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Diese SRF-Auswanderer sind (fast) so kultig wie die Schönbächlers

Zum 10-Jahres-Jubiläum von «Auf und davon» fühlt watson den Puls bei Schweizern, die ihr Glück auf Kreta und Fuerteventura gesucht und gefunden haben. Eine Familie kämpft aber mit einem herben Rückschlag.



Hermann Schönbächler ist Kult. Der bärtige Waldschrat aus Biel wanderte 2010 mit seiner Familie nach British Columbia (Kanada) aus – unter Beobachtung der SRF-Kameras von «Auf und Davon». Mit seinem pädagogischen Zweihänder «Richi, I ha gseit du söusch di guät häbä», wurde er zum YouTube-Hit. Heute Abend strahlt SRF die Jubiläumssendung zu 10 Jahre «Auf und davon» aus.

Doch neben Schönbächler haben auch andere Auswanderer Kult-Status erreicht. Am Telefon schildern sie watson, wie es bei ihnen so läuft:

Trix und Marcel Buholzer, Kreta

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Trix und Marcel Buholzer im «The Zep». bild: zvg

«Die Kult-Bar in Agios», «Hammer Live-Musik», «Best Bar in Town»: Trix (60) und Marcel Buholzer (63) haben nicht nur in ihren Beizen-Bewertungen das geschafft, wovon Auswanderer träumen. Vor fast genau fünf Jahren verkauften sie ihr Haus in Aetigkofen SO und zogen auf die griechische Insel Kreta. Im Ferienort Agios Nikolaos eröffnete das Ehepaar die «Zep Rock&Blues Bar».

Seither sind die beiden nie mehr in die Schweiz zurückgekehrt. «Wir haben hier selbst im Februar 20 Grad. Wenn die Sonne hervorkommt, sind die Leute einfach happy. Und wir auch», sagt der kernige Bieler zu watson.

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Im «Zep» geht die Post ab. bild: zvg

In den letzten Monaten sind über dem Auswandererglück jedoch dunkle Wolken aufgezogen. Als sich Trix Ende Oktober einer Routineoperation unterziehen musste, traten Komplikationen auf. Sechs Wochen lag sie im Spital. Wegen eines Hämatoms im Rücken ist sie noch immer auf einem Bein gelähmt. «Ich hoffe, das es bis zum Saisonstart wieder einigermassen geht». Denn nicht nur Marcel, sondern auch Trix hat während den Sommermonaten alle Hände voll zu tun. Sie kümmert sich hauptsächlich um das Bed&Breakfast, welches die beiden ebenfalls aufgebaut haben. «Ich liebe den Kontakt zu den Gästen. Einige davon sind zu richtigen Freunden geworden», so Trix.

Während der Saison steht Marcel Buholzer sechs Tage die Woche an der Theke und kümmert sich um Bands und Gäste, oft bis um 4 Uhr morgens. «Wir werden hier sicher nicht Millionäre. Aber wir leben gut», bilanziert Marcel. Viele Gäste sind Schweizer, die oftmals extra einen Abstecher nach Agios Nikolaos machen, um die Kult-Auswanderer zu besuchen. «Es hat viele Wiederholungstäter», scherzt Buhholzer, der in jungen Jahren als Bühnen-Roadie arbeitete. Rockgrössen wie Led Zeppelin oder die Rolling Stones kreuzten damals seinen Weg.

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Die Aussicht vom Gästehaus der Buholzerns. bild: zvg

Die wilden Jahre sind zwar vorbei. Im «Zep» tanzt bei den Konzerten noch immer der Bär. Aber was vermisst der Rocker auf Kreta? «Wild und Rossfleisch bekommt man hier nicht», so der Solothurner. Seine Freunde bringen ihm jeweils Fleisch aus der Schweiz mit. «Im Winter machen wir auch mal Bärner Platte».

Nun hoffetg er, dass Trix so rasch als möglich wieder gesund wird. Denn bereits im März wollen die beiden für die Geburtstagsfeier eines Grosskindes erstmals in die Schweiz fliegen. Wenn auch nur für kurze Zeit: «Ich lasse mich nie mehr in der kalten Schweiz nieder», ist sich Marcel Buholzer sicher.

Tobias Bayer und Michael Paris, Fuerteventura

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Tobias (links) und Michael im «Stars» Fuerteventura. bild: zvg

Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Im Sommer 2016 eröffneten die Berner Tobias Bayer (48) und Michael Paris (43) auf Fuerteventura das «Stars», eine Bar mit integriertem Modelabel.

Als «Auf und davon» Anfang 2017 über den Äther ging, wurden die beiden zu Publikumslieblingen. «Nach der Ausstrahlung wurden wir von Gästen völlig überrannt», erinnert sich Tobias. Blitzartig mussten sie die Terrasse der Bar vergrössern. Das Geschäft läuft auch zweieinhalb Jahre später rund. «Wir haben uns hier unseren Traum verwirklicht und können gut davon leben.»

Das Paar sucht weiter die Öffentlichkeit. So machen die beiden auch bei der Sendung von 3plus «Adieu Heimat» mit, die momentan ausgestrahlt wird.

Es ist wiederum beste Werbung für ihr Auswanderer-Projekt. «Wir werden dauern angesprochen. Wenn wir in die Schweiz gehen, wollen die Leute schon im Flugzeug Selfies mit uns machen», so Tobias. Gut dreimal pro Jahr besuchen die beiden ihre Familie und Freunde in Bern.

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Tobias und Michael haben sich ihren Lebenstraum verwirklicht.

Natürlich vermisse er die Aare, die Berner Gassen und seine Leute. «Wenn wir in der Schweiz sind, regnet es zum Glück fast immer. Dann ist der Abschied leichter».

Richtige Freunde auf den Kanaren zu finden sei hingegen eher schwierig. Er und Michael blieben oft unter sich. «Fast alle Leute arbeiten hier im Touristen-Business. Freundschaften sind oberflächlich und können langjährige Kumpels nicht ersetzen», sinniert der Berner.

Für die Zukunft wünscht sich das Paar etwas mehr Freizeit. Beide arbeiten meistens zehn, zwölf Stunden, sechs Tage die Woche. Ein grosses Ziel bleibt: «Wir gehen in jeder freien Minute nach draussen. Nur aufs Surfbrett habe ich mich immer noch nicht gewagt.»

So inszenierst du den perfekten #Sommer auf Instagram:

Video: watson/Emily Engkent, Angelina Graf

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