her, es gehören keinerlei Vertreter einer Religion ins Parlament.
    • Radesch 12.12.2017 10:53
      Highlight Highlight Es besteht ja ein riesen Unterschied ob ein Parlamentarier an sich Moslem ist oder ob er Muslimisch politisiert.

      Zweites hat, genau wie religiöses politisieren in jeglicher Form, in einer säkularen Gesellschaft nichts verloren.

      Ob aber jemand privat Moslem ist oder Jude oder Buddhist ist mir aber mehr als egal.
    • reaper54 12.12.2017 10:55
      Highlight Highlight @Rabbi Jussuf ja “vertreter” war eine schlechte Wortwahl. “Angehöriger” trofft es wohl besser...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roterriese #DefendEurope 12.12.2017 08:22
    Highlight Highlight Zum Glück ist es 0 Prozent muslimisch, es gibt ja auch gar keine Islamisierung.

Nach Millionenraub in Luzern: Sechs Personen verhaftet

Zwei Wochen nach dem Überfall auf das Bijouteriegeschäft Gübelin am Luzerner Schwanenplatz meldet die Luzerner Polizei sechs Festnahmen. Ferner wurde ein Teil der Beute, die einen Wert von mehreren Millionen Franken hat, sichergestellt.

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