DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Streit jubelt über ein Tor – und bald über die Krönung seiner Karriere?
Streit jubelt über ein Tor – und bald über die Krönung seiner Karriere?
Bild: usa today sports

Dürfte sich Mark Streit überhaupt Stanley-Cup-Sieger nennen?

Die kurze Antwort: Ja, er darf. Denn selbstverständlich wäre jeder Spieler im Kader der Pittsburgh Penguins ein Stanley-Cup-Sieger, sollte es im Final gegen die Nashville Predators mit der Titelverteidigung klappen. Doch es gibt ein grosses «Aber».
26.05.2017, 11:4327.05.2017, 07:23

Stanley-Cup-Sieger

Wer dem Kader angehört, dessen Team die Meisterschaft der NHL gewonnen hat, der ist Stanley-Cup-Sieger. Ob er in jedem Spiel eingesetzt wurde oder nur eine Ersatzrolle hatte, ist egal. Eishockey ist schliesslich ein Mannschaftssport.

Gravur im Pokal

Es gibt klare Regeln der NHL, wessen Name im Stanley Cup verewigt werden darf. Dazu muss ein Spieler in der betreffenden Regular Season mindestens 41 Spiele für den siegreichen Klub absolviert haben oder zumindest einmal in der Finalserie eingesetzt worden sein. *

Mark Streit erfüllt das erste Kriterium nicht, da er erst während der Saison nach Pittsburgh wechselte und für die Penguins bislang 22 Partien bestritt (19 in der Regular Season, drei in den Playoffs). Der Berner Verteidiger, in der heissen Phase der Saison zumeist als überzähliger Spieler auf der Tribüne, muss also für die Gravur darauf hoffen, nun noch mindestens einmal aufs Matchblatt zu kommen.

Streit (links) feiert mit Teamkollege Cullen dessen Treffer gegen Ottawa.
Streit (links) feiert mit Teamkollege Cullen dessen Treffer gegen Ottawa.
Bild: Gene J.Puskar/AP/KEYSTONE

Holen die Nashville Predators erstmals in ihrer Geschichte den Stanley Cup, dann werden gleich die Namen dreier Schweizer eingraviert. Denn sowohl Star-Verteidiger Roman Josi wie auch Yannick Weber und der zurzeit verletzte Kevin Fiala erfüllen die Kriterien.

Roman Josi (links) und Kevin Fiala nehmen Brock Nelson von den Islanders in die Zange.
Roman Josi (links) und Kevin Fiala nehmen Brock Nelson von den Islanders in die Zange.
Bild: AP

*

Insgesamt können die Klubs der Liga 52 Namen angeben, welche eingraviert werden. Nebst Spielern sind das auch Staff-Mitglieder und Klubbesitzer. Jene Akteure, welche die Kriterien nicht erfüllt haben, müssen darauf hoffen, dass das Team ihren Namen dennoch eingravieren lässt. Der Entscheid liegt letztlich bei der Liga, welche die Vorschläge des Stanley-Cup-Siegers annimmt oder sie ablehnt.

Im Vorjahr liessen die Pittsburgh Penguins bei ihrem Titelgewinn nebst den Spielern beispielsweise auch die Namen des Konditionstrainers oder von zwei Assistenten des Materialwarts eingravieren.

Für Mark Streit könnte es trotz (noch) nicht erfüllter Kriterien reichen. Von den 52 Namen spricht das Team üblicherweise etwa die Hälfte der Plätze den Spielern zu. Im bisherigen Verlauf der Playoffs setzten die Penguins 25 Akteure ein, von denen 22 ihren Platz auf dem Pokal wohl auf sicher haben. Gut möglich, dass Streit zu denjenigen Spielern gehört, die ebenfalls noch zum Handkuss kommen.

Schweizer Champions

Der erste Schweizer, der den Stanley Cup gewann, war 2001 David Aebischer. Der Goalie der Colorado Avalanche absolvierte 26 Spiele in der Regular Season und gelangte zu einem Einsatz in den Playoffs (32 Sekunden im Viertelfinal gegen die L.A. Kings). Als zweiter Keeper hinter Patrick Roy kam auch Aebischer zur Gravur.

Stolz präsentiert David Aebischer den Pokal in seiner Heimat Freiburg.
Stolz präsentiert David Aebischer den Pokal in seiner Heimat Freiburg.
Bild: KEYSTONE

Martin Gerber, Stanley-Cup-Sieger 2006 mit den Carolina Hurricanes, bestritt in der Regular Season 60 Spiele. In den Playoffs wurde er von Cam Ward verdrängt. Gerber kam noch zu sechs Einsätzen – in den ersten drei Playoff-Runden, aber nicht mehr in der Finalserie gegen die Edmonton Oilers.

Martin Gerber bringt den «Kübel» nach Langnau.
Martin Gerber bringt den «Kübel» nach Langnau.
Bild: KEYSTONE

Pokal-Trivia

  • Der Sockel der Trophäe besteht aus fünf Ringen, von denen jeder Platz für 13 Siegerteams bietet. Ist ein Ring vollständig beschriftet, wird er durch einen leeren ersetzt und in der Hockey Hall of Fame ausgestellt.
  • In den 50er-Jahren gewann Dickie Moore mit den Montreal Canadiens sechs Mal den Stanley Cup. Sein Name wurde dabei fünf Mal anders eingraviert: als D. Moore, Richard Moore, R. Moore, Dickie Moore und Rich Moore.
  • Jiri Slegr kam 2002 zu einer Gravur, weil ein Teamkollege gesperrt war. Slegr wurde während der Saison von den Detroit Red Wings geholt, bestritt aber nur acht Spiele in der Regular Season. In den Playoffs musste er zuschauen, ehe er in Spiel 5 der Finalserie eingesetzt wurde. Das genügte.
  • 1963 wurden die Toronto Maple Leafs als «Leaes» eingraviert, 1972 die Boston Bruins als «BQSTQN» und 1981 die New York Islanders als «Ilanders».
  • Der Stanley-Cup-Sieger darf den Pokal 100 Tage lang behalten. Dazu darf seit 1994 jeder Spieler des Siegerteams den Pokal einen Tag lang «ausführen». Verboten sind Besuche in Stripklubs und Casinos, doch es gab schon Spieler, die ihre Hunde aus der Trophäe fressen liessen oder mit ihm im Swimming Pool badeten.
Eddie Olczyk von den New York Rangers füttert «Go for Gin», das Siegerpferd des Kentucky Derbys.
Eddie Olczyk von den New York Rangers füttert «Go for Gin», das Siegerpferd des Kentucky Derbys.
bild: hof

Meisterschaftsring

Einen Ring erhalten die Champions nicht von der Liga, sondern von ihrem Team. Es gibt deshalb keine Regeln; wer einen Ring erhält, ist Sache der Klubbosse. Obwohl eines der Schmuckstücke zumeist zwischen 20'000 und 25'000 Dollar kostet, werden sie oft grosszügig vergeben. Nicht nur Spieler und Trainer können sich darüber freuen, auch Scouts, Masseure und andere Klubangestellte.

Die Siegerringe 1993 (Montreal Canadiens), 2001 (Colorado Avalanche) und 1989 (Calgary Flames).
Die Siegerringe 1993 (Montreal Canadiens), 2001 (Colorado Avalanche) und 1989 (Calgary Flames).

Diese Eishockey-Legenden sind im Triple-Gold-Club

1 / 31
Diese Eishockey-Legenden sind im Triple-Gold-Club
quelle: ap/ap / michael dwyer
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Die McNall-Revolution – wie ein freundlicher Schurke die moderne NHL erfand

Die Kraken aus Seattle werden das 32. Team der NHL sein. Beinahe geht vergessen: Am Anfang der Entwicklung der NHL auf nun 32 Teams, von einer Pleiteliga zu einem brummenden Milliardengeschäft, steht ein Schurke. Eine Reise zurück in die aufregendsten Jahre der neueren NHL-Geschichte, als alles begann.

Die Sonne versinkt ansichtskarten-glutrot im Pazifik. Durch die Luft wabert der Geruch von Räucherstäbchen und sonstigem Kraut. Polizisten dösen träge wie Seehunde in Streifenwagen und überwachen die in den letzten Sonnenstrahlen rollschuhlaufenden, joggenden Menschen. Die Verkaufsstände werden weggeräumt und dicke Eisengitter rasselnd vor die Souvenierläden runtergelassen. Abendstimmung am Venice Beach. Sie kontrastiert mit den Problemen, die Los Angeles bis heute kennzeichnen: Hitze, …

Artikel lesen
Link zum Artikel