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Die frühere Handynummer von Thomas N. findet man noch immer im Internet. Bild: Keystone/watson

Fall Rupperswil: Swisscom sperrt die Handynummer von Thomas N.

Werden Handynummern frei, so werden sie ein halbes Jahr später wieder vergeben. Allerdings gibt es Ausnahmen. So will die Swisscom nicht, dass ein Kunde mit der Nummer des mutmasslichen Vierfachmörders von Rupperswil telefonieren muss.



Am 12. Mai 2016  wird Thomas N. in einem Café am Rande der Aarauer Altstadt verhaftet. Damit macht die Kantonspolizei den Mann dingfest, der für den Tod von vier Menschen verantwortlich sein soll. Von Carla S., ihren beiden Söhnen und der Freundin des älteren der beiden.

Noch tagelang nach der Festnahme fanden Neugierige im Netz Informationen über den mutmasslichen Täter. Unter anderem auf der Website des Fussballclubs, in dem er sich engagierte und eine zeitlang selber Jugendliche trainierte. Darunter seine Handynummer.

Mittelweile sind die meisten Informationen über Thomas N. aus dem Internet verschwunden. Seine Handynummer ist allerdings noch immer auffindbar – in einem Forum, in dem ein User nach seinen Kontaktdaten fragt und sie auch bekommt.

Wer die 079-Nummer wählt, hört kurz darauf die bekannte, monotone Frauenstimme. Dreisprachig teilt sie mit: «Diese Nummer ist ungültig.» 

Dass Thomas N. selber abnehmen würde, damit war nicht zu rechnen. Er sitzt in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies in Regensdorf hinter Gittern und darf kein Handy haben. Dennoch war es gut möglich, dass jemand sich am anderen Ende der Leitung meldet. 

Der Fall Rupperswil

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Denn Nummern gibt es nicht im Überfluss und so werden sie nach ein gewisser Frist wieder an neue Kunden vergeben. Die Swisscom, bei der N. Kunde war, gibt Nummern frühestens nach 120 Tagen wieder frei. Salt wartet mindestens 6 Monate, Sunrise ein Jahr.

Niemand muss die Nummer erben

Swisscom-Mediensprecher Sepp Huber schreibt Watson: «Es gibt einzelne Nummern, die wir für Neuvergaben sperren. Der von Ihnen erwähnte Fall ist ein solcher.»

Weitere Angaben zum Fall Thomas N. will die Swisscom nicht machen. Weder wie lange, noch warum die Nummer derzeit blockiert ist. Der naheliegende Grund: Swisscom will ihren Kunden nicht zumuten, die Nummer eines mutmasslichen Vierfachmörders zu erben und sie somit der Gefahr von ungemütlichen Anrufen aussetzen. 

Umfrage

Würdest du dich mit der früheren Handynummer von Thomas N. unwohl fühlen?

  • Abstimmen

1,062

  • Mir ist egal, wer vor mir die Nummer hatte.24%
  • Ich möchte nicht die frühere Handynummer eines mutmasslichen Mörders.76%

In der Regel werden Telekomanbieter in Fällen wie bei Thomas N. nicht von den Behörden informiert. Auch hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) keine Möglichkeiten, die Zuteilung einzelner Festnetz- oder Mobilnummer zu beeinflussen. 

Im Fall von Thomas N. ist also davon auszugehen, dass die Swisscom entweder im Verlauf der Handy-Massenauswertung von der Nummer erfahren oder selber die richtigen Schlüsse gezogen hat – abgeleitet aus dem Namen und dem Wohnort.

Handynummern von Prominenten

Neben der Swisscom bestätigt auch Salt, dass in einzelnen Fällen Nummern nach der Rückgabe blockiert werden und nicht wie üblich nach Ablauf der Frist an neue Kunden weitergereicht werden. Um was für Nummern es sich dabei handelt, darüber schweigen die Anbieter.

Aus Swisscom-Kreisen ist aber zu vernehmen, dass nicht nur die Nummern von mutmasslichen Kriminellen wie Thomas N. gesperrt werden. Sondern dass auch die ehemaligen Nummern von Prominenten länger als üblich blockiert werden. Dabei handle es sich aber um Einzelfälle, sagt der Insider.

Somit wird die grosse Mehrheit der Nummer nach Ablauf der üblichen Frist neu vergeben. Zwar bereinigen die Telekomanbieter vor einem Wechsel die Telefonbücher, doch dass es zu Fehlanrufen kommt, kann nicht verhindert werden.

«In der Regel informiert der neue Inhaber den Anrufer und es hat sich erledigt», sagt Huber von der Swisscom. Ähnlich klingt es bei den beiden anderen grossen Schweizer Netzbetreibern, die alle drei betonen. Wenn sich ein Kunde durch die Bekannten des Vorbesitzers belästigt fühle, könne er seine Rufnummer problemlos wechseln.

Swisscom, Salt, Sunrise

Die Fristen zur Wiedervergabe von Rufnummern

Swisscom: 
- Abo: frühestens nach 120 Tage ab Kündigungsdatum
- Prepaid: frühestens nach 18 Monaten seit der letzten Nutzung

Salt:
Wiedervergabe frühestens nach 6 Monaten

Sunrise:
- Abo: 12 Monate nach der Kündigung
- Prepaid: Nach 18 Monaten ohne Nutzung

146 Tage Angst: Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil

Handy filmt eigenen Sturz aus Flugzeug

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 05.09.2017 15:01
    Highlight Highlight Falls mir die Swisscom die Handyrechnung für einen Monat lang schenkt, übernehme ich die Nummer von Thomas N. jederzeit, und zwar für immer.

    Mit den paar unerwünschten Anrufen werde ich auf meine eigene Art fertig: Bei Nummern, die ich nicht kenne, ignoriere ich die Anrufe sowieso.
  • PenPen 05.09.2017 12:54
    Highlight Highlight Krasse News!
    Bin noch immer geschockt.
  • Thinktank 05.09.2017 12:01
    Highlight Highlight Sollte man nicht gleich Rupperswil umbenennen?
  • Booker 05.09.2017 11:48
    Highlight Highlight Und was für Kranke rufen da denn überhaupt noch an ? Er ist ja vorerst mal für einige Zeit aus dem Verkehr gezogen. Zum Glück gab es zu Hitlers Zeiten kein Internet, sonst würden irgendwelche Fehlgeleiteten heute noch in den Führerbunker anrufen.
    • äti 05.09.2017 14:21
      Highlight Highlight Call-Centers
  • Caturix 05.09.2017 10:54
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht warum ? die kennt ja keiner auser die die Ihn kannten, also kann man sie nach 2 Jahren oder so wieder weiter geben.
    • Bits_and_More 05.09.2017 11:19
      Highlight Highlight Die Adresse war online und wird in bestimmten Foren erwähnt. Diese Infos kriegst du so schnell nicht mehr aus dem Netz.
      Die Swisscom möchte wohl einfach vermeiden, dass es zu unschönen Situationen kommt, wenn sie die Nr. weitergeben würde.

      Schlussendlich soll das die Swisscom entscheiden, welche Ihrer Nummern vergibt und welche nicht.
    • Miikee 05.09.2017 12:05
      Highlight Highlight Wer lesen kann ist... Es steht im Text. Die Nummer steht in einem Forum ...in diesem Internez von dem alle immer sprechen.
    • Syptom 05.09.2017 12:25
      Highlight Highlight Im Artikel wird erwähnt, dass die Nummer im Umlauf war und auch weiterhin im Internet zu finden ist. Wir Menschen sind halt neugierig, dann gibt es auch immer solche die eben solche Nummern suchen und dann anrufen wollen. Der Fall wird auch die nächsten Jahre immer mal wieder erwähnt werden und es wird immer jemanden geben der dann vielleicht die Nummer hat und einen Juxanruf macht. Eventuell kann man sie nach 10 Jahren freigeben, aber alles andere wäre in diesem Fall zu Früh, meiner Meinung nach.
  • Guetzli 05.09.2017 10:48
    Highlight Highlight Ich kenne diese Nummer nicht! Ergo, kann es mir egal sein!
    • Lester McAllister 05.09.2017 14:08
      Highlight Highlight Krass, vieleicht ist es die Nummer von meiner Nachbarin, die kenn ich auch nicht. Wäre doch logisch, oder?
  • WalterWhiteDies 05.09.2017 09:27
    Highlight Highlight Warscheinlich würde ich selber und auch keinw andere Person überhaupt bemerken, dass es diese Nummer ist ^^
    • The oder ich 05.09.2017 11:12
      Highlight Highlight Wenn Dich immer wieder Schurnis anrufen und fragen, ob Du immer noch in Pöschwies sitzt, vielleicht doch.
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