Schweiz
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«Es gab keine andere Handlungsmöglichkeit»: Tessiner Polizei verteidigt tödlichen Schuss



In der Tessiner Grenzgemeinde Brissago hat ein Polizist während eines Einsatzes in der Nacht einen Asylsuchenden erschossen. Der 38-jährige Mann aus Sri Lanka war mit zwei Messern bewaffnet. Die Tessiner Behörden verteidigen das Vorgehen des Polizisten.

«Es gab für den Polizisten keine andere Handlungsmöglichkeit in dieser Situation», betonte Matteo Cocchi, Kommandant der Tessiner Kantonspolizei, am Samstagnachmittag vor den Medien in Noranco TI. Es sei ein Moment grosser Gefahr gewesen. Rückendeckung erhielt der Polizist auch vom zuständigen Regierungsrat Norman Gobbi, der mit Cocchi vor die Medien trat.

Matteo Cocchi, Kommandant der Tessiner Kantonspolizei, beantwortet die Fragen der Journalisten, am Samstag, 7. Oktober 2017, in Lugano. In der Tessiner Grenzgemeinde Brissago hat ein Polizist waehrend eines Einsatzes in der Nacht einen Asylsuchenden erschossen. Der 38-jaehrige Mann aus Sri Lanka war mit zwei Messern bewaffnet. Dem Einsatz war ein Streit vorausgegangen. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Matteo Cocchi, Kommandant der Tessiner Kantonspolizei, beantwortet Fragen der Journalisten nach den tödlichen Schüssen auf einen Asylsuchenden in Brissago. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

So lief der Einsatz gemäss Polizei ab:

Untersuchungsbeamte der Tessiner Polizei betreten am Samstag, 7. Oktober 2017, die Asylunterkunft in Brissago, wo ein Polizist waehrend eines Einsatzes in der Nacht einen Asylsuchenden erschossen hat. Der Mann war mit zwei Messern bewaffnet. Dem Einsatz war ein Streit vorausgegangen. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Untersuchungsbeamte der Tessiner Polizei betreten die Asylunterkunft in Brissago. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Das Motiv für das aggressive Verhalten des 38-jährigen Sri Lankers ist laut Polizeikommandant Cocchi weiterhin unklar. In der Schweiz kommt es nur selten zu Schussabgaben durch die Polizei.

In dem privaten Gebäude sind gemäss seinen Angaben rund ein Dutzend Asylsuchende aus Sri Lanka seit mehreren Jahren untergebracht. Es steht direkt neben dem Rathaus von Brissago.

Polizist befragt

Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet und klärt namentlich ab, ob der Polizist zur Verantwortung gezogen wird. Auch die kriminaltechnischen Ermittlungen sind am Samstag aufgenommen worden. Um Neutralität zu garantieren, sind Spezialisten aus dem Kanton Zürich damit beauftragt worden.

Der Polizist, der geschossen hatte, sowie weitere beteiligte Personen sind mündlich befragt worden. Aufgrund der Erkenntnisse hätten sich keine Massnahmen gegen die Befragten aufgedrängt, schreibt die Polizei. (meg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Follower 08.10.2017 11:34
    Highlight Highlight Die Polizei muss die Möglichkeit haben einzuschreiten und weiteren Schaden zu vermeiden, wenn mit tödlichen Waffen herumgefuchtelt wird.
  • Telomerase 08.10.2017 00:29
    Highlight Highlight Haben Personen aus Sri Lanka immer noch Anrecht auf Asyl? Der Krieg ist doch schon seit Jahren vorbei?
    • Sapere Aude 08.10.2017 14:24
      Highlight Highlight Das Recht auf Asyl ist nicht alleine vom Krieg abhängig. Gemäss Genfer Flüchtlingskonvention sind im Sinne der Konvention solche, die verfolgt werden wegen:

      Rasse
      Religion
      Nationalität
      Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe
      politischer Überzeugung

      https://de.wikipedia.org/wiki/Abkommen_%C3%BCber_die_Rechtsstellung_der_Fl%C3%BCchtlinge

      Es handelte sich aber um einen Asylsuchenden, ich gehe deshalb davon aus, dass sein Status in Überprüfung war. Ansonsten würde von einem anerkannten Flüchtling gesprochen werden.
  • sambeat 07.10.2017 22:49
    Highlight Highlight Eigentlich kann man kurz zusammengefasst sagen: Der Polizist hat gehandelt, und zwar richtig! Analysen finden immer statt und behandeln die Theorie, aber unsere Polizeileute müssen in solchen Situationen schnell entscheiden!
    • Chili5000 08.10.2017 10:08
      Highlight Highlight Jemaden das Leben zu nehmen ist wohl kaum richtig. Aber ich hoffe das die Untersuchung mehr Aufschluss bringen wird.
    • 4kant 08.10.2017 23:44
      Highlight Highlight @Chili5000
      Es ist richtig einem Menschen das Leben zu nehmen, wenn dieser Menschen andere Menschenleben unmittelbar auszulöschen droht, und nicht anders an seiner Untat gehindert werden kann.
      Das gebietet der Schutz des Lebens.
      Keine Notwehr zu leisten, ist absolut unethisch.
  • Namenloses Elend 07.10.2017 22:40
    Highlight Highlight Nun anhand der Infos die zur Zeit vorliegen, erscheint die Schussabgabe meiner Meinung nach gerechtfertigt. Aber die genauen Details werden von der Staatsanwaltschaft untersucht und die wird dies entsprechend ahnden, oder eben nicht. Ich vertraue da auf unser Rechtssystem, bzw. das Urteilsvermögen unserer Polizei. Auch wenn ich nun wirklich nicht immer auf deren Seite stehe was gewisse Aktionen angeht.
  • auf den Punkt gebracht 07.10.2017 20:12
    Highlight Highlight Beruflich bedingt verfolge ich seit vielen Jahren solche Geschehnisse. Es ist immer das gleiche, grosses gejaule bei den Gutmenschen, wenn eine Amtsperson oder auch andere Leute sich verteidigen.

    Die Gutmenschen sind genau die Jammerlappen, welche wenn sie selber betroffen sind, sofort nach der Kavallerie schreien.

    Brutal für den Polizisten, welcher jetzt erfahren muss, dass er von seinen Vorgesetzten keine Rückendeckung bekommen wird.

    Nur noch jämmerlich, was sich viele Leute in den Kommentaren erlauben!

    Das ist unsere ach so tolle Wellness- und Spassgesellschaft!
    • bossac 07.10.2017 21:30
      Highlight Highlight Laut Artikel erhält der Polizist von seinem Kommandanten, wie auch vom zuständigen Regierungsrat Rückendeckung. Sehe deshalb gerade nicht weshalb sie sich echauffieren. Auch das der Fall jetzt von der Staatsanwaltschaft untersucht wird, zeigt mir nur, dass wir in enem funktionierenden Rechtsstaat leben.
    • Gigle 07.10.2017 21:39
      Highlight Highlight Von welchen Kommentaren sprechen sie?
    • Eine_win_ig 07.10.2017 22:38
      Highlight Highlight Ich stimme BossAC zu. Auch ich bin berufmoch bedingt an solchen Fällen interessiert. Aber ich ginde es korrekt, gibt es bei Schussabgaben eine Untersuchung! Der Faktenlage nach wird der Polizist korrekt gehandelt haben und auch von rechtsstaatlicher Seite ein "korrekt gehandelt" erhalten.

      Ich kann nur hoffen, dass diese Zustimmung dem Polizisten bei der Bewältigung der Tatsache helfen wird, dass er einer Person ihr Leben nehmen musste.
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