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epa06845714 Thiago Silva (C) of Brazil celebrates with his teammates after scoring the 2-0 lead during the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Serbia and Brazil in Moscow, Russia, 27 June 2018.

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Anders als 2014 stimmt die Mischung an dieser WM bei der «Seleção». Bild: EPA/EPA

Analyse

Warum Brasilien jetzt erster Titelanwärter ist

Nach dem Ausscheiden von Titelverteidiger Deutschland ist an der WM in Russland Brasilien in die Rolle des ersten Titelanwärters aufgestiegen. Die Mischung beim Rekordweltmeister stimmt.

Christian Finkbeiner, moskau / sda



Noch immer dient Brasilien als Projektionsfläche der Sehnsüchte vieler Fussball-Fans. Kein anderes Land hat so viele exzellente Fussballer hervorgebracht wie das grösste Land Südamerikas. Von Pelé, dem Grössten aller Zeiten, über Garrincha, Zico, Ronaldo und Ronaldinho hin bis zu Neymar, das «Jogo Bonito» wurde zum Gütesiegel der Seleção.

Kein Fussball-Shirt steht höher im Kurs als dasjenige in Kanarienvogel-Gelb, und an den kilometerlangen Stränden im Land der 200 Millionen Einwohner hat das Tragen der Nummer 10 nicht nur während Weltmeisterschaften Hochkonjunktur.

A Brazil fan holds a copy of the World Cup trophy prior to the group E match between Serbia and Brazil, at the 2018 soccer World Cup in the Spartak Stadium in Moscow, Russia, Wednesday, June 27, 2018. (AP Photo/Matthias Schrader)

Weltmeister! Alles andere zählt nicht. Bild: AP/AP

Noch wusste auch Brasilien in Russland bislang nicht restlos zu überzeugen, das Weiterkommen und der letztlich souveräne Gruppensieg standen allerdings nie zur Debatte. Denn im Gegensatz zu anderen Mitfavoriten wie Frankreich, Argentinien oder dem gescheiterten Deutschland verfolgt Brasiliens Trainer Tite einen klaren Plan. Sein 4-3-3-System ist strukturiert, das Gleichgewicht zwischen defensiver Solidität und offensiver Kunst stimmt. In 15 Pflichtspielen unter Tite spielte Brasilien zwölf Mal zu Null und kassierte nur drei Gegentreffer.

Trotz des holprigen Starts gegen die Schweiz und erster Kritik aus der Heimat rückte er von seinem Stammpersonal nicht ab und wurde dafür bereits belohnt. Gegen Serbien erzielte ausgerechnet Paulinho den wegweisenden Führungstreffer, nachdem der Mittelfeldspieler und mit ihm Willian auf der rechten Seite als Schwachpunkt ausgemacht worden war.

Tite lässt Worten Taten folgen

Trotz einer klaren Stammformation steht für den 57-jährigen Coach die Mannschaft über allem. «Sich nur auf elf zu fokussieren, funktioniert nicht, dann wäre eine solche Leistung nicht möglich», sagte Tite nach dem 2:0 gegen Serbien. Seit Monaten nimmt er jede öffentliche Gelegenheit war, seine Idee des Gemeinsamen in die Welt zu tragen – was allein in Anbetracht des Hypes um Neymar, den teuersten Fussballer der Welt, Sinn macht.

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Die Highlights aus dem Spiel gegen Serbien. Video: streamable

Tite lässt seinen Worten auch Taten folgen. In jedem Spiel in Russland führte ein anderer Captain die Seleção aufs Feld. Zum Auftakt gegen die Schweiz trug Marcelo die Binde, dann übernahm sie Thiago Silva, ehe gegen Serbien Miranda die Ehre übertragen wurde. Tites Botschaft ist klar: Verantwortung müssen alle übernehmen. Dass dieser Ansatz fruchtet, hat sich in den bisherigen Spielen gezeigt.

Die Ausfälle der Aussenverteidiger Danilo und Marcelo wurden problemlos kompensiert, in der Offensive ist Brasilien so variabel aufgestellt wie lange nicht mehr. Achtelfinalgegner Mexiko überzeugte in der Gruppenphase nur gegen Deutschland und wirkt etwas inkonstant. Schon an der WM 2014 traf Brasilien auf «El Tri», damals trennte man sich in der Gruppenphase 0:0.

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So spielte Brasilien 2014 gegen Mexiko. Video: streamable

Coutinho stark, Neymar immer besser

Auffälligster Spieler war bislang Philippe Coutinho, der filigrane Techniker im linken Mittelfeld. Gegen die Schweiz und gegen Costa Rica erzielte der Spieler des FC Barcelona das 1:0, gegen Serbien leitete er den Führungstreffer mit einem Traumpass ein. Andere wie Gabriel Jesus und Willian haben noch nicht richtig ins Turnier gefunden, Roberto Firmino und Douglas Costa fällt die Rolle des Edeljokers zu – und Neymar gab in den ersten beiden Spielen mehr durch seine Theatralik als durch seine Tricks und Tore zu reden.

Gegen Serbien deutete «Ney» aber an, dass er langsam aber sicher im Turnier angekommen ist. Seine Mätzchen wurden weniger, sein Einfluss auf das Spiel grösser. Und als die Entscheidung im stimmungsvollen Spartak-Stadion gefallen war und beide Teams ihre taktischen Fesseln ablegten, zeigten er und Brasilien das, wofür sie seit jeher bewundert werden: Fussballkunst, die das Herz begehrt. Beim Rekordweltmeister stimmt die Mischung. Träumen ist erlaubt. Nichts anderes als der sechste Stern wird in der Heimat erwartet. (pre/sda)

Weil Neymar so schön fliegt, es die watson-Bauernregeln gibt

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