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epa06861329 Xherdan Shaqiri of Switzerland reacts during the FIFA World Cup 2018 round of 16 soccer match between Sweden and Switzerland in St.Petersburg, Russia, 03 July 2018.

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Von sich selbst enttäuscht? Xherdan Shaqiri kam gegen Schweden nicht an seine Bestform heran.  Bild: EPA/EPA

Nicht einmal ein Drama! Warum das WM-Aus gegen Schweden besonders bitter ist

Wieder nichts! Das Warten auf den ersten Vorstoss in einen WM- oder EM-Viertelfinal seit 1954 geht weiter. Die Schweizer kamen im wichtigsten Spiel seit zwei Jahren nicht auf Touren. Sie taten sich hinterher schwer, Erklärungen für das 0:1 gegen Schweden zu finden.

stefan Wyss, st.petersburg / sda



Zum Ende war es diesmal nicht einmal ein Drama. Und das ist vielleicht das Enttäuschendste an diesem Ausscheiden der Schweiz in den Achtelfinals gegen Schweden. Es gab kein spätes Gegentor und keinen noch späteren Pfostenschuss wie 2014 an der WM gegen Argentinien. Es gab keine Niederlage nach Penaltyschiessen wie vor zwei Jahren an der EM gegen Polen. Es gab ein 0:1 nach 66 Minuten, und das wars. Keine gute Torchance mehr, keinen leidenschaftlichen Sturmlauf. Die Schweiz hat diese WM am Dienstag in St. Petersburg im Prinzip durch die Hintertüre verlassen.

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Forsberg erzielt in der 66. Minuten das entscheidende 1:0 für Schweden. Video: streamable

Torhüter Yann Sommer wollte keine Klassifizierung der verschiedenen Achtelfinal-Niederlagen vornehmen. «Es ist einfach sehr bitter, wenn man ein K.o.-Spiel verliert. Da ist es egal, ob man das Tor in der letzten Minute kassiert oder in der 70., oder ob man im Penaltyschiessen verliert.» Einen zu weiten Blick zurück hatten die Schweizer ohnehin nicht im Sinn. Sie hatten genug zu tun mit der Gegenwart. «Diese Niederlage gegen Schweden ist deshalb bitter, weil das keine Übermannschaft war. Wir hatten grosse Ziele und eine riesige Chance, aber heute war es von uns zu wenig», so Sommer.

Ein Tor in vier K.o.-Spielen

Weshalb die Schweizer im wichtigsten Spiel seit zwei Jahren weit unter ihren Möglichkeiten blieben, konnten sie sich auch nicht erklären. Valon Behrami redete davon, dass sie «die Grenzen aufgezeigt bekommen» hätten. «Wir haben den Sieg nicht verdient und müssen uns fragen, weshalb eine solche Leistung herausgekommen ist», so Behrami.

Xherdan Shaqiri suchte einen technischen Ansatz und befand, sie hätten «zu langsam gespielt und ein paar Pässe weniger nach vorne gebracht als sonst». Aber auch der Antreiber in der Offensive brachte die Analyse bald wieder auf eine mentale Ebene und forderte: «Wir müssen lernen, wie man solche Spiele gewinnt.»

Solche Spiele. K.o-Spiele. Die Schweiz besteht in diesen Duellen um alles oder nichts einfach nicht. 2006, 2014, 2016, 2018. Viermal in den Achtelfinals, viermal ausgeschieden. Vor allem eine Zahl hinter den vier Niederlagen ist erbärmlich: Die vier Achtelfinals gegen die Ukraine, Argentinien, Polen und Schweden dauerten insgesamt 450 Minuten. Der Schweiz gelang dabei ein einziges Tor.

Behrami macht weiter

Nach dem Ausscheiden bei grossen Turnieren beschliessen viele Routiniers ihre Karriere im Nationalteam. Die letzten solchen Rücktritte gaben in Russland der Argentinier Javier Mascherano, der Mexikaner Rafael Marquez oder der Däne Michael Krohn-Dehli.

Nicht so Valon Behrami. Der 33-jährige Tessiner erklärte nach der 0:1-Niederlage gegen Schweden, dass er der SFV-Auswahl weiterhin zur Verfügung stehe. «Ich spüre, dass ich dem Team noch etwas geben kann. Ich habe noch Ziele mit diesem Team», so Behrami, der in Russland einer der Besten im Schweizer Team war.

Der Achtelfinal gegen Schweden war Behramis 83. Länderspiel. Insgesamt hat der Mittelfeldspieler zehn Partien an WM-Endrunden bestritten. Er ist damit zusammen mit Captain Stephan Lichtsteiner Schweizer Rekordhalter. (sda)

Stillstand statt Fortschritt

Die nackten Resultate seien ein Stillstand, gab Sommer zu. «Wenn man das Wesentliche, die Resultate, anschaut, sind wir nicht weitergekommen. Diese Kritik müssen wir akzeptieren», sagte Behrami.

Die Schweizer Spieler stellten sich nach der Niederlage fair und mit Anstand den Kritiken. Sie waren gefasst und selbstkritisch - und versuchten bereits tief unten im Bauch des Krestowski-Stadions von St. Petersburg nach vorne zu blicken. «Wir werden uns weiter entwickeln, und dann versuchen wir es in zwei Jahren wieder», so Shaqiri.

Und Rodriguez beschloss die WM mit den Worten: «Wir müssen jetzt weiter schauen. Es wird weitergehen.» Nach vier Achtelfinal-Niederlagen seit 2006 sind die Schweizer immerhin noch lange nicht mit dem gleichen Fluch belegt wie die Mexikaner. Diese hatten am Montag ihren siebten WM-Achtelfinal in Folge verloren. (pre/sda)

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