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Fussballer verletzten sich oft: Hinter Handball und Eishockey ist beim Fussball das Risiko am höchsten. Bild: Shutterstock

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Die Versicherer mögen Fussball nicht: Der Volkssport ist nicht nur gefährlich, sondern auch so populär, dass dort mit grossem Abstand am meisten Unfälle passieren – weshalb die Vereine nur schwer eine Versicherung für ihre Fussballer finden.

Daniel Zulauf / Nordwestschweiz



Am gefährlichsten leben die Handballer. In keiner anderen Sportart ist das Verletzungsrisiko pro Trainingseinheit höher als im Spiel mit dem klebrigen Lederball. Selbst die Eishockeyspieler leben gesünder als die Handballer (vgl. Grafik unten).

Weit schlimmer ist – mindestens für die Versicherungswirtschaft – aber der Fussball. Der Volkssport ist nicht nur gefährlich, sondern auch so populär, dass dort mit grossem Abstand am meisten Unfälle passieren. 45'000 sind es aktuell in der Schweiz, wie der Unfallstatistik der Suva zu entnehmen ist. Daraus erwachsen den Versicherungen jährliche Kosten von 190 Millionen Franken.

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GRafik: AZ

Die Baloise hat das Problem genauer unter die Lupe genommen und ihre eigene Fallstatistik der vergangenen drei Jahre analysiert. Fussgelenk und Knieverletzungen treten demnach mit je 25 Prozent am häufigsten auf. Führt ein Unfall zur Arbeitsunfähigkeit, dauert diese im Mittel volle 32 Tage. Weniger überraschend ist das Profil der Verunfallten: Es sind zu 88 Prozent Männer im Alter von durchschnittlich 31 Jahren.

Spieler müssen versichert werden

Die Baloise-Daten zeigen: Der Spass mit dem Fussball kann die Allgemeinheit teuer zu stehen kommen. Das Problem ist nicht neu. 1912 setzten die Gründerväter der Suva den Fussball auf eine Liste von «unmoralischen, verwerflichen oder verbrecherischen Handlungen», für die der Versicherungsschutz gegen Unfallrisiken nicht gelten sollte. Erst 1929 erkämpften sich die Fussballer auf gerichtlichem Weg die Aufnahme in die obligatorische Unfallversicherung.

Die Suva investiert inzwischen einen Haufen Geld in die Prävention. Schliesslich erwachsen der 100-jährigen staatlichen Anstalt schon seit den 1970er-Jahren mehr Kosten aus Unfällen, welche während Freizeitaktivitäten passieren, als aus Berufsunfällen. Und offenbar lohnt sich die Prävention. Das Unfallrisiko an Grümpelturnieren sei durch die Suva-Kampagnen in den vergangenen zehn Jahren nachweislich um 75 Prozent gesenkt worden, sagt Suva-Mediensprecherin Gabriela Hübscher. Trotzdem ist der Fussball nach wie vor eines der grössten Risiken im Suva-Portefeuille. Da kann es sich lohnen, jeden Fall genauer anzusehen.

Keine Ahnung von Fussball? Hier wird dir geholfen

Video: watson/Emily Engkent, Sandro Zappella, Angelina Graf, Lukas Schmidli, Lya Saxer

Genau dies tut die Suva seit August des vergangenen Jahres. «Sportvereine aufgepasst. Versichert eure Sportler richtig», warnte die Versicherung damals in einer Mitteilung an die Medien. Mit gutem Grund: Auch Amateurvereine brauchen eine eigene Unfalldeckung für ihre Mitglieder, wenn sie diesen AHV-pflichtige Entschädigungen auszahlt. Trotzdem sind nur wenige Vereine korrekt versichert. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens zeigte sich die Suva lange Zeit grosszügig und übernahm im Rahmen der obligatorischen Berufsunfallversicherung auch die Schäden kritischer Sportunfälle. Also von Unfällen, für die sie nach der genannten Regel nicht zuständig gewesen wäre. Und zweitens sind Unfallversicherungspolicen für viele Vereine kaum finanzierbar.

Auf der Suche nach Alternativen

Der wichtigste Kostentreiber ist das sogenannte Unfalltaggeld, das den Lohnausfall versichert. Fällt ein Hobbyfussballer, der 3000 Franken Prämien und Spesenentschädigung im Jahr erhält, durch einen Sportunfall während 30 Tagen am Arbeitsplatz aus, wird es teuer. Dann muss die Versicherung des Vereins nicht nur den anteiligen Ausfall der 3000 Franken, sondern auch den Lohnausfall des Spielers im Hauptberuf decken. Eine solche Police kann je nach Höhe des Lohnes schnell einige 100 oder gar 1000 Franken kosten.

92 Mal griff Panini beim WM-Album 2018 daneben

Die Versicherungswirtschaft zeigt offensichtlich wenig Mitleid. Die Ombudsstelle der Schweizer Versicherer bestätigt den Eingang diverse Anfragen von Vereinen, die nirgends Unterschlupf gefunden hätten und an die Ersatzkasse verwiesen werden mussten. Doch die Unfallversicherung ist obligatorisch. Deshalb kümmert sich nun auch der Versicherungsverband um das Problem. Die Suva prüft gemäss Sprecherin Sabine Alder zwei Varianten: Einerseits die Möglichkeit von Rahmenverträgen mit Sportvereinen zur Streuung der Risiken. Oder anderseits, mit dem gleichen Ziel die Preise zu senken, eine Addition der Schäden, die dann nach Marktanteilen unter allen Versicherer aufgeteilt werden. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • stamm 08.06.2018 18:20
    Highlight Highlight Versicherungen mögen gar keinen Sport....aber einen Bonus hab ich auch noch nie bekommen, wenn ich mal 5 Jahre nicht verletzt war....
  • giandalf the grey 07.06.2018 12:00
    Highlight Highlight Also lasst mich euch sagen: die gefährlichste Sportart ist definitiv Badminton! Ich habe mich auch schon beim Fussball und beim Landhockey verletzt, aber ich hätte mich da nie so verletzen können, wie ich es beim Badminton geschafft habe! Deshalb lasst den armen Fussball in Ruhe und mobbt bitte Badminton :)

    (Falls es jemanden interessiert: Shuttle ins Auge gesmashed bekommen, seither verschiedene irreparable Schäden, aber wieder 80-90% Sehkraft)
  • SilWayne 07.06.2018 11:52
    Highlight Highlight Hätte schwören können, dass beim „ruden“ mehr Verletzungen auftreten...😄
  • Snowy 07.06.2018 09:39
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel.

    Als Bergsteiger/Freerider ist man es sich leidlich gewohnt den Leuten zu erzählen, dass nicht alles was gefährlich aussieht auch wirklich gefährlich ist.

    Herrlich auch, dass ich mich als Kitesurfer bis vor kurzem noch zusätzlich versichern musste (Risikosportart).
    • dan2016 07.06.2018 14:28
      Highlight Highlight Ich kenne die Statistiken nicht so genau. Aber ich kannte Bergsteiger, die an Ihrem Sport gestorben sind, sich vorher nie verletzt haben (und demzufolge nie in der Statistik aufgetaucht sind). Ich kenne auch viele Fussballer, die haben sich recht oft verletzt, Gelenke, Sehnen, kleinere Brüche... und die sind alle noch am Leben.
    • Snowy 07.06.2018 15:43
      Highlight Highlight Die Statistik ist gewichtet - sie ist also sehr aussagekräftig.
      Es geht um Verletzungen - nicht um Todesfälle.

      Bergsteigen ist nach dem Wandern die gefährlichste Sportart (um zu sterben) in der Schweiz: https://www.blick.ch/news/schweiz/2718-tote-in-15-jahren-das-sind-die-toedlichsten-sportarten-id4123946.html

      Ich kenne leider auch einen Menschen persönlich, welcher in den Bergen sein Leben liess... er rutschte auf dem Rückweg nach einer schwierigen Hochtour auf einem "normalen" Wanderweg aus und stürzte in den Tod...
  • Wilhelm Dingo 07.06.2018 09:25
    Highlight Highlight Unbrauchbare Statistik. Ist ja klar dass es die meisten Fussballunfälle gibt weil Fussball auch die verbretetste Sportart ist.
    • Snowy 07.06.2018 10:32
      Highlight Highlight Dis Statistik ist gewichtet...
  • G. Nötzli 07.06.2018 09:01
    Highlight Highlight Kein Sport ist langfristig wohl ungesünder!
  • hässig 07.06.2018 08:21
    Highlight Highlight Ich denke Reiten ist um einiges gefährlicher als z.B Badminton oder Rollschuhfahren
    • OrbiterDicta! 07.06.2018 10:38
      Highlight Highlight Beim Reiten passieren nicht viele Unfälle. Geh mal auf ein lokales Springturnier und du wirst zwar welche sehen die vom Pferd fallen, aber sich nichts tun. Liegt auch an der Helmpflicht und das Reitplätze in der Regel aus Sand sind. Ausserdem tragen heute viele Reiter Schutzwesten welche das Verletzungsrisiko nochmal verringern (die sind beim CC mit den Naturhindernissen Pflicht).
      Ich bin selbst zwei mal vom Pferd gegen ein Hindernisständer gefallen und hab mir nichts getan ausser ein paar Beulen und Muskelkater.
      Ein Sturz mit Rollschuhen ohne Schutz hat die höhere Chance schlimmer zu sein.
    • hässig 08.06.2018 15:56
      Highlight Highlight Ich reite selber, da muss mir niemand vorsagen das es nicht gefährlich ist. Klar wir haben guten Schutz an, doch es ist die einzige Sportart die man mit eine unberechenbaren Tier macht. Ich denke nicht, dass z.B Rollschuhe sich selbstständig machen.
    • MiezeLucy 09.06.2018 07:15
      Highlight Highlight Also wenn dein Pferd unberechenbar ist,würde ich mich da nicht drauf setzen!!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Guerzo 07.06.2018 08:05
    Highlight Highlight Welcher Hobbyfussballer erhält 3000.- Franken Prämien im Jahr? Das mag für Amateure der 2. Liga und höher gelten, aber diese würde ich nicht als Hobbyfussballer bezeichnen! Ich bin Vize-Präsident in unserem Fussballclub und selbst unsere Junioren-Trainer erhalten keine 3000.- Franken im Jahr.
    • mrgoku 07.06.2018 10:10
      Highlight Highlight Ehm...es gibt Vereine in der 4. Liga die sogar mehr als das bezahlen... Kenne Trainer die erhalten zwischen 10-15k im Jahr. Gurken in der 4. Liga herum :)
    • Guerzo 07.06.2018 10:56
      Highlight Highlight @droelfmalbumst Unser 4. Liga Trainer erhält zirka 4000.- Franken + Spesen im Jahr. Die Spieler (Hobbyfussballer) erhalten selbstverständlich nichts.
  • lilie 07.06.2018 07:58
    Highlight Highlight Ein sehr interessanter Artikel, vielen Dank! Fussball ist ja bei uns sehr verbreitet, praktisch jede Gemeinde hat einen Verein, und von der Jugend bis ins Alter sind alle dabei. Sowas wirkt sich natürlich auch volkswirtschaftlich aus.

    Ich musste aber ein wenig schmunzeln wegen des Bildes. Da sitzt ein Mann in Fussballkluft neben einem Ball auf dem Rasen und hält sich den Zeh.

    Da frag ich mich natürlich: Was ist passiert? Hat er sich beim In-den-Ball-Tschutten den Zeh gebrochen? Oder ist er sich selber mit den Nagelschuhen auf den Zeh gestanden? Sieht jedenfalls nach Selbstunfall aus. 😅
    • leu84 07.06.2018 09:50
      Highlight Highlight Dreckiger Fussballschuh? An der letzten WM in Brasilien kam der Linienschaumspray zum Einsatz. Einmal zog der Schiedsrichter mit dem Spray eine Linie und erwischte den Schuh eines Spieler. Der jammere rum was das soll...
  • Leckerbissen 07.06.2018 07:48
    Highlight Highlight Naja, besser man betätigt sich sportlich und ist halt hin und wieder ein bisschen verletzt, anstelle nur rumzuhängen und mit 50 an diversen anderen Problemen zu leiden.
    • phreko 07.06.2018 11:02
      Highlight Highlight Die "diversen Probleme" kommen dann einfach noch dazu... Oder glaubst du Schläge auf Gelenke hinterlassen keine Spuren?
  • rummelsnuff 07.06.2018 07:42
    Highlight Highlight Warum werden solche Angebote nicht von den Fussballverbänden angeboten. Wäre doch gut eingesetztes Geld, die Verbände könnten es aus der Bestechungskasse decken somit wäre vielen geholfen.
  • williforelle 07.06.2018 07:40
    Highlight Highlight Puh, da bin ich ja froh, dass ich bei den Mountainbikern bin, das ist ja wie Tischtennis spielen. Übrigens, wie verletzt man sich beim Tischtennis: Schlechte Verlierer und Tischkanten?
    • mrgoku 07.06.2018 10:11
      Highlight Highlight Die Hand mit voller Wucht an die Tischkante tut sicher weh. Oder stell dir vor dir fliegt der Tischtennisball volle Kanne in die Visage... uiui
  • N. Y. P. D. 07.06.2018 07:28
    Highlight Highlight Radfahren fehlt !

    Aber vielleicht ist Radfahren unter
    181 h.

    Und Schachspielen sehe ich auch nicht.
    *grübelgrübelundstudier*
    • N. Y. P. D. 07.06.2018 10:58
      Highlight Highlight An der letzten WM habe ich mich doch ein wenig reinziehen lassen vom Rugby. Toller Sport.

      Und die Fairness erst unter den Spielern und Mannschaften.
      Kein Pussyzeugs.
  • ivolution 07.06.2018 07:24
    Highlight Highlight Ich checks nicht ganz. Kommt bei einem Sportunfall nicht immer die Unvallversicherung des Arbeitgeber zum Zug? Ich sprech jetzt nur für den Amateurfussball. Dort kann doch der Verein nicht verpflichtet werden. Das habe ich noch nie gehört.
    • Aglaya 07.06.2018 13:25
      Highlight Highlight Manche Sportarten (z.B. Basejumping) werden von der (regulären) Unfallversicherung als sogenanntes "absolutes Wagnis" betrachtet, dann zahlt sie nur die Hälfte oder gar nichts. Da empfiehlt es sich, eine spezielle Zusatzversicherung abzuschliessen, die die Kosten bei einem Unfall übernimmt.
  • nJuice 07.06.2018 07:03
    Highlight Highlight Schon immer gewusst, wir Handballer sind die härtesten ;)

    Aber im Ernst, dass wir einem höheren Risiko ausgesetzt sind als Hockeyspieler ist doch überraschend, ich hätte das andersrum erwartet.

    Und nun zurück in die Saisonvorbereitung, rumsitzen kann man, wenn der Knochen gebrochen und das Band gerissen ist.
  • Braindead 07.06.2018 06:54
    Highlight Highlight Nach dieser Statistik sind die Risikosportarten (für die man teilweise ene zusatzversicherung benötigt) gar nicht so Risiko....
    Ich glaube das hat damit zu tun, dass ein kletterer oder ein kampfsportler seinen Sport Bewusster ausführt, als ein Fussballer am Grümpi....

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