Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die diesjährigen Äpfel hängen noch an den Bäumen, während die Lagerbestände stetig kleiner werden. Bild: KEYSTONE

Das sind die Gründe für die Schweizer Apfelkrise

Schweizer Detailhändlern gehen die inländischen Äpfel aus. Die Migros berichtet von den «tiefsten Lagerbeständen seit Jahrzehnten». 

10.07.18, 10:48 10.07.18, 11:30


Ein verärgerter User meldete sich per Mail bei watson. «In der Migros in Luzern sucht man vergeblich nach Schweizer Äpfel oder Birnen», berichtet er. Eine Anfrage bei der Migros zeigt: Der Detailhändler kämpft derzeit tatsächlich mit einem inländischen Kernobst-Engpass. 

«Ohne Importe hätten die Schweizer Äpfel über Monate aus den Verkaufsregalen verschwinden können.»

Roger Maeder, Bereichsleiter Produkte

«Durch die Frostnächte im Frühjahr 2017 war die Ernte des Schweizer Kernobsts klein und diverse Sorten gingen in der Schweiz bedeutend früher zu Ende als in vergangenen Jahren», heisst es von Patrick Stöpper, Mediensprecher des Migros-Genossenschafts-Bunds. Doch das ist laut Stöpper noch nicht alles. «Kombiniert mit den guten Abverkäufen im Herbst kam es zu den tiefsten Lagerbeständen im Kernobst seit Jahrzehnten.»

Laut Roger Maeder, Bereichsleiter Produkte von Swisscofel (Verband des Schweizerischen Fürchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels) fiel vergangenes Jahr praktisch die Hälfte der Apfel-Ernte aus. Wegen den Spätfolgen der Frostwelle im April 2017 wurde ein Sonderkontingent aus dem Ausland von 10'000 Tonnen Tafeläpfeln vom Bundesamt für Landwirtschaft bewilligt. «Dank des Imports konnte der Verkauf von Schweizer Äpfeln hinausgezögert werden. Ohne Importe hätten die Schweizer Äpfel über Monate aus den Verkaufsregalen verschwinden können», so Maeder. Derzeit befinden sich noch 1'380 Tonnen Schweizer Tafeläpfel in den Lagern. Monatlich gebraucht werden aber 6'000 Tonnen.

Äpfel aus Neuseeland

Bei Coop wird derzeit nur noch die inländische Apfelsorte Schweizer Golden verkauft. «Die restlichen Sorten kommen aus Europa und Übersee», informiert Mediensprecherin Andrea Bergmann. 

Für die diesjährige Ernte sieht es laut dem Bereichsleiter von Swisscofel besser aus.  bild: shutterstock

Und auch beim Detailhändler Migros muss man derzeit auf ausländisches Kernobst ausweichen. Grundsätzlich würden Schweizer Produkte priorisiert, im Falle der Äpfel und Birnen stammen die meisten jedoch aus Deutschland, Frankreich oder Italien, so Mediensprecher Stöpper. Seit Anfang Mai verkauft die Migros zudem Ernten aus Neuseeland, Südafrika oder Chile

Warten bis im September

Für die diesjährige Ernte sieht es laut dem Bereichsleiter von Swisscofel besser aus. «Die neue Ernte verspricht gut zu werden. Die ersten Schweizer Frühsorten werden bereits auf Mitte bis Ende Juli erwartet.» Reichen wird das aber noch nicht, so Roger Maeder. «Das Tafeläpfel-Sortiment wird mit Importen ergänzt werden müssen, bis im September immer mehr Schweizer Apfelsorten dazu kommen.» 

So schützten Schweizer Bauern ihre Kulturen vor dem Frost

Deshalb solltest du eine Kuh für 400 Franken leasen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Das sind die Tops und Flops der WM

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Unfall auf San-Bernardino-Route

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

26
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AlteSchachtel 10.07.2018 15:12
    Highlight "Ein verärgerter User meldete sich ...."

    unglaublich, wie weit die "Users" vom Leben und der Natur entfernt sind. Wer weiss, wann Obstbäume blühen und was Frost mit Blüten macht, sollte doch fähig sein, für 2017 eigene Schlüsse zu ziehen.....?

    Es war auch ein schlechtes Kartoffeljahr und vor 200 Jahren wäre bei solchen Wetterverhältnissen eine Hungersnot ausgebrochen.

    In rund einem Monat gibts Klaräpfel (dort wo der Hagel sie nicht zerstört hat....)
    41 0 Melden
  • Max Dick 10.07.2018 13:45
    Highlight Also im dem Migros in Bern haben sie nach wie vor Bio-Äpfel aus Deutschland oder Italien. Wie energieintensiv deren Lagerung ist - keine Ahnung.
    6 3 Melden
  • DanielaK 10.07.2018 13:24
    Highlight Das war ja schon letzten Frühling klar... Zumindest jedem der ungefähr weiss wie ein Apfelbaum funktioniert. Ich kaufe momentan keine Äpfel, hat genug Alternativen. Äpfel kann ich im Herbst/Winter dann wieder essen.
    32 0 Melden
  • f303 10.07.2018 13:08
    Highlight Die CH Getränkeproduzenten müssen auch teuer zukaufen. Das CH-Obst ist mit extremen Importzöllen geschützt. Das schlägt z.T. schmerzhaft aufs Budget.
    3 4 Melden
    • wel_hued_morn_scho_wieder_gester_isch 10.07.2018 16:03
      Highlight Das stimmt nur begrenzt. Extreme Importzölle gibt es nur wen unser Schweizer Obst reif ist, heisst die Grenzen sind offen für den Import bis ca. mitte August. Und werden nachher geschlossen das nicht Obst aus Nachbarländern in die Schweiz kommt wo viel billiger Produziert werden kann wie in det Schweiz.
      6 0 Melden
    • f303 10.07.2018 22:38
      Highlight Das mag für die Frucht gelten, für Fruchtverarbeitungen stimmt es hingegen nicht. Für verarbeite Äpfel (z.B. Säfte) gibt es keine Saisongrenze.
      1 0 Melden
  • ARoq 10.07.2018 13:01
    Highlight Das wurde ja schon länger angekündigt, auch bei Watson:
    https://www.watson.ch/!351559613
    3 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 10.07.2018 12:15
    Highlight Brauchen wir Äpfel im Juli? Die wurden 9 Monate energieintensiv gelagert.
    127 26 Melden
    • Ölstitzli 10.07.2018 14:47
      Highlight Wir brauchen auch Tomaten im Januar.
      13 4 Melden
    • Echo der Zeit 10.07.2018 16:01
      Highlight Dingo : Bevor du auf die Äpfel verzichtest - Bananen, Avocados usw...
      5 2 Melden
  • Alcedinidae 10.07.2018 11:27
    Highlight Vielleicht sollten wir halt ein paar Monate lang weniger/keine Äpfel essen. Mehr Gemüse oder andere Früchte essen. Äpfel aus Neuseeland und Chile kommen zu lassen scheint mir ein bisschen übertrieben. Solche Krisen wird es wahrscheinlich vermehrt geben. Eisig im Frühling, trocken im Sommer,...
    94 15 Melden
    • Butschina 10.07.2018 14:08
      Highlight Umwelttechnisch kann man ab April, Mai Äpfel aus Neuseeland essen. Der Klimaabdruck ist indentisch mit dem im Kühlhausgelagerten Schweizer Apfel.
      21 2 Melden
    • Roro Hobbyrocker 10.07.2018 15:10
      Highlight Es werden auch 50% weniger Äpfel im Sommer gegessen als im Herbst.
      7 1 Melden
    • ARoq 11.07.2018 10:24
      Highlight @Butschina:
      "Für den Import frisch geernteter Früchte der
      gleichen Apfelsorte aus Neuseeland wurde ca.
      27% mehr Energie aufgewendet als für gelagerte,
      heimische Äpfel"
      https://www.hortigate.de/bericht?nr=19042
      0 0 Melden
  • Z&Z 10.07.2018 11:27
    Highlight Apple-Gate? Nun, zumindest gehen die Schweizer Äpfel gut weg, das ist doch was. Und die Frostperiode im 2017 hat man kaum beeinflussen können, so ist die Natur halt. Aus meiner Sicht ist genau das der Sinn des weltweiten Handels. Und nicht etwas importieren, von dem wir eigentlich genug hätten, nur weils billiger ist.
    60 3 Melden
  • kobL 10.07.2018 11:09
    Highlight Auch ein Grund für den Engpass dürfte der Grossbrand am 16. März der Tobi Seeobst AG in Egnach TG sein. Es verbrannten anscheinend über 1000 Tonnen Obst.
    18 8 Melden
    • purpletrain 10.07.2018 13:36
      Highlight Bei einem Verbrauch von 6000t pro Monat reichen 1000t nicht weit😉
      9 0 Melden
  • Echo der Zeit 10.07.2018 11:04
    Highlight Unsere Äpfel sind seit Anfangs März weg, normalerweise reicht es bis Anfangs August - Der Späte Frost hatte Krasse Auswirkungen. Wen diese Anti Pestizid Abstimmung angenommen wird, könnt ihr euch an Ausländische Äpfel gewönnen.
    35 57 Melden
    • Nosgar 10.07.2018 12:55
      Highlight Was soll denn das Blitzen? Das ist nun mal so, nur hat sich wohl noch niemand mit den Auswirkungen beschäftigt.
      14 6 Melden
    • Aerohead 10.07.2018 12:58
      Highlight Oder einfach mal essen & kaufen, was die Natur hergibt. Wir sind schon unverschämt verwöhnt, oder?...
      10 6 Melden
    • Thomas Bollinger (1) 10.07.2018 13:13
      Highlight Wir haben uns an die Drohungen und das Gejammere der Landwirtschaft „gewönnt“, da macht ausländisches Obst auch keinen Unterschied mehr.
      5 8 Melden
    • Echo der Zeit 10.07.2018 15:57
      Highlight @Bollinger - Bist du Obstbauer ? Ansonst darfst du gerne einsteigen - Obstbauer möchte keiner mehr werden - auch die Jungen Bio Enthusiasten nicht, die gehen Gerne Kühe streicheln und lassen sich dank Subventionen Gut gehen, beim Obst sagen sie dann Nein Danke - ist halt ein bisschen anspruchsvoller.
      7 3 Melden
    • B1O 10.07.2018 16:20
      Highlight Zum glück haben wir ja so wahnsinnig intelligente Leute wie dich, die sich um den hochkomplexen obstanbau kümmern können. Danke!
      3 4 Melden
    • Phrosch 10.07.2018 18:59
      Highlight @Aerohead: und wenn die Natur ohne nachhelfen nicht genug hergibt? Dann verzichtest du zugunsten von anderen ganz aufs essen?
      3 0 Melden
  • lagaffe 10.07.2018 11:02
    Highlight Die «tiefsten Lagerbestände seit Jahrzehnten». Wieviele Jahrzehnte meinen die denn..?
    14 5 Melden
    • Roro Hobbyrocker 10.07.2018 14:55
      Highlight Der letzte grössere Frost wie es ihn im 2017 gegeben hat, war in den 1960-Jahren. Also Seit man die Äpfel das ganze Jahr Lagern kann gab es nicht mehr so wenig Äpfel.
      12 0 Melden

Warum der jüngste Cannabis-Entscheid des Bundesrates wegweisend ist

Der Bundesrat gab am Mittwoch bekannt, dass der Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtert werden soll. Dieser Entscheid wird die Cannabis-Politik der Schweiz nachhaltig beeinflussen.

Der Bundesrat will für viele unheilbar kranke Schweizer eine weitere Option schaffen. Neben den herkömmlichen Schmerzmitteln soll nun auch der Zugang zu Medizinalcannabis erleichtert werden. Damit sollen zum Beispiel die Symptome der Krankheit Multiple Sklerose gelindert werden können.

Ausserdem will der Bundesrat dem Betäubungsmittelgesetz einen Experimentierartikel beifügen. Dieser soll es den Schweizer Städten erlauben, in kontrollierten Versuchen festzustellen, welche Auswirkungen die …

Artikel lesen