Schweiz
Wissen

Uni Fribourg experimentiert mit Koks-Affen

Ein Affe bei einem Experiment an der Uni Fribourg.
Ein Affe bei einem Experiment an der Uni Fribourg.screenshot srf

Uni Fribourg experimentiert mit Koks-Affen

04.02.2018, 04:0404.02.2018, 09:26

Weltweit sorgen die Abgasversuche mit Affen von VW für Empörung. Doch auch in der Schweiz dürfen Experimente an lebenden Primaten durchgeführt werden. Aktuell ist an der Uni Fribourg  ein bemerkenswertes Experiment in Vorbereitung, wie der Sonntagsblick berichtet. 

Nächste Woche gilt es ernst. Den Äffchen an der Uni Freiburg wird Kokain verabreicht, wie Eric Rouiller (66), Chef des Instituts für Neurophysiologie berichtet. Mit der sogenannten «tiefen Hirnstimulation» – einem neurochirurgischen Eingriff – sollen bei den Koksaffen anschliessend bestimmte Hirnregionen gezielt verändert werden.

Die Forscher hoffen, die Äffchen damit von der zuvor gezielt herbeigeführten Sucht wieder befreien zu können. Die Methode ist bei Parkinson- oder Tourette-Patienten bereits zugelassen. Ob sie auch Süchtigen hilft, wollen die Experimente der Freiburger Forscher jetzt herausfinden. Bei Mäusen verliefen ähnliche Experimente vielversprechend.

Professor Eric Rouiller.
Professor Eric Rouiller.unifr

Als Belohnung gibt's Futter

Die Uni Freiburg ist sehr erfahren im Umgang mit Affen. Seit 1975 wird dort an Makaken geforscht. 2017 gab es, verteilt auf sechs Projekte, Versuche an 23 Affen, wie Professor Rouiller gegenüber dem Sonntagsblick erklärt. «Beim Suchtprojekt sind es fünf.»

Rouiller arbeitet seit 20 Jahren mit Affen, er gerät deswegen immer wieder ins Visier von Tierschützern. Die Freiburger Primaten leben in einem zooähnlichen Gehege. Um sie für die Experimente zu motivieren, werden sie mit Futter «bezahlt».

(amü)

Sollen Affen in Basel Grundrechte erhalten?

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
17 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
ChlyklassSFI // FCK NZS
04.02.2018 04:54registriert Juli 2017
Es ist ganz sicher falsch. Gäbe es Ausserirdische mit weit überlegener Intelligenz, die die Welt besuchten: Täten sie das Gleiche mit uns, wäre es auch falsch.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kalyth
04.02.2018 08:50registriert Februar 2018
Bei diesem Artikel tönt es so, als könnte man Parkinson und Tourette Patienten mit der tiefen Hirnstimulation von ihrer Sucht befreien. Die befreit man aber von ihren Blockaden, Zittern, Überbewegungen (Parkinson) und Tics (Tourette). Zudem wird die Therapie noch bei weiteren Neurologischen Krankheiten angewendet.
Schreibt doch mal was über die tiefe Hirnstimulation!
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fondue
04.02.2018 09:40registriert Januar 2015
Auch wenn ich diese Praxis grundsätzlich nicht gut finde. So gibt es doch einen Unterschied zwischen "Ich vergase mal einen Affen (VW)", "Ich male sie an und schaue ob sie allergisch reagieren (Makeup)" und "Wir machen medizinische Test um Krankheiten zu heilen". Das letztere sollte möglich sein aber nur unter strengsten Vorschriften zum Schutz der Tiere. Ein grösseren Käfig und was zu Essen reicht da noch lange nicht aus.
10
Melden
Zum Kommentar
17
Elsa Roth – als eine Frau an der Spitze des Schweizer Skisports stand
Die Bernerin Elsa Roth war Rennfahrerin, Skilehrerin und Funktionärin. Sie gründete den Schweizerischen Damenskiclub mit und führte ab 1939 die Geschäfte des nationalen Skiverbands während fast 35 Jahren. Heute ist ihr Name nur wenigen ein Begriff.
Roth kam am 15. Februar 1906 als fünftes Kind einer Berner Burgerfamilie zur Welt. Ihr Vater war Wirt, die Mutter wird in den Akten als «Privatière» bezeichnet. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs sie in der Stadt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater auf. Hans Dinkelmann war unter anderem Nationalrat für die Radikalen (heute: FDP) und später Mitglied der Generaldirektion der SBB. Roth besuchte die Sekundarschule in Bern und absolvierte eine Fortbildungsklasse an der städtischen Mädchenschule mit den Schwerpunkten Erziehungs- und Haushaltungskunde. Danach ging sie als 17-Jährige für einen einjährigen Sprachaufenthalt nach England.
Zur Story