Schweiz

Untersuchungsbeamte der Tessiner Polizei betreten die Asylunterkunft in Brissago, wo ein Polizist während eines Einsatzes in der Nacht einen Asylsuchenden erschossen hat.  Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Polizist erschiesst 38-jährigen Asylsuchenden aus Sri Lanka: «Schüsse nur im Notfall»

In der Nacht auf heute erschoss ein Tessiner Polizist einen Asylsuchenden, weil dieser mit zwei Messern bewaffnet war und andere Personen gefährdete. Ein seltener Fall, denn Schusswaffen kommen in der Schweiz so gut wie nie zum Einsatz. 

07.10.17, 15:56 07.10.17, 16:19

In der Tessiner Grenzgemeinde Brissago hat ein Polizist während eines Einsatzes vergangene Nacht einen Asylsuchenden erschossen. Der Mann war mit zwei Messern bewaffnet. Dem Einsatz war ein Streit vorausgegangen. 

Wie die Polizei am Samstagnachmittag mitteilte, handelt es sich bei dem Schussopfer um einen 38-Jährigen Mann aus Sri Lanka. Weitere Informationen wurden nicht veröffentlicht.

Dass ein Polizist einen Menschen erschiesst, kommt in der Schweiz selten vor. 2016 wurden laut der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) insgesamt 15 Waffeneinsätze registriert. Wie die Waffeneinsätze endeten, wird in der Mitteilung nicht erläutert.

Polizisten werden in den Bereichen Deeskalation, Kommunikation und Selbstverteidigung so geschult, dass die Waffe erst im äussersten Notfall zum Zug kommt. Denn die Polizisten verfügen, so die KKPKS, «über zahlreiche mildere Einsatzmittel», beispielsweise Elektroimpulspistolen (Taser). 

Der Schusswaffengebrauch von Ordnungshütern ist zudem in den kantonalen Polizeigesetzen verankert. Im Falle des Tessins in Artikel vier. Dort heisst es, dass Waffen erst im äussersten Notfall eingesetzt werden können, so zum Beispiel wenn der Polizist oder andere Personen an Leib und Leben gefährdet sind. Oder aber um Geiseln zu befreien. 

Laut Stefano Ganettoni, von der Tessiner Kantonspolizei, sei es beim nächtlichen Einsatz «um Menschenleben gegangen». Der Schütze wird folglich auf Artikel vier des Polizeigesetzes Bezug nehmen. Ob es sich tatsächlich um einen äussersten Notfall gehandelt hat, wird sich zeigen.

Der Polizist, der den tödlichen Schuss abgegeben hat, und die anwesenden Zeugen wurden inzwischen befragt. Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. (ohe)

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  • Staatsgebeutelter 07.10.2017 20:59
    Highlight Schusswaffen so gut wie nie zum Einsatz, so ein Scherz, ich könnte diverse Fälle aufzeigen wo Menschen durch Polizistenwaffen schwer geschädigt worden sind oder gestorben sind.
    2 60 Melden
    • Jaing 07.10.2017 23:32
      Highlight Dann tun Sie das doch.
      35 2 Melden
    • SemperFi 08.10.2017 12:30
      Highlight Wir warten noch immer geduldig...
      13 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.10.2017 18:06
    Highlight So gut wie nie? Ist nicht erst vor kurzem ebenfalls ein Flüchtling in Lausanne in einem Treppenhaus erschossen worden?

    Und in Schwyz war kürzlich auch was... finde es etwas fragwürdig wenn man das so stark relativiert.
    7 56 Melden
    • SemperFi 08.10.2017 12:30
      Highlight @Kommenta(to)r: Selektive Wahrnehmung nennt man das dann wohl...
      8 1 Melden
  • Chrigi-B 07.10.2017 17:41
    Highlight Wer mit einem Messer auf einen Polizisten losstürmt, der fragt ja nach der 9mm Intervention. Ob weiss, schwarz, gelb oder hellbraun, da wird zum Glück abgedrückt. 0 Mitleid, alles Gute an den Polizisten! In der Schweiz hat nur eine "Organisation" das Recht, Gewalt anzuwenden.
    98 12 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.10.2017 17:17
    Highlight Sorry aber warum kann man einen Menschen nicht nur kampfunfähig machen anstatt ihn zu beseitigen. Wäre es ein Schwyzer gewesen, hätte man sicher Pfefferspray eingesetzt. Wie können die Menschen den Rassismus und Menschenhass nicht sehen?
    12 147 Melden
    • Datsyuk 07.10.2017 17:45
      Highlight Du siehst das jetzt, weil du es sehen willst... Ich setze mich sogar gegen Rassismus und Menschenhass ein, aber der Vorfall hat damit nichts zu tun.
      87 5 Melden
    • häfi 07.10.2017 17:50
      Highlight Ganz übler und pathologischer Kommentar Ducky.
      Eigentlich ein Fall für die Justiz.

      let's call the doctor!
      57 11 Melden
    • Commander 07.10.2017 17:53
      Highlight Wer mit 2 Messern auf einen Polizisten losgeht weiss, dass er damit rechnen muss, dass der Polizist schiesst. Also nichts zu bemitleiden. Und was hätten Sie als Polizist getan? Sofort, im Reflex! Pfefferspray geht kaum, der wirkt erst nach ein paar Sekunden. Und auch nicht mit 100%iger Sicherheit.
      69 6 Melden
    • walsi 07.10.2017 17:56
      Highlight Das mit dem in die Hand oder Bein schiessen ist nur den Filmen einfach, in der Realität ist das viel schwerer. Pfefferspray ist auch keine Lösung. Wenn der Angreifer voller Adrenalin ist wirkt der kaum.
      64 6 Melden
    • meliert 07.10.2017 18:18
      Highlight da hätte ich als Schwyzer also Glück, ich würde also nicht erschossen, was ist mit den anderen Schweizern?
      35 4 Melden
    • Sauäschnörrli 07.10.2017 22:53
      Highlight Äääähm, Menschen fallen nicht sofort um wenn man sie anschiesst. Die Kampfunfähigkeit ist bei einem Schuss in die Gliedmassen also nicht sofort gegeben und wir wissen nicht wie weit der Angreifer vom Polizisten entfernt war, als dieser reagieren musste. Aber das ist wie im Fussball, derjenige der Bier holen war und es gar nicht gesehen hat, weiss es noch besser als der Schiedsrichter.
      27 1 Melden
    • dmark 08.10.2017 12:38
      Highlight Oft geht es um eine Entscheidung innert weniger Sekunden, ob die Schusswaffe zum Einsatz kommen soll/muss, um Schaden an anderen Personen abzuwenden.
      Sorry, aber mit einem bewaffneten Angreifer habe ich kein Mitleid.
      9 0 Melden
  • häfi 07.10.2017 16:36
    Highlight Wieso haben wir eigentlich immer noch "Asylsuchende" die aus Sry Lanka kommen?
    Auf welcher Route komme die überhaupt hierher?
    107 26 Melden
  • atomschlaf 07.10.2017 16:03
    Highlight Warum haben wir eigentlich immer noch Asylsuchende aus Sri Lanka, wenn doch der Bürgerkrieg schon längst vorbei ist?
    104 24 Melden

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