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Das Hakenkreuz ist weg – dafür hat die SBB jetzt einen Shitstorm am Hals

24.02.2016, 20:5425.02.2016, 13:46

Das Plakat im Zürcher Hauptbahnhof mit dem Hakenkreuz-Symbol habe «Gefühle aufs Tiefste verletzt», verkündeten die SBB am Mittwoch. Darum habe sie das Sujet gegen die Durchsetzungs-Initiative der SVP entfernt.

Durchsetzungs-Initiative: Hast Du schon abgestimmt?

In den sozialen Medien sorgt der Rückzieher der SBB nun für grossen Unmut. Wie auf der Facebook-Seite des Unternehmens zu lesen ist, stören sich viele User an der «Doppelmoral»: Politische Werbung der SVP sei in Ordnung, auch wenn diese ebenfalls Gefühle verletzt – sobald jedoch die politischen Gegner austeilen, kusche die SBB, so der Vorwurf. 

Die SBB argumentiert, das Hakenkreuz habe die Grenzen eines Bundesgerichtsentscheides überschritten, und lässt auf Facebook dieses Statement verbreiten: 

«Wir möchten uns auf keinen Fall auf politische Diskussionen, insbesondere auf persönlicher Ebene, einlassen. Dafür gibt es andere Plattformen und als Verkehrsbetrieb gehört das auch nicht zu unseren Aufgaben. Mit dem Hakenkreuzsymbol an dieser Stelle gehen wir davon aus, dass die Grenzen dieses Bundesgerichtsentscheides überschritten worden sind und wir dies somit entfernt haben. Es handelt sich um einen krassen Einzelfall, der aus unserer Sicht die Grenzen des entsprechenden Bundesgerichtsentscheids überschreitet.»

Mit der Antwort der SBB geben sich jedoch zahlreiche Facebook-User nicht zufrieden. Schwarze Schafe, die von weissen aus der Schweiz gekickt werden, seien genauso verletzend, wie ein Hakenkreuz. Zudem sei das Nazi-Symbol in der Schweiz nicht verboten, weshalb die SBB nicht in vorauseilendem Gehorsam handeln soll.

Der Entscheid der SBB wird nur halbherzig unterstützt und von deutlich weniger Usern:

Politische Werbung braucht Aufmerksamkeit, um eine öffentliche Debatte anzustossen. In diesem Sinne trifft der folgende Facebook-Post den Nagel auf den Kopf.

(jas)

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107 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lowend
24.02.2016 22:26registriert Februar 2014
Was mir auffällt, ist auch der Umstand, dass die vielen empörte Menschen, die sich über diese Werbung aufgeregt haben, im Grunde von der SBB eine Härtefallklausel gegen die in ihren Augen provokative Werbung gefordert haben, also genau dass für sich beansprucht haben, was sie den vielen von der Ausschaffungsinitiative betroffenen Menschen nicht zugestehen wollen! Wenn dass nicht heuchlerisch und total verlogen ist!
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seventhinkingsteps
24.02.2016 22:13registriert April 2015
Ist das nicht genau der Auswuchs von Political Correctness, den die SVP allgemein anprangert? Einschränkung der freien Meinungsäusserung weil religiöse Gefühle verletzt wurden?

Zur Erinnerung: 2006 will Blocher will die Rassismusstrafnorm revidieren, weil das Leugnen des Völkermords unter freie Meinungsäusserung geht: http://www.nzz.ch/newzzESVUOJ3G-12-1.65764
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äti
24.02.2016 22:43registriert Februar 2016
Keine Wahlplakate in Bahnhöfen, nie!
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