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Bieler Kindsentführerin verurteilt – SVP-Nationalrat unterstützte sie

03.03.17, 11:50 03.03.17, 14:38


Eine Frau aus Biel ist am Freitag wegen Kindsentführung zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten teilbedingt verurteilt worden. Es ist jene Frau, die SVP-Nationalrat Pirmin Schwander angeblich finanziell unterstützt hat.

Die heute 36-jährige Frau brachte im Oktober 2015 ihre damals rund einjährige Tochter nicht wie vereinbart ins Kinderheim zurück, sondern tauchte unter. Danach verbrachte sie die Zeit bis Mitte 2016 in Biel, Spanien, Italien und Frankreich, wo sie aufgespürt und verhaftet wurde.

22 Monate der Freiheitsstrafe wurden bedingt ausgesprochen, acht Monate unbedingt. Weil die Frau diese Zeit bereits in Auslieferungs-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft verbracht hat, konnte sie am Freitag nach der Urteilsverkündigung das Regionalgericht Berner Jura-Seeland in Biel als freie Frau verlassen.

Frau wurde unterstützt

In der am Freitag akkreditierten Medienschaffenden abgegebenen Anklageschrift steht, die Frau sei in dieser Zeit «von diversen Personen unterstützt» worden, ohne dass dazu Namen genannt werden. Dazu liefen separate Verfahren, heisst es weiter – ebenfalls ohne weitere Angaben.

Damit könnte der Schwyzer Nationalrat Pirmin Schwander gemeint sein: Die Berner Justiz kündigte im vergangenen Spätsommer an, sie werde prüfen, ob sich Schwander der Gehilfenschaft bei einer Kindesentführung schuldig gemacht hat.

Die zuständigen Kommissionen von National- und Ständerat machten im Oktober 2016 den Weg für ein Strafverfahren gegen Schwander frei, als sie beschlossen, in diesem Fall komme Schwanders parlamentarische Immunität nicht zum Tragen. Schwander ist bekannt als Kritiker der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB).

Abgekürztes Verfahren

Der Prozess in Biel dauerte nur rund eine Stunde lang und verlief im sogenannten abgekürzten Verfahren. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass die beschuldigte Person geständig ist. Anklage und Verteidigung einigen sich im Vorfeld des Prozesses auf eine Sanktion.

Das Gericht prüft dann unter anderem, ob die Anklage mit den Akten übereinstimmt und ob die beantragten Sanktionen angemessen sind. Das war bei diesem Prozess der Fall. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zialo 03.03.2017 16:53
    Highlight
    Das Strafmass ist sehr hoch.
    Zum Vergleich: Das Aargauer Obergericht hat fast die gleiche Strafe für die Entführung und Vergewaltigung einer 15 jährigen auf dem Schulweg verhängt (Mitte Januar, 24 Mte bedingt und 12 Mte unbedingt). Dieser Täter war uneinsichtig.

    Wieso werden Eltern, die Heimen und Behörden Widerstand leisten, härter von der Justiz angefasst als Kinderschänder?

    Dient die Unbarmherzigkeit gegenüber vor Gericht einsichtigen Eltern wirklich zum Kindeswohl?
    15 2 Melden
    • Skip Bo 04.03.2017 12:20
      Highlight Man könnte auf die Idee kommen, dass mit diesem Urteil ein höherer Abschreckungseffekt erzielt werden soll. Wer sich Behörden zum Gegner macht soll leiden, andere sollen eine zweite Chance bekommen.
      Offenbar wird bei Kindsentführung nicht zwischen fremden, unbekannten oder eigenen, leiblichen Kindern unterschieden. Das Motiv der Entführung scheint nicht gewürdigt zu werden.
      2 0 Melden
    • zialo 04.03.2017 14:55
      Highlight Dieser Fall ist einer von vielen in denen das Umfeld (Anwälte, Grosseltern, Hausärzte, Nationalrat) faktisch das Recht verloren haben das Kindeswohl anders als die Behörde zu sehen. Damit werden die Familie, die mit der KESB intensiv zu tun haben eher bevormundet als unterstützt.


      1 1 Melden
  • piedone lo sbirro 03.03.2017 14:21
    Highlight schwander ist ein heuchler. die frau aus biel unterstützt er aus reinem eigennutz.

    denn die AUNS und die SVP wollen die kesb abschaffen. die hetze gegen die kesb seitens der weltwoche war über monate primitiv und postfaktisch, wie das gutachten zum fall flaach zeigt.

    übrigens: die kesb wurde von ex bundesrat blocher mitgestaltet!

    https://www.nzz.ch/schweiz/aktuelle-themen/kesb-wie-die-svp-die-kritik-an-der-kesb-befeuert-ld.114100

    http://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/fall-flaach-gutachten-entlastet-kesb-kritik-an-kommunikation
    27 25 Melden
  • Thinktank 03.03.2017 12:22
    Highlight Unsere Betreuungsdiktatur ist mit Vollpfosten gesegnet. Entweder man muss jemandem das Kind wegnehmen, weil das Kind gefährdet ist oder man lässt es bei der Mutter. Aber mal hier mal da ist völlig absurd. Die KESB ist bloss ein weiterer Pfeiler der Sozialindustrie, die sich bereichert und vorgibt was Sinnvolles zu tun.
    24 77 Melden
    • ands 03.03.2017 13:42
      Highlight Ich kann mir durchaus Szenarien vorstellen, in denen es problemlos möglich ist, dass die Eltern einen Sonntag mit ihren Kindern verbringen, und es gleichzeitig ein Problem darstellt, wenn die Eltern die Kinder rund um die Uhr betreuen müssten. Sprechen Sie sich in solchen Fällen dafür aus, dass die Eltern die Kinder gar nicht mehr treffen dürfen?
      26 7 Melden
    • äti 03.03.2017 14:42
      Highlight @ands: thinktank hat mit "Denken" nichts zu tun. Einfach Namen und Texte von woanders kopiert.
      26 13 Melden

SVPler wollen keine Sozialhilfe für Junge mehr

Wer noch nicht arbeitet, soll auch keine Sozialhilfe erhalten, findet eine Gruppe von SVP-Politikern. Davon betroffen wären insbesondere junge Personen und Migranten.

Personen, die noch nicht lange in der Arbeitswelt sind, sollen weniger oder gar keine Sozialhilfe erhalten. An einem entsprechenden Vorschlag werkelt eine Arbeitsgruppe der SVP, wie der Tages-Anzeiger berichtet. 

Grundsätzlich sei das Ziel, dass sich die Sozialhilfe nach den bisher geleisteten Steuern und AHV-Abgaben richten solle. Was bedeutet, dass insbesondere Junge und Migranten weniger bekämen, ältere Personen, die schon länger in der Schweiz tätig sind, allerdings mehr.

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