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ZUR MELDUNG, DASS SICH SWISS-PILOTEN GEGEN DIE ZWEIPERSONENREGEL IM COCKPIT WEHREN, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 17. FEBRUAR 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Pilot und Kopilot fliegen das Flugzeug, aufgenommen am 1. Mai 2013 in einem Flugzeug der Swiss. Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss fliegt von Zuerich nach Chicago und zurueck. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Pensionierung muss warten: Swiss-Piloten müssen vielleicht schon bald länger als bisher arbeiten. Bild: KEYSTONE

Swiss-Piloten sollen bis 62 weiterfliegen: Nun gibt es Protest

Die Airline will Rentenalter im Cockpit erhöhen. Dagegen regt sich Widerstand.

benjamin weinmann / schweiz am wochenende



Ein Artikel von

Die Fluggesellschaft Swiss will das Rentenalter ihrer Pilotencrew von 60 auf 62 Jahre erhöhen, wie Recherchen zeigen. Bereits vor sieben Jahren hatte die Swiss das Pensionierungsalter ihres Cockpit-Personals von 58 auf 60 angehoben. Der neue Vorstoss war mitunter ein Grund, weshalb die Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) vergangene Woche abgebrochen wurden. Henning Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbands Aeropers, dem die Piloten von Swiss und Edelweiss angehören, bestätigt die Gespräche. «Wir wehren uns nicht grundsätzlich gegen eine Rentenaltererhöhung», sagt Hoffmann. «Im Gegenteil.» Es gebe durchaus viele ältere Piloten, die gerne weiterfliegen würden. «Aber wir lehnen die Erhöhung so ab, wie sie sich die Swiss aktuell vorstellt.» Für die meisten Piloten, insbesondere junge, die neu zur Airline stossen, würde sie einer Verschlechterung gleichkommen, sagt Hoffmann. Sie hätten schon jetzt tiefere Löhne und Pensionkassen-Umwandlungssätze. Vor allem aber würde ihre Karriere gebremst. Denn je länger die älteren Piloten weiterfliegen, desto mehr verzö- gert sich der Aufstieg der jüngeren Generation auf den Kapitänssitz. Die Jungen müssten länger in ihrer Position zum tieferen Lohn verharren. «Da braucht es einen fairen Ausgleich», so der Aeropers-Chef.

«Im Interesse der Passagiere»

Komme hinzu, dass der Arbeitseinsatz in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sei. Die Arbeitszeit habe sich seit 1995 verdoppelt, und die nächste Generation müsse einen weiteren Anstieg erwarten, sagt Hoffmann. Und nicht zuletzt nehme die Reaktionsgeschwindigkeit ab einem gewissen Alter ab. «Deshalb ist es auch im Interesse der Passagiere, dass die Piloten nicht ewig weiterfliegen.» Der Pilotenverband verweist auf die Fluglotsen der Flugsicherungsbehörde Skyguide. Diese werden bereits mit 56 pensioniert. Bei US-Airlines beträgt das Piloten-Rentenalter 65, in China und Malaysia wiederum 60 und in Japan gar 67 Jahre. Die Swiss will sich zu den GAVGesprächen mit der Aeropers nicht konkret äussern, da die Verhandlungsperiode noch nicht abgeschlossen sei. Aber: «Fakt ist, dass weltweit ein Trend zu höherem Pensionsalter bei Piloten beobachtet wird, in der Regel bis 65, teils sogar offen», sagt Sprecherin Karin Müller. Bei der Lufthansa gelte das Recht auf Beschäftigung bis 65. Dies, nachdem gar die eigenen Piloten rechtlich darauf gepocht hätten.

Deadline rückt näher

Einen neuen Gesprächstermin zwischen dem Management und der Aeropers gibt es nicht. Sollte bis August keine neue GAV-Lösung gefunden werden, käme eine 2015 vorgefertigte Vertragslösung zur Anwendung. Diese wäre mit teilweise schmerzhaften finanziellen Einbussen für die Piloten verbunden. Aus Cockpit-Kreisen ist denn auch zu hören, dass man in diesem Fall den konsensorientierten Weg verlassen würde. Ein Streik ist allerdings nicht möglich, da er einem Vertragsbruch gleichkäme. Swiss-Sprecherin Karin Müller betont denn auch, dass der vorgefertigte GAV eine Friedenspflicht bis 2020 beinhaltet. Man sei sich bewusst, dass dieser für einzelne Personalgruppen Nachteile beinhalte. «Gerade deshalb laden wir die Sozialpartner ein, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bei der Aeropers heisst es, man nehme gerne wieder am Tisch Platz, Gespräche seien allerdings nur bei einem deutlich besseren Angebot sinnvoll.

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