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Grandiose Stimmung im Klotener Schluefweg beim längsten Spiel der Schweizer Hockey-Geschichte.
Grandiose Stimmung im Klotener Schluefweg beim längsten Spiel der Schweizer Hockey-Geschichte.
Bild: KEYSTONE

Overtime-Wahnsinn in Kloten! Die Zahlen zum längsten Spiel der Schweizer Hockey-Geschichte

102 Minuten und 32 Sekunden dauerte es, dann war das bis heute längste Hockey-Spiel auf Schweizer Eis zu Ende. Der EHC Kloten besiegte die SCRJ Lakers mit 3:2 in der dritten Verlängerung. Es war eine Geduldsprobe für Fans und Spieler.
18.04.2018, 09:5118.04.2018, 11:17

Spieldauer

102:32 Minuten

Der 3:2-Siegtreffer von Denis Hollenstein fiel um 0.28 Uhr in der dritten Verlängerung. Oder anders gesagt im sechsten Drittel.

Es war das bislang längste Playoff-Spiel der Schweizer Geschichte. Den alten Rekord stellten Olten und Langenthal im vierten Spiel des diesjährigen Swiss-League-Halbfinals mit 87:24 Minuten auf.

Das längste Spiel der Geschichte:
Das norwegische Playoff-Viertelfinalspiel zwischen den Storhamar Dragons und den Sparta Warriors wurde 2017 nach 217:14 Minuten entschieden. Um 2.32 Uhr morgens an einem Montag. Die Partie hatte schon um 18 Uhr begonnen

In Kloten sahen die Zuschauer keine hochstehende, aber eine mitreissendes Partie, die immer mehr zum Abnützungskampf wurde. Das Rekordspiel lebte vor allem von der Spannung. Auf der einen Seite die Klotener, die unbedingt gewinnen mussten und spielerisch die feinere Klinge führten, auf der anderen die SCRJ Lakers, die solidarisch verteidigten und offensiv Nadelstiche setzten.

Die Highlights aus Spiel 3 zwischen Kloten und Rappi.

Paraden

Auch wegen der beiden Torhüter wurde es zu einem Rekordspiel. Mit mehreren Glanzparaden hielten sie ihre jeweiligen Teams am Leben. Kein Wunder, wurden beide am Ende zum besten Spieler ihres Teams gewählt.

Luca Boltshauser (Kloten)

42 Paraden – Fangquote: 95,45 Prozent

Bild: KEYSTONE

Melvin Nyffeler (Rapperswil-Jona)

64 Paraden – Fangquote: 95,52 Prozent

Bild: PPR

Schüsse

Aufs Tor

Geblockte Schüsse

  • Kloten: 19
  • SCRJ Lakers: 36

Eiszeit

Kloten-Trainer André Rötheli forcierte seine besten Kräfte, während SCRJ-Coach Jeff Tomlinson versuchte, die Belastung auf mehrere Schultern zu verteilen. Am Ende waren aber dennoch alle k.o. Hier die Spieler, die am längsten auf dem Eis standen.

EHC Kloten

  • Steve Kellenberger: 36:11 Minuten
  • Rene Back: 36:07 Minuten
  • Tim Ramholt: 34:53 Minuten
  • Denis Hollenstein: 32:45 Minuten
Kloten-Captain Denis Hollenstein stand als Flügel beinahe gleich lange auf dem Eis wie seine Verteidiger-Kollegen.
Kloten-Captain Denis Hollenstein stand als Flügel beinahe gleich lange auf dem Eis wie seine Verteidiger-Kollegen.
Bild: PPR

SCRJ Lakers

  • Frédéric Iglesias: 34:11 Minuten
  • Rajan Sataric: 33:29 Minuten
  • Dion Knelsen: 30:57 Minuten
  • Florian Schmuckli: 30:55 Minuten
Dion Knelsen konnte es für die Lakers dieses Mal trotz viel Eiszeit nicht richten.
Dion Knelsen konnte es für die Lakers dieses Mal trotz viel Eiszeit nicht richten.
Bild: PPR

Temperatur

Gefühlte 36 Grad – und noch heisser?

Am Nachmittag waren die Temperaturen draussen schon frühsommerlich warm. Im Schluefweg stiegen sie dann dem Spielverlauf entsprechend von Minute zu Minute in schwindelerregende Höhen.

Der Blick vom obersten Rang auf die beiden Fanlager.
Der Blick vom obersten Rang auf die beiden Fanlager.
bild: watson

Gegen Mitternacht wähnte man sich in einer Sauna, vor allem direkt unter dem Hallendach mussten sich die Zuschauer ihrer Jacken und Pullover entledigen und sich die Schweissperlen von der Stirn wischen.

Auf der Tribüne fieberte auch Kloten-Präsident Hans-Ueli Lehmann mit, der sich das Spiel mit SVP-Nationalrat Roger Köppel anschaute.

Bild: KEYSTONE

Überstunden

2.05 Uhr: «Bin jetzt au dihei»

6863 waren gestern Abend im Schluefweg. Ihre Geduld wurde allerdings ziemlich strapaziert, trotzdem blieben die meisten bis zum Schluss. Viele dürften heute verspätet oder mit dunklen Augenringen am Arbeitsort eingetroffen sein. Die Taxi-Unternehmen in Kloten hatten nach Mitternacht Hochkonjuktur, weil bei Spielschluss längst keine Züge mehr fuhren.

Bitter war's natürlich für die Lakers-Fans, die nicht nur die Niederlage zu beklagen, sondern auch noch den längeren Heimweg hatten. Immerhin fuhren die Gelenkbusse, welche die Fans eigentlich nur bis Oerlikon bringen sollten gleich nach Rapperswil durch. Kurz vor 2 Uhr bogen diese auf den Bahnhofsplatz in Rapperswil ein.

Im Stadion schlossen rund 90 Prozent der Verpflegungsstände nach Ende der regulären Spielzeit. Bier und Snacks gab es für die Zuschauer aber noch reichlich.

Hier geht nix mehr.
Hier geht nix mehr.
Bild: KEYSTONE

Beim TV-Sender My Sports hatten sie es besser: Studio-Gast Urban Leimbacher bestellte Pizza für die hungrigen Experten. Nach Ende der zweiten Verlängerung traf der Kurier endlich ein.

Auch der watson-Tickerer im Büro kam übrigens ziemlich ins Schwitzen. Weil sein letzter Zug kurz nach Mitternacht fuhr, musste er die Partie von unterwegs fertig tickern.

» Hier gibt's den Liveticker des Marathon-Matchs zum Nachlesen.

Livetickern im Zug – eine watson-Premiere!
Livetickern im Zug – eine watson-Premiere!
bild: watson

Die Stimmen zum Spiel

René Back (EHC Kloten):

«Es war sehr intensiv. Eine Verlängerung ist man sich gewohnt. Aber eine zweite und eine dritte hängen physisch schon an, aber auch mental. Trotz dem Sieg müssen wir den Ball aber flach halten. Jetzt schauen wir, wie es am Donnerstag in Rapperswil weitergeht.»
srf

Denis Hollenstein (EHC Kloten):

«Wir haben in den Pausen gegessen, was wir gerade fanden. Es gab Shakes, Glucose-Gel und Brausetabletten. Damit kommst du gut durch. Doch jetzt gehen wir noch einmal essen, hauen Pasta rein. Ich habe viel Wasser verloren.»
blick.ch

Leandro Profico (SCRJ Lakers):

«Es ist frustrierend, dass es so lange gegangen ist und wir verloren haben. Das wünsche ich niemandem. Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Aber jetzt ist es so. Wir müssen diese Niederlage abhaken und uns erholen. Am Donnerstag geht es schon weiter.»
srf

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