Schweiz
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Endlich! Die gesperrte Bahnstrecke nach Oerlikon ist seit 19 Uhr wieder offen

Ein absichtlich gelegter Brand in einem Kabelkanal der SBB hat den Bahnverkehr im Grossraum Zürich lahmgelegt. Tausende Reisende strandeten an Bahnhöfen. Die Strecke zwischen Oerlikon und Flughafen Zürich hat um 19 Uhr wieder geöffnet.



Die seit Dienstagmorgen unterbrochene Bahnstrecke zwischen Zürich Flughafen und Oerlikon ist ab 19 Uhr wieder für den Bahnverkehr freigegeben – eine Stunde früher als geplant. Erste Testzüge konnten den Abschnitt bereits befahren. Ab 19 Uhr verkehren wieder Fernverkehrszüge. Ab 20 Uhr wird auch der S-Bahn-Verkehr schrittweise wieder aufgenommen, wie die SBB der Nachrichtenagentur sda mitteilte.

Gegen 3 Uhr in der Nacht wurde der Brand, der technische Anlagen der SBB beschädigt hat, an der Schärenmoosstrasse in Zürich Nord festgestellt. Die Ermittlungen der Detektive der Stadtpolizei und der Brandermittler der Kantonspolizei haben inzwischen ergeben, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.

Die stundenlange Sperrung der Linien ab Oerlikon Richtung Flughafen und Schaffhausen hat nicht nur ein Chaos auf der Schiene, sondern auch im Individualverkehr ausgelöst, teilt die Stadtpolizei Zürich mit. Zehntausende Pendler und Reisende waren betroffen. Gemäss Angaben des Flughafens hätten aber zwischen 120 und 130 Passagiere, die mit dem ÖV zum Flughafen fuhren, ihren Flug verpasst.

Die SBB-Strecke zwischen Oerlikon und Zürich Flughafen bleibt bis mindestens 20 Uhr gesperrt, wie SBB-Mediensprecher Reto Schärli zu watson sagt. Die Reparaturarbeiten seien sehr zeitaufwendig.

Damit werden die Pendler auch im Feierabendverkehr stark beeinträchtigt. Viele Züge fallen aus oder werden umgeleitet. Für Reisende nach Flughafen Zürich-Kloten empfiehlt Schärli den Umweg über Winterthur. 

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Ratlose Gesichter am Flughafen Zürich.
bild: Felix Unholz/FM1Today

Technische Anlagen fielen aus

Ob das Feuer direkt im Kabelschacht ausbrach oder in der Umgebung und dadurch die Kabel beschädigt wurden, wollte die Stadtpolizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben.

Die Kabel hätten neu gespleisst werden müssen, teilte die Stadtpolizei Zürich am Abend mit. Die Kosten für diese Reparatur sowie die Ausfälle im Zugverkehr dürften insgesamt mehrere 100'000 Franken betragen. Die Polizei hofft nun, dass Zeugen den oder die Täter bei ihrer nächtlichen Aktion beobachteten.

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Am Morgen ging gar nichts mehr:

Flughafen

Anzeigetafel am Flughafen Zürich-Kloten.
bild: felix unholz/fm1today

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Anzeigetafel auf dem Bahnhof Oerlikon. Bild: Userinput

Mehr Trams und Shuttle-Züge

Um vom Zürcher Hauptbahnhof zum Flughafen zu gelangen, müssen Reisende einen Umweg via Winterthur oder Effretikon in Kauf nehmen. Die SBB setzt ab Winterthur Shuttle-Züge ein. Alternativen sind die Stadtzürcher Tramlinien 10 und 12. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben den Fahrplan der Linie 10 mit 7 zusätzlichen Kursen verdichtet und so die Kapazität erhöht.

Bei der SBB hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass die Strecke zwischen Oerlikon und Glattbrugg ab 12 Uhr wieder in Betrieb genommen werden könne. Damit können die Züge der S-Bahnlinien 15 und 9 und nach Schaffhausen wieder normal verkehren.

Wegen der Unterbrechung zwischen Oerlikon und Flughafen werden die Züge nach München und Konstanz umgeleitet und fahren nicht mehr über den Flughafen. Zudem fallen im Bereich Zürich Nord zahlreiche S-Bahnlinien aus oder werden umgeleitet. Wie lange diese Störung bestehen bleibt, ist gemäss SBB noch unklar.

(Unter der Diashow folgt der Rest der Meldung)

Für alle, die gerade wegen der Störung festsitzen: Bei diesen Zug-Durchsagen musst selbst du lachen

Keine Probleme am Flughafen

Der Flugbetrieb sei durch die Störung nicht beeinträchtigt worden, sagte ein Sprecher des Flughafens Zürich der Nachrichtenagentur SDA. Die Leute hätten sich in den Terminals nicht gestaut. Auch die Flüge hätten sich wegen der Störung nicht verspätet.

Einzig einige Angestellte hätten ihren Dienst etwas später angetreten als geplant, da sie an den Bahnhöfen oder Tramstationen stehen geblieben seien. Zu Engpässen beim Personal sei es jedoch nicht gekommen.

(viw/sda)

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