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Tangnes geht beim EVZ: Alles wird anders in Zug, alles bleibt gleich …

Head Coach Dan Tangnes (EVZ), Mitte, gibt Anweisungen an Niklas Hansson (EVZ) im Spiel der Eishockey National League zwischen dem EV Zug, EVZ, und den ZSC Lions, ZSC, am Donnerstag, 28. November 2024  ...
Gegen die ZSC Lions nützen Dan Tangnes Anweisungen nicht viel.Bild: keystone
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Alles wird anders in Zug, alles bleibt gleich …

Der EV Zug verliert gegen die ZSC Lions sang- und klanglos 0:4. Eine Steilvorlage für eine kernige Polemik. So in dem Sinne: kein Wunder, wenn Trainer Dan Tangnes schon das Handtuch geworfen hat. Doch das wäre ungerecht, unseriös und schlichtweg falsch.
29.11.2024, 10:2429.11.2024, 15:40

Der Ansatz der ungerechten, unseriösen und schlichtweg falschen Polemik wäre so: Dan Tangnes hat gespürt, dass die Tage des Ruhmes in Zug zu Ende gehen, und geht deshalb im nächsten Frühjahr vor Vertragsablauf. Familiäre Gründe? Nur eine billige Ausrede. Und nun ist er bis zum Ende seiner Amtszeit nur noch eine «lame duck». Kein Wunder: Jeder weiss ja, dass der Chef sowieso geht. Er hätte die Entscheidung, Zug vor Vertragsende zu verlassen, besser bis Saisonende für sich behalten.

Tönt doch gut. Und sicherlich gäbe es für eine solche polemische Argumentation reichlich Zustimmung: Ja, ja, genau so ist es. Aber es ist eben nicht so.

Tangnes ist authentisch

Dan Tangnes gehört zu den ganz grossen Trainerpersönlichkeiten. Seit 2018 in Zug, einmal Cupsieger, zweimal Meister. Tangnes hat eine Eigenschaft, die alle grossen Trainer auszeichnet: Er ist authentisch. Er sagt, was er für richtig hält. Im Triumph und in der Niederlage.

Im Laufe der letzten sechs Jahre hat der Chronist von ihm nie eine billige Ausrede und kaum je eine der sonst in der Branche gängigen Floskeln (= leere Worte) gehört. Wer authentisch ist, kann sich nicht verstellen. Auch dann nicht, wenn er ein guter Schauspieler wäre.

Ein Entscheid, der Respekt verdient

Es wäre dem Norweger schlichtweg unmöglich gewesen, eine so fundamentale Entscheidung wie die vorzeitige Auflösung seines Arbeitsverhältnisses bis Saisonende geheim zu halten. Er sagt dazu: «Wir arbeiten täglich so intensiv zusammen und ich versuche, dem Team Energie zu geben. Wenn ich eine Entscheidung, die uns alle betrifft, geheim halten müsste, wäre ich nicht mehr dazu in der Lage, meine Arbeit zu machen.» Oder banaler gesagt: Die Spieler würden sehr schnell spüren und ahnen, dass mit ihrem Chef etwas nicht mehr so ist wie vorher. Und sie würden fragen: «Hey Dan, was ist los mit dir?»

Zur Ausrede: Dan Tangnes war noch nie einer, der billige Ausreden vorgebracht hat, und er wird auch nie einer sein, der billige Ausreden vorschieben wird. Wenn es um die Familie geht (Dan Tangnes hat eine Tochter), wenn jemand entscheidet, in seine Wahlheimat Schweden zurückzukehren und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, dann verdient dieser Entschluss nur eines: uneingeschränkten Respekt. Punkt.

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Tangnes 2021 mit dem Meisterpokal.Bild: keystone

Aber könnte die Gewissheit, dass der Chef am Ende der Saison gehen wird, nicht doch einen Einfluss auf das Leistungsvermögen haben? Tangnes sagt dazu: «Wechsel gehören zum Alltag in diesem Geschäft und Teams wissen damit umzugehen.» Was er nicht sagt: Die Beziehung zwischen dem Trainer und der Mannschaft ist in Zug intakt. Niemand tanzt auf den Tischen, weil er geht. Wenn nun bereits bekannt ist, dass er sich per Saisonende verabschieden wird, dann ist die Wirkung eine positive und keine negative: erst recht noch einmal alles geben, um dem Chef einen guten Abschied zu ermöglichen.

«Alles noch sehr weit weg»

Welche Rolle spielt Dan Tangnes nun über das Tagesgeschäft hinaus? Ist er nach wie vor in die sportlichen Entscheidungsprozesse – Welche Spieler holen wir für nächste Saison? Welche Spieler brauchen wir? – einbezogen? Hilft er bei der Suche nach seinem Nachfolger mit? Er sagt: «Nein. Aber wenn ich um eine Auskunft oder Einschätzung gebeten werde, kann ich etwas sagen. Aber das ist alles noch sehr weit weg.»

Bleibt am Ende noch die Frage: Warum dann diese sang- und klanglose Niederlage gegen die ZSC Lions? Erstens hat jedes Team im Laufe der Qualifikation mal einen missglückten Abend. Zweitens gehören die ZSC Lions zu den besten Teams Europas und spielten zwar nicht ihr bestes, aber ihr effizientestes Hockey. Aber selbst die Zürcher, die in Zug so souverän und auf eine so selbstverständliche Art und Weise gewonnen haben, sind erst vor einer Woche vom Schlusslicht Ajoie 2:1 gebodigt worden.

Dan Tangnes geht Ende Saison und alles wird in Zug anders sein. Aber vorerst bleibt alles gleich. Zug ist ein Meisterkandidat. Aber nur, wenn Leonardo Genoni im Tor steht.

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