Schweiz
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Davide Asietti, Chef des Blu Restaurant & Lounge, rechts, und Fritz Mueller, Chef des Grottos Broggini, links, in der Kueche des Restaurants Grotto Broggini in Losone, am Mittwoch, 29. April 2020. Das Grotto Broggini und das Blu Restaurant & Lounge haben ihre Kraefte vereint, um inmitten der Coronakrise im Grotto Broggini Take-Away-Dienste anzubieten. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Bald werden wieder Gäste bekocht, ob mit Maske oder ohne. Bild: KEYSTONE/Ti-Press

Beizer zwischen Hoffen und Bangen: Das sind die drei Stolpersteine beim Restart

Die Gastrobetriebe in der Schweiz dürfen am 11. Mai wieder öffnen. Das freut viele, doch es gibt auch kritische Stimmen. Und offene Fragen: Kommen die Gäste? Und was ist mit den Mieten?



Für viele Gastwirte war am Mittwoch Weihnachten im April. Der Bundesrat hat entschieden, dass sie nicht erst im Juni, sondern schon am 11. Mai öffnen dürfen. Der Beschluss gilt für alle, ob Bar oder Gartenbeiz, Selbstbedienung oder Gourmet-Tempel. Von einem «mutigen Entscheid» spricht Stephan von Matt. Er betreibt mit seinem Bruder vier amerikanisch inspirierte Restaurants in Zürich.

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«Wir werden sicher öffnen», sagt von Matt im Gespräch. Den Lieferservice, den er während der Corona-bedingten Zwangsschliessung aufgezogen hat, will er trotzdem beibehalten, nicht zuletzt aus finanziellen Erwägungen: «Die Hälfte der Plätze bedeutet, dass man nur die Hälfte des Umsatzes hat.» Damit verweist er auf die vom Bund verfügten Einschränkungen im Betrieb.

Der Bundesrat am Mittwoch

Video: watson

Die Gäste müssen sitzen, und zwischen den Tischen muss ein Abstand von zwei Metern oder eine Trennwand bestehen. Das reduziert die Kapazität merklich. Hinzu kommt ein Schutzkonzept, das der Verband Gastrosuisse gemeinsam mit dem Bund erarbeitet und bis Anfang nächster Woche vorlegen will. Es könnte eventuell eine Maskenpflicht für das Servicepersonal enthalten.

Einen Aspekt beurteilt Stephan von Matt besonders positiv: Für Angestellte, die vorläufig nicht eingesetzt werden können, soll es weiterhin Kurzarbeit geben. «So können wir schrittweise öffnen und gleichzeitig unsere Leute behalten», sagt der Gastronom. Dennoch wird der Neustart für viele Betriebe zu einer Herausforderung. Drei Stolpersteine lauern auf dem Weg zurück zur Normalität:

Grösse

Die überraschend schnelle Öffnung sorgt in der Branche nicht nur für Begeisterung. In den Medien sind auch kritische Stimmen zu vernehmen. Es sind vor allem kleinere Lokalitäten, für die die Einschränkungen ein grosses Problem darstellen. «Je kleiner, desto schwieriger», sagt Stephan von Matt. Wie soll etwa eine Bar unter solchen Umständen vernünftige Einnahmen erzielen?

Die Gastronomie ist ein hartes Business. Viele Betriebe arbeiten selbst in guten Zeiten ständig am Limit. Eine Umfrage des Gastgewerbeverbands Zürich-City ergab kürzlich, dass 50 Prozent keine rasche Öffnung wollen und 39 Prozent nur unter der Bedingung, dass es keine grossen Einschränkungen gibt. Darunter dürften viele Gaststätten sein, für die jeder Rappen zählt.

Kundschaft

Frau Gerolds Garten in Zurich combines an open-air market garden, art and design market and a restaurant right in the city, pictured on April 26, 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Frau Gerolds Garten in Zuerich vereint Gaertnerei, Einkaufsmarkt und Restaurant unter freiem Himmel, aufgenommen am 26. April 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Lokale mit eher junger Kundschaft wie Frau Gerolds Garten in Zürich dürften sich schneller wieder füllen. Bild: KEYSTONE

Die grosse Frage lautet: Wollen die Leute wieder auswärts essen? Die Verunsicherung durch das Coronavirus und die Angst vor einer Ansteckung dürfte viele davon abhalten. Ein Indiz ist die Öffnung der kleinen Läden in Österreich vor zwei Wochen. Der Grossandrang ist ausgeblieben. Auch im Lockdown-freien «Sonderfall» Schweden sind die Umsätze zurückgegangen.

Für Gastrounternehmer von Matt handelt es sich um eine Generationenfrage. Junge Leute seien seine Hauptkundschaft, und die werde zurückkommen. «Aber wir erwarten nicht, dass es gleich wieder so sein wird wie zuvor.» Probleme bekommen könnten besonders jene Betriebe, die ein gemischtes oder älteres Publikum haben. Es dürfte sich nur vorsichtig wieder in die Beiz wagen.

Mieten

Ein geschlossenens Restaurant in Laufenburg, am Sonntag, 22. Maerz 2020. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Trotz Schliessung muss ein grosser Teil der Gastronomen die volle Miete bezahlen. Bild: KEYSTONE

Neben den Löhnen sind die Mieten der gewichtigste Kostenfaktor in der Gastronomie. Gerade in diesem Bereich sieht es für viele düster aus. Trotz einer am Ende fast zweimonatigen Schliessung stiess die grosse Mehrheit der Betriebe mit Gesuchen um eine Reduktion oder einen Erlass bei ihren Vermietern auf taube Ohren.

Die Immobilienbranche ist mit Ausnahmen höchstens zu Stundungen bereit. An der Höhe der Miete halten die Vermieter trotz fehlenden Einnahmen fest. Nun könnte die Politik aktiv werden. Die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats verlangt, dass vom Bundesrat geschlossene Betriebe nur 30 Prozent der Miete zahlen sollen. Das ständerätliche Pendant geht weniger weit.

Entscheiden wird das Parlament in der Sondersession von nächster Woche. Die Gefahr besteht, dass es zu keiner Einigung kommt. Stephan von Matt hofft, dass etwas passiert: «Das fairste Modell wäre eine umsatzbasierte Miete.» Sie solle zumindest für die aktuelle Situation gelten, in die das Gastgewerbe unverschuldet geraten und in der der Umsatz nicht mehr vorhersehbar sei.

Die befürchtete Konkurswelle könnte mit dem bundesrätlichen Entscheid vorerst abgewendet werden. Für viele Betriebe wird es über kurz oder lang trotzdem eng werden, vor allem wenn alle drei kritischen Punkte auf sie anwendbar sind. Betroffen sind in erster Linie die «Einzelkämpfer» in der Branche. Sie werden sich teilweise die Frage stellen, ob sie überhaupt noch öffnen sollen.

«Wenn es sehr lange so weitergeht, kommt es zu strukturellen Änderungen», sagt von Matt. Derzeit sieht es nicht so aus, als ob der «Normalzustand» vor der Krise bald zurückkehren wird. Statt zu einer Welle könnte es zu einer schleichenden Zunahme der Pleiten kommen, was Stephan von Matt bedauern würden: «Es wäre schade für die Städte, wenn kleine Betriebe verschwinden.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Blitzesammler 02.05.2020 10:03
    Highlight Highlight ja, das alles ist für viele schlimm!! ABER... Bereits mein Vater (Hotelier) war der Meinung und wir machten es auch so, dass jeder Geschäftsmann, welcher Verantwortung für seine Firma UND für seine Angestellten übernehmen WILL, Geldreserven für mindestens 3 ganze Monate haben MUSS um in einer Krise Miete, Versicherunen, Löhne und das eigene Leben bezahlen zu können. Für die Tatsache, dass die Hotels die letzten Jahre immer am jammern waren wie wehnig sie einnehmen, erstaunen mich die jetzigen ,,Verluste,, schon etwas. Da stimmt doch was nicht!!??
  • peeti 01.05.2020 13:48
    Highlight Highlight Tja, mit der vorschnellen Öffnung schwindet natürlich die Möglichkeit auf eine mehr als angebrachte Mietreduktion.
    Bin gespannt, wie zufrieden die Wirte mit ihren Verbandsfunktionären in den nächsten Wochen sind.
  • paule 01.05.2020 12:59
    Highlight Highlight Die hohen Mieten im Gastrobereich werden meist mit der Anzahl Plätze berechnet, das würde für mich bedeuten, dass die Reduktion der Plätze auch eine Zinsreduktion mit sich ziehen würde, denn all zu viele Gäste werden sich nicht hinsetzen, da viele den "Gack in den Hosen" haben.
    Es wurde zu viel auf Angst gemacht, sowohl von den Fachleuten wie von der Presse die es dann noch "nett" hochschaukeln kann.
  • Shlomo 01.05.2020 09:58
    Highlight Highlight So eng wie von Matts Restaurants bestuhlt sind kann er wohl eher nur jeden dritten Tisch besetzen 🤣
  • Filz 01.05.2020 01:23
    Highlight Highlight Die Wirte sind nicht zu beneiden. Aber das sind ja alles Wirtschafts-Experten. Die Vermieter zählen auf sie.
  • blueberry muffin 30.04.2020 18:50
    Highlight Highlight Geht der SVP und FDP wohl vorallem um die "Staatsschulden". Kurzsichtig und dumm, wie man es sich von den Deregulierungsidioten gewohnt ist.

    Logisches Denken wie das eine schrumpfende Mittelschicht schlecht für die Realwirtschaft ist, wird ignoriert oder mit Bankergeld besämpftigt.
  • imposselbee 30.04.2020 18:49
    Highlight Highlight Dieser Bereich hat sich bereits komplett verändert - Massenabfertigung wird nicht mehr funktionieren. Alle Betriebe, die auf das Mittagessen angewiesen waren, haben nun einen sehr schweren Stand, denn „neue“ Konzepte wie Take-Away und Delivery reichen vollends, weil die meisten auch in Zukunft überwiegend im Home Office arbeiten werden - sind die Kinder bald aus dem Haus, arbeitet es sich noch produktiver - viele werden zu „Ressourcen“ die überall arbeiten können, auch am Meer - ich habe schon mein „Traumoffice“ im Ausland und mache das nicht das erste mal - bisher allerdings nicht offiziell.
    • bebby 01.05.2020 07:42
      Highlight Highlight Die Hoffnung auf mehr home office bleibt wohl eine Illusion.
  • mrmikech 30.04.2020 18:21
    Highlight Highlight "Lokale mit eher junger Kundschaft wie Frau Gerolds Garten in Zürich dürften sich schneller wieder füllen."

    Klar, das sieht man jetzt draussen auch, jüngere haben keine angst für das Virus. Das heisst aber auch das grad diese Gruppe eine Vektor wird, weil keine Symptomen, dafür aber ansteckend.
    • CogitoErgoSum 01.05.2020 06:05
      Highlight Highlight Vergleich Spanische Grippe?
      Vor allem 20-40-jährige, die nach der ersten Welle Party machten.
    • bebby 01.05.2020 07:47
      Highlight Highlight Wer keine Symptome hat wie Husten, ist auch weniger ansteckend.
  • Y.M.S.C. 30.04.2020 18:20
    Highlight Highlight Herr Platzer profitiert natürlich als Hotelier von dieser Öffnung... Hauptsache druck gemacht wie blöd, aber noch nicht einmal ein fertiges Schutzkonzept!

    Einige Wirte werden sie lieben!
  • Satan Claws 30.04.2020 18:15
    Highlight Highlight «Die Hälfte der Plätze bedeutet, dass man nur die Hälfte des Umsatzes hat.»

    Es sollte wie folgt heissen:

    Halb soviele Gäste bedeutet, dass man nur die Hälfte des Umsatzes hat.
    • bebby 01.05.2020 07:48
      Highlight Highlight Und sehr wahrscheinlich einen Verlust.
  • Y.M.S.C. 30.04.2020 18:03
    Highlight Highlight Ich selbständiger Wirt mit total 13 Angestellten. Durch die Schliessung und der behördlichen Finanzhilfe musste ich keine Person kündigen, ich habe zwar nichts verdient aber das war jetzt auch nicht wichtig... Nun wälzt man das Risiko auf uns, das wäre ja auch okey gewesen, aber mit diesen Einschränkungen praktisch unmöglich.. Vogel flieg, aber ohne Flügel ???

    Warum bitte konnten wir nicht noch ein paar Wochen warten und dann richtig mit Lust und Laune der Gäste wiedereröffnen? Warum so hastig? Nichts verdienen, aber den Virus wieder verbreiten... super Idee!

    Jetzt ist es das Todesurteil!
    • dan2016 30.04.2020 20:19
      Highlight Highlight Sehe ich leider auch so. Vielleicht einfach Leute auf die Verbandssessel setzen, welche Probleme verstehen können und nicht irgendwelche Kamikazeselbatdarsteller
    • Harri Hirsch 30.04.2020 20:21
      Highlight Highlight Aber ‚ihr‘ Interessenvertreter der rührige Herr Platzer hat sich doch sooooo eingesetzt damit sie endlich wieder öffnen können und dann sind sie so undankbar? Das Geschrei und der Druck dieser Lobbyisten war gross und nun ist es auch nicht ok?
      Nein im Ernst, ich kann ihren Frust nachvollziehen und man sieht da wieder, dass sich die Lobbyisten gar nicht darum scheren was die brauchen welche sie zu vertreten angeben.
      Ich drücke ihnen die Daumen, dass ihnen möglichst schnell die Flügel wachsen um zu fliegen.
    • Hierundjetzt 30.04.2020 20:38
      Highlight Highlight Apr Apr de Casimir P. von Gastrosuisse hat doch jetzt soviel E-Mails geschripen. Der kommt doch drus. Also gemäss TripAdvisor hat er ganz tolle Kollegen angestellt die Bewertungen schreiben. Item. Würde da jetzt nicht unbedingt hin wollen
    Weitere Antworten anzeigen
  • champedissle 30.04.2020 17:55
    Highlight Highlight "Buffets" sind erlaubt. Ich möchte den sehen der einen Löffel berühren möchte, der vor ihm 100 schon in der Hand gehabt haben. Nein Danke.
    • poltergeist 30.04.2020 19:17
      Highlight Highlight Oder jemand über den offenen Kübeln einen Hustenanfall hat. Da geht doch niemand hin.
  • Notabik 30.04.2020 17:31
    Highlight Highlight Eine Frage drängt sich bei mir auf. Wenn ich mit meiner Frau im Restaurant an einen Vierer Tisch gesetzt werde? Darf der Wirt zwei fremde Personen zu uns an den Tisch setzen? Vier Personen an einem Tisch sind erlaubt. Aber hinsichtlich einer Ansteckung sähe ich das höchst problematisch, da Risiko Patient.
    • Harri Hirsch 30.04.2020 20:22
      Highlight Highlight Nein darf er nicht. Es sind nur zusammen gehörende Gruppen/Familien bis maximal 4 Personen an einem Tisch erlaubt.
    • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 30.04.2020 20:28
      Highlight Highlight Gute Frage!

      Soweit ich es verstanden habe, werden nur bis zu vier Personen, die zusammen gehören/kommen an einen Tisch gesetzt (Ausnahme Familien mit mehr Mitgliedern). Aber fast sicher werden nicht wildfremde Leute zusammengesetzt.

      Ich hoffe es ist so und Du kannst bald wieder mit deiner Liebsten Eseen gehen. Und bis dahin: Bleib gesund und alles Gute.
    • Zat 30.04.2020 20:45
      Highlight Highlight Notabik, die richtige Antwort hast Du schon von Harri Hirsch bekommen. Nur wer zusammen kommt/gehört, darf zusammen an einen Tisch. Ich hoffe nur, dass auch die Wirte das richtig verstanden haben bzw kommuniziert bekommen haben.
      Bedenke auch, dass Risikopersonen weiterhin empfohlen wird, zuhause zu bleiben. Auch wenn Du natürlich selbst entscheiden kannst, was Du tun und lassen willst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • sterpfi 30.04.2020 17:29
    Highlight Highlight Als ob sich die FDP/SVP um die Beizer kümmern würde... die wollen mit der Öffnung erreichen, dass die Immobilienbesitzer sicher keinen Mieterlass gewähren müssen. (Obwohl die das ja bis jetzt sowieso abschmettern)
  • gulf 30.04.2020 17:03
    Highlight Highlight die Wiedereröffnung der Restaurants ist kompliziert mit Auflagen, Reduktion der Sitzplätze, etc. und wird für viele nicht die erhofften Umsätze bringen , aber fast die gleichen Fixkosten wie vor der Schliessung.
    Vielleicht hätte man doch noch etwasvwarten sollen, dafür dann richtig ....
  • Heini Hemmi 30.04.2020 16:44
    Highlight Highlight Es ist absolut inakzeptabel, dass Immobilienbesitzer ungeschoren davonkommen sollen, während alle anderen bluten müssen! Aber deren Lobby in Bern wird schon dafür sorgen, dass dem so bleibt.
  • PhilippS 30.04.2020 16:39
    Highlight Highlight Ja, die kleinen trifft's am härtesten, gleichzeitig wirken die Hilfen vergleichsweise wenig.

    Wer nur 1 - 2 Personen beschäftigt, kann von der Kurzarbeit nicht/kaum mehr profitieren. Da stellt sich die Frage: Was ist "besser". Zu lassen und gar kein Umsatz, oder öffnen und hoffen, dass die Gäste kommen - wenigstens die Fixkosten und Löhne gedeckt sind.

    Sollte das Parlament auch keine tragbare Lösung für die Mieten finden, wird die Welle der Betriebsaufgaben schon bald anrollen. Den kurzsichtigen, geizigen Ego-Vermietern wünsche ich, dass deren Lokale auf 10 Jahre unvermietet bleiben!

    • bebby 01.05.2020 07:55
      Highlight Highlight Bei einer Immobilie kommt es primär auf die Lage an und nicht auf den Vermieter und nur wenig auf den Mieter. Ev. hätte man den Boden nur im Baurecht angeben sollen...
  • Hierundjetzt 30.04.2020 16:39
    Highlight Highlight Solange es überwiegend Home Office gibt, solange macht eine Wieder-Eröffnung auch keinen Sinn.

    Warum wohl sind die Beizer der grössten Schweizer Stadt Zürich (420’000 Einwohner + 1 Mio Pendler) gegen eine überhastete Öffnung?

    Warum ist wohl Bern mit 120‘000 Einwohner eher dafür? Weil es dort weniger Home Office gibt und die Stadtgrösse dazu beiträgt, dass man heim gehen kann.
    • mukeleven 30.04.2020 17:06
      Highlight Highlight gerade in zuerich lag eine strukturbreinigung in der gastro-szene eh auf der hand (auch ganz ohne corona).
      ich habe mich bei vorhandenem ueberangebot an resti’s und bars oefters hinterfragen muessen, wie einige mit halbleeren design-locations an besten lagen bis anhin ueberhaupt uberleben konnten...
      selbstverständlich gibt es auch gute beizen/konzepte/wirte und bars.
      fuer diejenigen mache ich mir keine/wenig sorgen.
    • imposselbee 30.04.2020 18:40
      Highlight Highlight Das ist ein sehr guter Punkt, nur hat sich jetzt gezeigt, dass Home Office gut funktioniert und viele werden nun öfters im Home Office arbeiten und die Office Zeiten nur noch für das Socializing nutzen. Grosse Bürokomplexe werden verschwinden und die umliegenden Restaurants viele Kunden verlieren. Ich wagen zu behaupten, dass jetzt schon und auch für die Zukunft (nach Corona) 30-60% der Stammkunden über Mittag weggebrochen sind - denn die Wirtschaft lebt in den Köpfen.
      Das Office wird zum Ort der Begegnung und nicht mehr primär zum Arbeiten.
    • dan2016 30.04.2020 20:21
      Highlight Highlight Hierundjetzt, irgendwie hast du, gestern mit Tessin, ein wenig ein Problem, die Welt ausserhalb Zürichs zu verstehen
    Weitere Antworten anzeigen
  • CogitoErgoSum 30.04.2020 16:39
    Highlight Highlight Die zweite Welle könnte wie bei der Spanischen Grippe die 20-40-jährigen treffen, welche damals nach der ersten Welle Party machten. Könnte mir das gut vorstellen, wenn das Gastgewerbe gerade die jungen Partygänger als Zielpublikum sieht.
    Es gilt nach wie vor, dass man selbstverantwortlich und fair gegenüber der älteren Generation handelt.
    Bleibt bitte vernünftig.
  • SUV-Fahrer 30.04.2020 16:28
    Highlight Highlight Jetzt habe sie zumindest wieder eine Perspektive. Und das alle immer zu 100% ausgebucht waren, glaube ich nicht. Jetzt sind es 50%, aber vielleicht an mehreren Tagen? Könnte ja sein. In Kombination mit der Kurzarbeit sicher eine Möglichkeit, wieder in Fahrt zu kommen. Und für die Mitarbeiter ist es vielleicht auch wieder eine Motivation.
  • Flie 30.04.2020 16:15
    Highlight Highlight An zu wenig Gästen wird es wahrscheinlich nicht scheitern. Jeder will wieder raus und saufen 😜
    • CogitoErgoSum 01.05.2020 06:11
      Highlight Highlight Vergleich Spanische Grippe?
      Vor allem 20-40-jährige, die nach der ersten Welle Party machten.
  • Elii9 30.04.2020 16:13
    Highlight Highlight Es wird hier im Text gesagt es brauche 2 Meter Abstand zwischen den Tischen, der Bundesrat sagte aber "zwischen den Gruppen". Ist ein massiver Unterschied...Was ist nun korrekt?
  • luegeLose 30.04.2020 16:07
    Highlight Highlight schon klar, irgendwann müssen wir wieder zur Arbeit oder wir sind bald alle arbeitslos. Aber ich hoffe wir schaffen es hier in der Schweiz die Reproduktionszahl klein zu halten. Habe immer noch Respekt vor den Folgen, wenn man mal härter davon betroffen ist.
  • Le French 30.04.2020 16:00
    Highlight Highlight Ich werde sicherlich noch einige Wochen kein Restaurant besuchen.

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