Spätestens jetzt ist es offiziell und nicht mehr nur ein Gefühl, das jede Pendlerin und jeden Pendler schon seit Jahren beschleichen dürfte: Der ÖV wird immer teurer. Das schreibt der Preisüberwacher des Bundes, Stefan Meierhans, in seinem Blog. Aus den von ihm präsentierten Daten geht hervor: Der ÖV-Preis hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt.
Damit geht die Kostenschere zum motorisierten Individualverkehr immer weiter auf. Denn in derselben Zeitperiode haben die Kosten fürs Autofahren nämlich nur um den Faktor 1,24 zugelegt. Zuletzt wurde Autofahren sogar wieder günstiger. Der Grund: Rückläufige Treibstoffpreise und tiefe Anschaffungskosten sorgen dafür, dass die Preisentwicklung im Strassenverkehr unter dem Inflationstrend verläuft.
Grundsätzlich wird der öffentliche Verkehr zu 50 Prozent von der Kundschaft und zu 50 Prozent vom sogenannten «Besteller», also dem Bund und den Kantonen, finanziert. Die steigenden Kosten kommen in erster Linie durch den stetigen Ausbau des Angebots zustande. Und dieser wird in den kommenden Jahren noch weitergehen, wie die Branche mitteilt. Der «Verband öffentlicher Verkehr» rechnet bis ins Jahr 2035 mit einem Kostenanstieg von rund 30 Prozent.
Der ÖV-Ausbau soll es ermöglichen, mehr Kundinnen und Kunden zu befördern, die wiederum für mehr Einnahmen sorgen.
Aus Sicht des Preisüberwachers sind die steigenden Kosten im ÖV keine gute Entwicklung. Das Ziel des öffentlichen Verkehrs sei Massentransport. «Fakt bleibt: Der ÖV macht nur Sinn als Massentransportmittel. Deshalb muss sich die Masse ihn auch leisten können und wollen», schreibt Meierhans in seinem Blog. Die Gleichung gehe nicht auf. Wenn die Kosten weiter stiegen, könne es sein, dass mehr Menschen aufs Auto umsteigen würden, womit Bund und Kantone auf den Kosten sitzenblieben.
Eigentlich wäre das Ziel des Bundesrates, in Zukunft der Umwelt zuliebe über 40 Prozent des Personenverkehrs mit dem öffentlichen Verkehr abzuwickeln. Aktuell liegt dieser Wert nur bei gut 20 Prozent. Und die weit offene Preisschere dürfte dem Vorhaben des Bundesrates nicht in die Karten spielen. Eine kürzlich erschienene Studie der Universität Luzern hat nämlich ergeben, dass der Preis ein Schlüsselkriterium bei der Mobilitätswahl ist. (lzo)
Schon genial was die moderne Wissenschaft heute an völlig neuen Erkenntnissen liefern kann - OMG!
Darum sind die 5,3 Milliarden Franken nicht in den Ausbau der Autobahnen zu investieren, wie das Ölbert Rösti und seine Mitstreiter wollen, sondern in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.