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Zersiedelungsinitiative

Umfrage zeigt Mehrheit für Zersiedelungsinitiative

Umfrage zeigt Mehrheit für Zersiedelungsinitiative – auch SVP-Anhänger dafür

28.12.2018, 06:0028.12.2018, 06:30
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Die Zersiedelungsinitiative stösst zu Beginn des Abstimmungskampfs auf Anklang: 54 Prozent der Stimmberechtigten wollen ihr derzeit zustimmen, 44 Prozent sprechen sich gegen die Volksinitiative der Jungen Grünen aus. Die Stimmabsichten sind aber noch wenig gefestigt.

ARCHIV -- ZUR MK UEBERPARTEILICHES KOMITEE "RADIKALE ZERSIEDERLUNGSINITIATIVE NEIN" STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 11. DEZEMBER 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Die Bolligen, v ...
Die «Hüsli-Schweiz»: Vororte von Bern. Bild: KEYSTONE

Dies zeigt die erste Umfrage der Mediengruppe Tamedia im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 10. Februar 2019 über die Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung (Zersiedelungsinitiative)». 6048 Personen aus der ganzen Schweiz nahmen am 20. und 21. Dezember 2018 online an der Umfrage teil. Der Fehlerbereich liegt bei 2.2 Prozentpunkten.

Die Befürworter der Zersiedelungsinitiative gehen mit einem Vorsprung in die heisse Phase des Abstimmungskampfes: Gut sieben Wochen vor dem Urnengang sprechen sich 54 Prozent der Stimmberechtigten sicher oder eher für die Vorlage aus, welche die Gesamtfläche der Bauzonen in der Schweiz auf dem heutigen Stand einfrieren will. 44 Prozent sind sicher oder eher dagegen. 2 Prozent machten keine Angaben zu ihren Stimmabsichten.

Mehrheit der SVP-Wähler sagt Ja

Mehrheitlich für die Initiative sind neben den Wählern von Grünen und SP (89 beziehungsweise 66 Prozent Ja) derzeit auch die SVP-Anhänger: 55 Prozent wollen ein Ja auf den Stimmzettel schreiben, obwohl der Parteivorstand die Nein-Parole herausgegeben hat. Mit einem Nein-Anteil von 70 Prozent sprechen sich die FDP-Wähler am klarsten gegen die Initiative aus. Auch eine Mehrheit der CVP-Basis lehnt das Volksbegehren ab (59 Prozent Nein).

Das mit Abstand wichtigste Argument für eine Zustimmung zur Initiative ist die Sorge um das Grünland: Dass jede Sekunde fast ein Quadratmeter wertvolle Grünfläche überbaut werde, dürfe nicht mehr toleriert werden. Viele Nein-Stimmende überzeugt dagegen das Argument, dass ein starrer Bauzonen-Stopp die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft ausser Acht lasse.

Deutsch- und Westschweiz gespalten

Weiter zeigt die Umfrage, dass die Initiative in der Deutschschweiz mit 57 Prozent Ja auf viel Zustimmung stösst. In der Westschweiz will allerdings eine deutliche Mehrheit von 59 Prozent der Stimmberechtigten ein Nein in die Urne legen. Auch kommt die Vorlage in den Städten besser an als in den ländlichen Regionen: Mit einem Ja-Anteil von 60 Prozent liegt die Zustimmung in den Städten um 9 Prozentpunkte höher als auf dem Land. (sda)

Dieser Siedlungsraum ist auch ein Naturschutzgebiet

Video: srf
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68 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Flint
28.12.2018 07:34registriert März 2014
Im Prinzip ist es nur eine Frage der Zeit bis es ohnehin kein bebaubares Land mehr gibt. Langfristig gedacht muss irgendwann etwas geschehen, auch wenn CVP und FDP nicht will.
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rodolofo
28.12.2018 07:33registriert Februar 2016
Da fragt sich halt, wer bereits ein Einfamilienhaus mit Umschwung hat und darum Ja stimmt, und wer noch keins hat und darum Nein stimmt...
Ich selber finde, dass es jetzt genug hat von diesen Einfamilienhäusern und dass von jetzt an verdichtet in die Höhe gebaut werden sollte.
Schliesslich muss ja auch noch irgendwo Landwirtschaft betrieben werden zwischen den vielen Häusern!
"Urban Gardening" ist sicher ein nettes und sinnvolles Hobby für Permakulturisten in der Stadt.
Aber "Rural Agriculture" ist halt immer noch am besten für die Produktion von Lebensmitteln.
I love Rural Agriculture!
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Baruch de Spinoza
28.12.2018 11:06registriert Januar 2017
Das Erhalten von Grünflächen ist mir persönlich auch ein sehr wichtiges Anliegen, gerade deshalb hatte ich auch absolut kein Verständnis, dass sich die Grüne Partei bei der letzten Abstimmung in Zürich so vehement gegen Hochhäuser (verdichtetes Wohnen) und für den Erhalt einer absoluten Pseudo-Grünfläche (Stadionbrache) ausgesprochen hat. Eine ökologische Raumnutzung verlangt nunmal gewisse Abstriche, gerade für städtisches Wohnen.
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