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Zurich's players celebrate winning the Swiss championship title after the seventh match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, on Friday, April 27, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)

Die ZSC Lions feiern in der Kabine – bis dahin war es ein langer Weg.  Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

5 Gründe, wieso es die ZSC Lions geschafft haben, den HC Lugano zu zermürben

Der Finalissima-Sieg der ZSC Lions in der Resega ist kein Zufall. Der 2:0-Sieg, der zum 9. Schweizer Meistertitel führt, hat hauptsächlich fünf Ursachen. Eine Analyse.



Lugano mit den eigenen Waffen geschlagen

Lugano hat seine drei Finalsiege gegen die ZSC Lions alle nach dem praktisch selben Muster eingefahren. Die Luganesi gingen stets in Führung und verwalteten danach geschickt, liessen die Zürcher anrennen, stellten den eigenen Slot zu und blockten massenhaft Schüsse. 

LuganoÕs player Maxime Lapierre, back, fights for the puck with Zurich's player Pius Suter, front right, during the seventh match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, on Friday, April 27, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari)

Hinter statt vor dem Tor: Die Luganesi um Topskorer Maxim Lapierre hatten im 7. Spiel einen schweren Stand. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Gestern ging aber Zürich in Führung und kopierte anschliessend die Lugano-Taktik. Sie verzichteten auf die blinde Offensive, sondern versuchten hauptsächlich, Lugano vom eigenen Tor fernzuhalten. Total blockten die Lions 20 Schüsse. Wie schwierig es für Lugano war, überhaupt zu Abschlüssen zu kommen, zeigt die Schussstatistik. Als die «Bianconeri» im Mittel- und Schlussabschnitt den Rückstand hätten aufholen sollen, schafften sie es bloss 13 Schüsse auf das ZSC-Tor zu bringen. 

Bild

Alle Lugano-Schüsse aufs ZSC-Tor – die meisten aus ungefährlichen Positionen. bild: screenshot sihf

Die Zürcher haben auf das Spektakel verzichtet und das Spiel bewusst abflachen lassen. Wäre es nicht die Finalissima des Playoff-Finals gewesen – die Partie wäre als stinklangweilig abgestempelt worden. Aber es war aus ZSC-Sicht die absolut richtige Taktik, denn wenn es in der Resega zu Spektakel kommt, dann meist mit dem besseren Ende für den HC Lugano.

Ein unterschätzer Champion im Tor

Dass die Lions die Lugano-Taktik kopieren konnten, liegt an einer alles entscheidenden Komponente: Dem Torhüter. Lukas Flüeler hatte im Playoff-Final zwar eine deutlich tiefere Fangquote (90.91%) als sein lettisches Gegenüber Elvis Merzlikins (95.31%), doch Lukas Flüeler ist ein Champion. Der meistunterschätzte Torhüter auf Schweizer Eis ist gestern zum dritten Mal als Stammgoalie Schweizer Meister geworden. 

Wichtiger als die Fangquote ist die Tatsache, dass der Torhüter da ist, wenn es ihn wirklich braucht. Lugano kam gestern in der 56. Minute zur grössten Chance der Partie. Doch Topskorer Maxim Lapierre brachte die Scheibe nicht im scheinbar leeren Tor unter, weil eben Lukas Flüeler noch seine Fanghand ausfahren konnte. Es war der Big Save zum Titelgewinn. Und wie wichtig kann eine Fangquote sein, wenn du in der Resega im Playoff-Final zwei Mal einen Shutout feierst? Eben.

Die Selbstverständlichkeit, enge Spiele zu gewinnen

Die Luganesi haben den Playoff-Final zwar mit 3:4 verloren, obwohl sie 16 Treffer erzielt haben. Die ZSC Lions trafen derweil nur 13 Mal ins Schwarze.

Der HC Lugano hat in den Playoffs am meisten Tore pro Spiel erzielt (3.50) und am wenigsten Tore pro Spiel erhalten (2.33). Die Zürcher haben mit ihrem Torverhältnis von 2.67 zu 2.39 pro Spiel deutlich das Nachsehen und sind trotzdem Meister.

Das Game-Winning-Goal von Patrick Geering.

Die Zürcher haben im Finale alle ihre Partien mit einem Tor Differenz gewonnen (den Empty-Netter zum 2:0 gestern mal ausgenommen). Das war schon in den Viertel- und Halbfinals der Fall. Die ZSC Lions haben bloss beim 5:0 gegen den EV Zug «wirklich» mit mehr als einem Tor Differenz gewonnen.

Die 12 ZSC-Siege zum Titel

4:1 in der Serie gegen den EV Zug:
5:4 
3:2 
5:0 
3:2nV 
4:2 in der Serie gegen den SC Bern:
3:2
3:2
3:1 (3:1 fällt in der 60. Minute)
3:2nV
4:3 in der Serie gegen den HC Lugano:
1:0
5:4nV
3:2nV
2:0 (2:0 fällt in der 60. Minute)

Das will auch heissen, dass die ZSC Lions in 11 der 12 Playoff-Partien bis zum Schluss kämpfen, zittern und bangen mussten. Sie haben die mental höchst schwierigen Situationen mit Bravour gemeistert. Diese Erfahrung, dass man knappe Spiele nicht nur gewinnen kann, sondern auch gewinnen wird, hat im 7. Finalspiel geholfen. 

Die Sperre gegen Pettersson als Segen

Der Eismeister schreibt, der unfaire Check von Fredrik Pettersson gegen Maxim Lapierre in Spiel 6 im Hallenstadion hat die Meisterschaft entschieden. Das ist gar nicht so falsch. Allerdings nicht wegen Lapierre, der auch in Spiel 7 einer der besten Luganesi war, sondern wegen der Sperre gegen Pettersson.

Der Schwede war in der Finalserie ein Schatten seiner selbst, kam in sechs Partien auf einen einzigen Assist und eine Minus-4-Bilanz. Pettersson-Ersatz Lindey Vey zerriss zwar offensiv ebenfalls keine Stricke, doch der Kanadier schadete der Mannschaft immerhin nicht. ZSC-Trainer Hans Kossmann hätte ohne die Spielsperre wohl wieder auf seinen Topskorer gesetzt.

Zurich's player Fredrik Pettersson, left, and head coach Hans Kossman, right, celebrate the Swiss championship title, during the seventh match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, on Friday, April 27, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Pettersson jubelt mit Trainer Hans Kossmann – der Schwede war im 7. Spiel allerdings gesperrt. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Die zusätzliche Scheibenkontrolle

Die Bully-Statistik gilt als die wohl unwichtigste aller Hockey-Statistiken. Und doch war sie in der Serie zwischen dem ZSC und Lugano mitentscheidend – weil die Zürcher darin krass überlegen waren. Denn auch gestern haben die ZSC Lions wieder satte 57.14% aller Bullys gewonnen. Das ist eine hohe, sogar sehr hohe Quote.

LuganoÕs head coach Greg Ireland reacts during the seventh match of the playoff final of the National League of the ice hockey Swiss Championship between the HC Lugano and the ZSC Lions, at the ice stadium Resega in Lugano, on Friday, April 27, 2018. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu)

Lugano-Coach Greg Ireland durfte mit vielem zufrieden sein, aber nicht mit Luganos Bully-Quote. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Gestern hat der ZSC sieben Bullys mehr gewonnen als Lugano. Das sind sieben Chancen mehr, kontrolliert mit der Scheibe etwas anzufangen. In solch einer knappen Playoff-Serie kann das entscheidend sein. Über die gesamten 7 Spiele waren es immerhin 60 Bullys mehr, welche die Zürcher (total 57,46% gewonnene Faceoffs) für sich entscheiden konnten. Es sind die kleinen Unterschiede, die in solch eine ausgeglichenen Serie über Meister oder Vizemeister entscheiden können.

Mehr zur Playoff-Finalissima:

So feiern die ZSC Lions den Meistertitel

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Urs-77 28.04.2018 18:35
    Highlight Highlight Ein weiterer Grund ist; ZSC hat(te) Seger!
    Herzliche Gratulation an deb Zätt! Aber auch an Lugano! Vielen Dank für eine spannende und packende Finalserie!
  • rescue me 28.04.2018 14:45
    Highlight Highlight Lapierre ist so ein Spieler den man gerne im Team hätte, ihn jedoch hasst wenn er beim Gegner spielt. Gratulation nach Lugano für einen packenden Final
  • fonte 28.04.2018 14:22
    Highlight Highlight 1. Grund: Eismeister macht Lugano zum Favoriten
  • Warumdennnicht? 28.04.2018 12:34
    Highlight Highlight Ich mag deine Berichte ja sehr. Aber,
    "
    Die Bully-Statistik gilt als die wohl unwichtigste aller Hockey-Statistiken."

    Wer sowas schreibt, der hat von Eishockey keine Ahnung (daher wunderts mich, dass du das geschrieben hast)

    Wenn Lugano Offensiv nur 1/3 der Bullys gewinnt anstatt 1/2. Dann hat das einen Riesesn Einfluss auf das Spiel. Nach jedem Unterbruch wird fas Bully fortgesetzt. Deshalb ist das Bully Eine sehr, sehr, sehr wichtige Aktion und auch die Statistik ist dementsprechend wichtig.

    ps. Nicht alles, wo von den Medien nicht aufgebauscht und verwendet wird ist unwichtig...
  • Nelson Muntz 28.04.2018 11:23
    Highlight Highlight 1. Lukas entschied Meister zu werden
    2. Elvis has left the building 🤪😉 Respekt was er, Hoffmann und Lapierre zeigten.
    3. hätten beide den Tiel verdient, ganz geile Serie
    • Altorez 28.04.2018 15:01
      Highlight Highlight 2. Lajunen nicht vergessen. Ich hatte jedes Mal Angst wenn er am Puck war.

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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