DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die SVP stellt 20 (!) Fragen zum UNO-Migrationspakt – dabei hätte eine einzige gereicht

Seine Fraktion macht mit einem Fragekatalog Stimmung gegen die UNO: SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi.Bild: KEYSTONE
Für die heutige Fragestunde im Nationalrat hat die SVP 20 Fragen zu einem einzigen Thema eingereicht: Der UNO-Migrationspakt und seine Umsetzung durch die Schweiz. Damit will sie den Bundesrat aus der Reserve locken.
24.09.2018, 14:0624.09.2018, 16:28

Im Juli verabschiedete die UNO-Generalversammlung in New York den «Global Compact on Safe, Regular und Orderly Migration», auf Deutsch: den UNO-Migrationspakt. 191 Mitgliedsstaaten der UNO stehen dahinter, bloss die USA und Ungarn sind ausgeschert. Im Dezember soll das Vertragswerk in Marrakesch in feierlichem Rahmen endgültig beschlossen werden. Der Pakt legt 23 allgemein gehaltene Grundsätze im Bereich Migration fest.

Keine Freude am Abkommen hat die SVP. Vorletzte Woche forderte sie den Bundesrat an einer Medienkonferenz dazu auf, den Pakt nicht zu unterschreiben. Sie setzte insbesondere Aussenminister Ignazio Cassis unter Druck: Die Partei drohte dem EDA mit Klagen und Budgetkürzungen.

Heute Nachmittag nutzt die SVP die Fragerunde im Nationalrat, um nochmals Stimmung gegen das verhasste Vertragswerk zu machen. Sie hat gleich 20 Fragen dazu eingereicht. Sie drehen sich um die mögliche Umsetzung einzelner Bestimmungen des Vertrags. 

Dazu würde eigentlich diese Frage von Parteipräsident Albert Rösti ausreichen

Bild: watson / keystone

Doch die SVP-Fraktion hat systematisch einen ganzen Fragekatalog eingereicht. So will sie möglichst viel Aufmerksamkeit für ihre Opposition gegen den – rechtlich übrigens nicht bindenden – UNO-Migrationspakt erhalten. 

Obwohl der Vertrag laut Beobachtern kaum konkrete Folgen haben dürfte, will die SVP darüber genaue Auskünfte haben. Sie will wissen, wie es aussieht bei ...

... der Ausschaffungshaft

Frage von Parteipräsident Albert Rösti

Bild: watson / keystone

... Gebührenüberweisungen

Frage von Parteipräsident Albert Rösti

Bild: watson / keystone

... speziellen Bankkonten

Frage von Nationalrat Yves Nidegger

Bild: watson / keystone

... Familiennachzug

Frage von Nationalrat Hans Egloff

Bild: keystone / watson

... Arbeitsvermittlung

Frage von Nationalrat Christian Imark

Bild: keystone / watson

... Arbeitsverträgen

Frage von Fraktionschef Thomas Aeschi

Bild: keystone / watson

... Sans-Papiers

Frage von Fraktionschef Thomas Aeschi

Bild: keystone / watson

... Straftaten gegen Migranten

Frage von Nationalrätin Barbara Steinemann

Bild: watson / keystone

... Sprachkursen für Migranten

Frage von Nationalrat Erich Hess

Bild: keystone / watson

... öffentlichen Kampagnen

Frage von Nationalrat Michaël Buffat

Bild: keystone / watson

... der Berichterstattung über Migranten

Frage von Nationalrat Andreas Glarner

Bild: keystone / watson

Für die Fragestunde ist bloss eine Stunde eingeplant. Natürlich stellen auch die anderen Parteien Fragen an den Bundesrat. Deshalb dürfte der Bundesrat kaum alle SVP-Fragen mündlich beantworten. So muss sich die Partei wohl bei zahlreichen Fragen mit einer schriftlichen Auskunft zufrieden geben.

Nationalratsdebatte über «fremde Richter»

Video: srf

25 Bilder zeigen unsere Classe politique beim Schaffen in Bern

1 / 27
25 Bilder zeigen unsere Classe politique beim Schaffen in Bern
quelle: keystone / lukas lehmann
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Covid-19 wurde mir zu gefährlich» – Wieso diese 2 Frauen ihren Job hinschmissen
Gut ausgebildet, motiviert, aber ausgebrannt: Eine Lehrerin und eine Spital-Managerin erzählen, warum sie ihre Jobs in der Pandemie aufgegeben haben.

Auf den ersten Blick haben die beiden Frauen nicht viel gemeinsam. Was sie verbindet: Wegen der Corona-Pandemie haben sie ihre Jobs gekündigt. Die Geschichte von zwei Einzelschicksalen.

Zur Story