Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Von wegen sparen, sparen: Bundesrat erwartet für 2019 einen Überschuss von 1,3 Milliarden



Der Bundesrat erwartet für 2019 einen Überschuss von 1.3 Milliarden Franken. Gründe sind die an der Urne abgelehnte Unternehmenssteuerreform III sowie das Nein zur Reform der Altersvorsorge, aber auch mehr Geld aus der Verrechnungssteuer.

Der Bundesrat verabschiedete am Mittwoch den Voranschlag 2019 sowie den Aufgaben- und Finanzplan (IAFP) für die Jahre 2020 bis 2022 materiell. Die Einnahmen belaufen sich auf 73.6 Milliarden Franken, die Ausgaben auf 72.3 Milliarden Franken. Der Bundesrat rechnet aber nur mit einer kurzen Entspannung.

Denn ab 2020 werde die vom Ständerat verabschiedete Steuervorlage 17, die einen Zuschuss für die AHV vorsieht, den Bundeshaushalt mit insgesamt 1.4 Milliarden Franken belasten, hiess es in der Mitteilung der Eidg. Finanzverwaltung (EVF). Der Nationalrat muss über diese Vorlage noch befinden.

Defizit für 2020 erwartet

Die Steuer- und AHV-Vorlage ist laut EFV ein Hauptgrund für das im Finanzplan 2020 erwartete Defizit von 0.1 Milliarden Franken. Für 2021 hingegen wird ein Überschuss von 0.4 Milliarden Franken erwartet und für 2022 ein Plus von 0.9 Milliarden Franken.

Ab 2021 dürfte gemäss den Berechnungen des Bundesrates die Beseitigung der Heiratsstrafe den Haushalt mit einer weiteren Milliarde Franken belasten. Für weitere im Raum stehende Begehren - sowohl Steuersenkungen als auch neue Ausgaben - gebe es zurzeit keinen Spielraum, hiess es in der Mitteilung.

Die budgetierten Einnahmen von 73.6 Milliarden Franken sind - bereinigt um Sonderfaktoren - 2.5 Prozent höher als im Voranschlag 2018. Damit steigen die Einnahmen etwas weniger als das erwartete Wachstum des nominalen Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2.7 Prozent.

Mehr Geld aus Verrechnungssteuer

Aus der Verrechnungssteuer erwartet der Bundesrat im nächsten Jahr Einnahmen von 7.1 Milliarden Franken, 4.8 Prozent mehr als die nach dem Budget erstellte Schätzung für 2018. Das Rekordergebnis von 8.2 Milliarden Franken von 2017 habe höhere Prognosen für die Zukunft zur Folge, hiess es dazu.

Die Einnahmen aus der direkten Bundessteuer auf Einkommen schätzt der Bund auf 11.5 Milliarden Franken, 5.7 Prozent mehr als die Schätzung für 2018. Grund für den Zuwachs ist, dass die privaten Haushalte wegen des Aufschwungs mehr Einkommen erzielen.

Erwartungen bereits übertreffen

Bei den Gewinnsteuern für den Bund sind die Erwartungen für das laufende Jahr bereits übertroffen - die Einnahmen dürften sich demnach auf 11 Milliarden Franken belaufen. Für 2019 rechnet der Bund dann mit einer Normalisierung des Wachstums und Einnahmen von 11.3 Milliarden Franken.

Bei der Mehrwertsteuer würden die Einnahmen an sich ähnlich stark wachsen wie das BIP. Dass sie effektiv aber nur um 2.0 Prozent steigen, liegt an der gescheiterten Reform der Altersvorsorge und der beendeten Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung (IV). Der Mehrwertsteuer-Normalsatz wurde Anfang Jahr um 0.3 Prozent gesenkt.

Kostenanstieg bei Sicherheit

Die 2019 erwarteten Ausgaben des Bundes von 72.3 Milliarden Franken sind 1.8 Prozent höher als im Budget vom vergangenen Jahr. Die prozentual stärkste Zunahme verzeichnet die Sicherheit mit einem Plus von 7.1 Prozent auf 6.3 Milliarden Franken.

Für Soziale Wohlfahrt rechnet der Bund mit Auslagen von insgesamt 23 Milliarden Franken. Ein Anstieg von 2.6 Prozent auf 11.7 Milliarden Franken wird bei der Altersvorsorge erwartet. Im Bereich Migration hingegen dürften wegen der sinkenden Zahl von Asylgesuchen die Ausgaben um 3.5 Prozent auf 2 Milliarden Franken sinken. Ebenfalls Auswirkungen auf diese Sparte hat das Ende der IV-Zusatzfinanzierung.

8 Milliarden für die Bildung

Dass die Ausgaben für Bildung und Forschung um 2.6 Prozent voraussichtlich auf 8 Milliarden Franken ansteigen, ist laut der EFV auf den Bundesbeitrag an den Nationalfonds sowie den höheren Pflichtbeitrag an das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 zurückzuführen.

Der Bundesrat verabschiedete das Budget samt IAFP am Mittwoch materiell. Die Botschaft ans Parlament will er aber erst nach der Sommerpause im August vorlegen. (whr/sda)

Best-of gefälschte Wahlplakate

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Luftfahrtaufsicht von SUST kritisiert

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dorfne 28.06.2018 10:38
    Highlight Highlight Ich hoffe, die SVP will das Geld in den Schuldenabbau stecken. De Sozialhilfebezüger müssen ja auch Leistungen zurückzahlen, sobald sie wieder etwas Geld im Portemonnaie haben.
  • goldmandli 28.06.2018 09:31
    Highlight Highlight "Die prozentual stärkste Zunahme verzeichnet die Sicherheit mit einem Plus von 7.1 Prozent auf 6.3 Milliarden Franken."

    - Für bitte was denn?
  • _kokolorix 27.06.2018 21:54
    Highlight Highlight Daran sieht man ja wohl überdeutlich wie schädlich diese Unternehmensteuerreformen sind. Man sollte die Letzte rückgängig machen und künftige sein lassen. Dann wäre eine Rückzahlung der Staatsschulden in 200 Jahren wieder in greifbare Nähe gerückt😁.
    Aber die 'vernünftigen' bürgerlichen Parteien werden das mit Hilfe der 'vernünftigen' Bevölkerungsmehrheit wohl zu verhindern wissen 🤔
    • Ökonometriker 28.06.2018 02:11
      Highlight Highlight Unternehmenssteuern machen die Schweiz als Investitionsstandort unattraktiv und werden von internationalen Grosskonzernen mühelos umgangen.
      Besser durch höhere MWSt. ersetzen - dann zahlen auch Firmen deren Gewinn zufälligerweise in Panama und nicht in der Schweiz anfällt...
    • _kokolorix 28.06.2018 07:35
      Highlight Highlight @Ökonometriker
      Ich hab ja nicht gesagt, dass wir die Unternehmenssteuern abschaffen sollen. 😁
      MwSt erhöhen? Dann zahlen wir selber, weil diese zu 100% auf den Konsumenten abgewälzt werden🤔
    • dorfne 28.06.2018 10:50
      Highlight Highlight @Okonometriker. Unternehmenssteuern abschaffen, MWSt. rauf. Und Renten runter, Ergänzungsleistungen runter, Fürsorgegelder runter, Löhne runter (hohe Löhne machen den Investitionsstandort schliesslich auch unattraktiv),und im Gegenzug möglichst hohe Mieten für die Hauseigentümer.

      WOW!!!

      Die SVP strich schon mal in weiser Voraussicht den Puurezmorge, weil sie weiss dass das Vouch, die liebe Manne ond Froue die zehn Franken Eintritt schon bald nicht mehr zahlen können. Ende Ironie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sir Konterbier 27.06.2018 18:32
    Highlight Highlight Ah das ist ja mal ne Neuigkeit. Am besten gleich ein paar Kampfjets kaufen💪
    • dorfne 28.06.2018 10:52
      Highlight Highlight Und dann ab damit in die Luft, Ladeklappe auf und die restlichen Millionen in den Bodensee fallen lassen. Im Geldverschwenden und zum Fenster raus werfen hat der Bund ja Uebung.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.06.2018 18:17
    Highlight Highlight Das wahre Problem bei den Bundesfinanzen ist der relative Zuwachs der schwach und stark gebundene Ausgaben die den Gestaltungsspielraum der Politik einschränkt und zu teils schädlichen Sparübungen in nicht gebunden Bereichen führt. Wenn das Wachstum gedämpft werden muss, wird dies in nicht geschützen Bereich erfolgen, wie zB der Bildung.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.06.2018 18:14
    Highlight Highlight Der Titel des Artikels stimmt, nur wohl anders als vermutlich angedacht. Der Bund spart nicht und hat er die letzten Jahre auch nie gemacht. Er bremst das Ausgabenwachstum und hält so die Staatsquote einigermassen stabil, in anbetracht der auf uns zukommende Auslagen für die Renten, die Krankenkassen (die beiden letzten Jahre sind die teuersten und es wird in Zukunft mehr letzte Jahre geben) und den Klimawandel ist ein sparsame und vorausschaunde Finanzpolitik angebracht.

18 oder gar 24 Milliarden Franken? Grosser Zahlenstreit um Kampfjets

Die Beschaffungskosten sind nur ein Teil der Rechnung. Ein Mehrfaches davon betragen über die Jahre hinweg die Betriebskosten. Die Gegner kommen dabei mit einer Flugstunden-Rechnung auf eine höhere Summe als der Bund.

Aus der Portokasse zahlt das niemand. Bis zu sechs Milliarden Franken wollen Bundesrat und Parlament für bis zu 40 neue Kampfflugzeuge ausgeben. Das sind 150 Millionen Franken pro Flugzeug, die das Verteidigungsdepartement (VBS) von Viola Amherd (CVP) aufwerfen kann. Am 27. September entscheidet das Stimmvolk über den Kredit.

Die Beschaffungskosten von 6 Milliarden sind allerdings nur ein Teil der Rechnung. Ein Mehrfaches davon betragen über die Jahre hinweg die Betriebskosten. Bei einem …

Artikel lesen
Link zum Artikel