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Eine Frau verlaesst am 1. Februar 2008 in St. Moritz eine Boutique, die Pelzmaentel verkauft. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

A female customer leaves a fur boutique in St. Moritz in the canton of Grisons, Switzerland, pictured on February 1, 2008. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Eine Frau verlässt in St.Moritz eine Boutique, die Pelzmäntel verkauft. Bild: KEYSTONE

Deklarationspflicht bei Pelz: Wie gut halten sich Schweizer Detailhändler daran?

Seit 2014 müssen Läden die Herkunft von Pelzprodukten deklarieren. Bei Kontrollen wurden in einigen Fällen Mängel festgestellt.

REBEKKA BALZARINI / ch media



Das Modehaus Kofler aus Luzern musste in den letzten Tagen viel Kritik einstecken. Dies, weil es die Herkunft von Pelzprodukten nicht sauber deklariert hat. In der SRF-Sendung «Espresso» wurde das Modehaus heftig angegriffen. Kofler stand aber auch schon früher in der Kritik, etwa von der Newsplattform «20 Minuten», weil es Pelzprodukte nicht vorschriftsgemäss deklariert hatte.

Auf Anfrage dieser Zeitung gab das Modegeschäft an, die Vorgaben bis Mitte Januar 2019 umsetzen zu wollen. Momentan sei man dabei, mit den Lieferanten die Herkunft der Pelzprodukte zu klären.

Dafür, dass sich die Bekleidungsgeschäfte an die Regeln des Bundes halten, ist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verantwortlich. Um Gesetzesverstösse aufzudecken, führt es schweizweit Stichproben durch. Bis Ende 2017 wurden 235 Geschäfte kontrolliert, bei 80 Prozent davon stellte das BLV Mängel fest.

Nach der Aufforderung zur Behebung dieser Mängel waren es noch 15 Prozent, welche die Vorgaben der Deklarationspflicht nicht sauber erfüllten. Gegen zwei von ihnen musste eine Busse verhängt werden, da die Deklaration auch nach nochmaliger Aufforderung nicht in Ordnung war.

Maximaler Profit – auf Kosten der Tiere:

Video: srf

Grossteil hält sich an Regeln

Bei Kofler handle es sich mit Blick auf diese Zahlen um eine Ausnahme, so das BLV. Das bestätigt Nadja Brodmann, die Geschäftsführerin des Zürcher Tierschutzes, der ebenfalls regelmässig Bekleidungsgeschäfte besucht, um die Deklarationen zu überprüfen.

Im letzten Jahr hatte der Tierschutz Geschäfte in der ganzen Schweiz besucht und so Daten über die Erfüllung der Deklarationspflicht erhoben. In diesem Jahr wurde keine vergleichbare Untersuchung mehr durchgeführt. «Gefühlt ist aber das Bewusstsein gestiegen», sagt Brodmann. Auch wenn es in Einzelfällen noch vorkomme, dass ein Kleidungsstück nicht korrekt angeschrieben sei.

Das BLV wertet ausserdem als Erfolg, dass sich das Bewusstsein der Konsumenten verändert habe. «Das zeigen die Rückmeldungen aus den Verkaufsläden. Immer mehr Kundinnen und Kunden fragen nach der Tierart, der Herkunft oder der Haltungsart.» Nur: Für die Angestellten im textilen Detailhandel ist es manchmal gar nicht so einfach, die Fragen nach der Herkunft und Gewinnungsart des Fells einwandfrei vom Lieferanten beantwortet zu erhalten. Denn öfters fehlen die Angaben der Lieferanten, oder sie sind ungenau.

Das sagt der Präsident von textilschweiz, Markus von Däniken. In dem Verband sind verschiedene textile Detailhändler organisiert. Von Däniken empfiehlt seinen Mitgliedern laut eigenen Angaben, im Einkauf auf solche unklaren Produkte zu verzichten. Viele Lieferanten seien sich nicht bewusst, welche Regeln in der Schweiz bezüglich der Deklaration eingehalten werden müssen. Die Schweiz ist das einzige Land, das bei Pelzprodukten eine Deklarationspflicht kennt.

Handel mit Pelz verboten:

Video: srf

Kritik an Kritikern

Erschwerend kommt laut von Däniken hinzu, dass auf der Website des Bundes zum Thema Pelz nicht ausführlich auf Englisch informiert wird. Trotz dieser Herausforderung betont er aber: «Die Anforderungen an die Deklaration sind klar definiert, ohne Wenn und Aber.» Um die Lieferanten zu informieren, haben die einzelnen Verbände etwa englische Merkblätter entworfen, welche die Detailhändler an die Lieferanten abgeben können.

Über den Pelzverband SwissFur sei die Schweiz auch in internationalen Gremien vertreten und sensibilisiere dort für den Schweizer Standpunkt. «Aber die Veränderung der Wahrnehmung bei den Produzenten braucht Zeit.» Deshalb mag es von Däniken auch nicht, wenn ein fehlbares Modegeschäft in die Medien gezerrt wird. Er gibt den Kritikern Kontra: «Statt Bashing bei Einzelfällen sollte zuerst das Gespräch gesucht werden», sagt er. (aargauerzeitung.ch)

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