DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUR MITTEILUNG, DASS TRAINER ARNO DEL CURTO SEINEN VERTRAG BEIM HC DAVOS UM EINE SAISON VERLAENGERN WIRD, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, DEM 30. APRIL 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Trainer Arno Del Curto, an der Meisterfeier des HC Davos, am Samstag, 18. April 2015, in Davos. Der HC Davos war am Freitag, 10. April 2015 zum 31. Mal Schweizer Eishockey Meister geworden. Sie hatten die Finalserie gegen die ZSC Lions mit 4:1 gewonnenen Spielen fuer sich entschieden. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Del Curto bei einer von sechs Meisterfeiern als HCD-Trainer. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Der Grösste aller Zeiten geht – im Stil des Grössten aller Zeiten

Arno Del Curto (62) ist nicht mehr Trainer in Davos. Eigentlich unvorstellbar. Ein trauriger Tag für unser Hockey? Nein. Arno Del Curto verlässt die Arena als Sieger.



Die erste spontane Reaktion kommt von Chris McSorley: «One of the saddest days I've had since 2001».

Der Kanadier, der im Wesen und Wirken Arno Del Curto am nächsten kommt, hat recht und wieder auch nicht. Natürlich ist es hockeytechnisch ein trauriger Tag, wenn Del Curto sein Amt niederlegt. Nun ist McSorley der «Dinosaurier» der Liga. Er arbeitet seit 2001 in Genf und es passt, dass ausgerechnet er am Freitag der nächste Meisterschafts-Gegner der Davoser ist.

Aber es gibt auch eine andere Sichtweise. Arno Del Curto verlässt die grosse Bühne als grösster Schweizer Trainer aller Zeiten im Stil des grössten aller Zeiten. Als Sieger. Nach einem 5:1 im Hallenstadion gegen die mächtigen ZSC Lions. Nach einem Triumph über den Titelverteidiger. Ein würdiger Abgang. Und noch etwas: Dieser Abgang entspricht dem Charakter des charismatischen Feuerkopfes. Von einem Tag auf den anderen. Ohne Vorankündigung. In einem Augenblick, den er selber bestimmt. Ohne grosses Theater. Ein lange angekündigter Abschied mit dem heute üblichen Medien- und sonstigen Zirkus wäre ihm zutiefst in der Seele zuwider gewesen.

HC Davos Cheftrainer Arno Del Curto waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Sonntag, 25. November 2018, in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Sein letztes Spiel: Am Sonntag gewann Del Curtos Team 5:1 bei den ZSC Lions. Bild: KEYSTONE

Arno Del Curto geht freiwillig. Ob nun unfreiwillig freiwillig oder freiwillig ist völlig unerheblich. Seine Verdienste um unser Hockey und den HC Davos sind so gross, dass er nur selber gehen kann. Eine Entlassung, eine Amtsenthebung von Arno Del Curto wäre eine Stillosigkeit sondergleichen gewesen. Die grösste in der Geschichte unseres Hockeys. HCD-Präsident Gaudenz Domenig ist ein Mann mit Stil.

Arno Del Curto hat den HCD im Sommer 1996 übernommen. Im Sommer 1996! Da sassen Ruth Dreifuss, Moritz Leuenberger, Jean-Pascal Delamuraz, Kaspar Villiger, Arnold Koller, Flavio Cotti und Adolf Ogi im Bundesrat. Die NLA-Trainer hiessen damals Riccardo Fuhrer (La Chaux-de-Fonds), Alexander Jakuschew (Ambri), Bryan Lefley (SC Bern), Kjell Larsson (Fribourg-Gottéron), Wayne Fleming (Kloten), Mats Waltin (Lugano), Pekka Rautakallio (Rapperswil-Jona), Jim Koleff (Zug) und Alpo Suhonen (ZSC).

Chris McSorley, Geneve-Servette, Arno Del Curto, HC Davos, und Martin Baumann, CEO Champions Hockey League, von links nach rechts, waehrend der Pressekonferenz der Champions Hockey League am Montag, 17. August 2015, in Oberwil bei Zug.(KEYSTONE/Alexandra Wey)

McSorley und Del Curto im Sommer 2015 bei einem Anlass der Champions Hockey League. Bild: KEYSTONE

Ralph Krueger kannte hierzulande noch niemand. Er war Cheftrainer eines Operettenklubs (Feldkirch) in einer Operettenliga (Alpenliga). Und Chris McSorley Cheftrainer in einer Farmteamliga in Las Vegas und wusste nicht einmal recht, wo auf dem Globus die Schweiz und Genf zu finden sind.

Item, wenn ein Trainer geht (oder gegangen wird), dann ist es eigentlich Chronistenpflicht, zu erklären, warum er gescheitert ist. Und meistens geht es bei einer Analyse des Misserfolges nicht ohne Häme. Und nicht ohne Besserwisserei.

Natürlich ist es in letzter Konsequenz ein Scheitern. Und wenn es eine Analyse braucht, dann können wir die in einem Satz machen: Er hatte nicht mehr die Spieler mit dem Talent und der Persönlichkeit, um «sein» Hockey zu spielen.

Lars Weibel, links, wird als Torhueter des Jahres ausgezeichnet, Reto von Arx, rechts, als MVP und Arno del Curto, Mitte als Trainer des Jahres, am Freitag, 24. Januar 2003, anlaesslich der Verleihung der Swiss Hockey Awards 2003, im Kursaal in Bern.  (KEYSTONE/Edi Engeler)

2003 werden Del Curto und sein Mastermind Reto von Arx als Trainer des Jahres bzw. als MVP ausgezeichnet. Bild: KEYSTONE

Aber wer mehr als 20 Jahre ein Team mit so viel Erfolg geführt, gecoacht, trainiert und betreut hat, wer so viel Erfolg hatte, wer ein Trendsetter in seinem Sport war, scheitert nicht. Er ist über Erfolg und Misserfolg erhaben.

Eher ist es so, dass Arno Del Curto nun in Pension geht. Mit hoch erhobenem Haupt. Als grosser Sieger über die ZSC Lions. Als «ewiger» Trainer. Als einer, der nicht nur so viele gegnerische Mannschaften besiegt hat.

Er hat auch die Zeit besiegt.

Auch das gab's tatsächlich einmal: Del Curto mit (vom Funktionär geliehener) Krawatte.

Die Karriere von Arno Del Curto

Hai beisst Taucher in den Kopf

Video: watson/nfr

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweiz gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Eismeister Zaugg erklärt einen Mythos – 75 Jahre Hockey in Langnau

Die SCL Tigers spielten gestern gegen Zug. Das Resultat (4:9) ist unerheblich. Es war nämlich das Spiel zum 75-jährigen Jubiläum. Wie ist es möglich, dass sich im oberen Emmental ein Dorfklub heute noch im Hockey-Business zu behaupten vermag? Weil Langnau zum Mythos geworden ist.

Mythos Langnau. Das Wort steht für Dinge oder Personen von hoher symbolischer Bedeutung. Wie zeigt sich der Mythos Langnau?

Ich möchte dazu einleitend eine Episode erzählen. Sie sagt uns, was der Mythos Langnau bewirkt. Es ist eine Begebenheit, die nur in Langnau möglich ist.

Im Sommer 2009 stehen die SCL Tigers am Rande des Abgrundes. Der SCL Tigers AG droht der Konkurs und das Stadion genügt den Ansprüchen des modernen Sportes bei Weitem nicht mehr.

Präsident Hans Grunder präsentiert im Rahmen …

Artikel lesen
Link zum Artikel