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Trainer Vladimir Petkovic waehrend des Training der Schweizer Fussballnationalmannschaft im GC Campus in Niederhasli ,am Montag, 8. Oktober 2018. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Vladimir Petkovic ist gut gelaunt. Bild: KEYSTONE

Wie Vladimir Petkovic die Nations League für Experimente braucht

Nach hektischen Monaten ist bei der Nationalmannschaft wieder Ruhe eingekehrt. Trainer Vladimir Petkovic hat Zeit, sich um die Nati der Zukunft zu kümmern.

etienne wuillemin / Aargauer Zeitung



Vladimir Petkovic nimmt Platz. Er lächelt. Dann schaut er zum Fenster hinaus. Er sitzt in einem Konferenz-Raum eines Zürcher Hotels, 15. Stock, «ein schöner Ausblick», sagt er und freut sich an den Sonnenstrahlen, «wir werden sicher einen guten Start in diese Woche haben».

Knapp ein Monat ist vergangen seit den Spielen gegen Island (6:0) und England (0:1). Knapp ein Monat also seit der wichtigen Woche der Aufarbeitung nach dem unschönen WM-Ende, als der Sport plötzlich zum Nebenaspekt verkam, weil Doppeladler und Doppelbürger die dominierenden Themen waren. Diese Schauplätze ruhen nun. Der Schweizer Nationaltrainer darf sich an diesem Montagnachmittag ausschliesslich mit sportlichen Fragen befassen. Es ist ein gutes Zeichen.

Christian Fassnacht waehrend des Training der Schweizer Fussballnationalmannschaft im GC Campus in Niederhasli ,am Montag, 8. Oktober 2018. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Christian Fassnacht ist erstmals bei einem Nati-Zusammenzug dabei. Bild: KEYSTONE

Die Kernfrage lautet: Wie viel Blutauffrischung braucht dieses Team? Die Nations League dient Petkovic als Versuchslabor, bevor es im März 2019 dann mit der EM-Qualifikation losgeht. Der eine oder andere Junge hat seine Chance im September erhalten und genutzt, Kevin Mbabu allen voran, der nun aber verletzt ist, und Denis Zakaria. Kann nun in Belgien und Island erneut einer punkten? FCB-Stürmer Albian Ajeti vielleicht wieder, oder gar der erstmals ins Kader berufene YB-Flügel Christian Fassnacht?

Der Wert des Captains

Die Routiniers haben weiterhin die Chance, sich dem Konkurrenzkampf zu stellen. Allen voran gilt das natürlich für den Captain. Stephan Lichtsteiner fehlt in diesem Aufgebot. Keine Position im Team ist derart gut besetzt wie jene des rechten Verteidigers. «Extrem», nennt Petkovic diesen Positionskampf. Und betont gleichzeitig den Wert Lichtsteiners. «Er hat eine grosse Leistung gezeigt – auch neben dem Platz.»

ARCHIVBILD ZUR AUSSORTIERUNG VON LICHTSTEINER AUS DER SCHWEIZER NATIONALMANNSCHAFT -- Switzerland's defender Stephan Lichtsteiner during the FIFA soccer World Cup 2018 group E match between Switzerland and Brazil at the Rostov Arena, in Rostov-on-Don, Russia, Sunday, June 17, 2018. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Stephan Lichtsteiner – Captain ohne Stammplatzgarantie? Bild: KEYSTONE

Der Captain war eine der zentralen Figuren in der Aufarbeitung der WM. Dafür gebührt ihm Respekt und Wertschätzung des Trainers. Und trotzdem ist klar: Lichtsteiners Stammplatz ist nicht unumstritten. Es wird die wohl grösste Herausforderung für Petkovic, den Umgang mit seinem Captain zu moderieren. Nebengeräusche wie beim Rücktritt im Sommer von Valon Behrami kann er sich kaum leisten.

Das 6:0 gegen Island zu Beginn der Nations League hat niemandem mehr geholfen als dem Nationaltrainer selbst. Auch Petkovic ist in die Kritik geraten bei der WM. Die Fragen sind weiterhin berechtigt: Gelingt es ihm, diese Schweizer Mannschaft noch einmal weiterzuentwickeln? Gelingt es ihm, sich teilweise von seinen Prinzipien zu trennen, wenn es nötig ist?

Die Hektik ist weg

Wobei der Nationaltrainer eines auch klarstellt: Die Schweiz will auch in Brüssel punkten. Am liebsten dreifach, es wäre der erste Sieg gegen einen Grossen des Weltfussballs seit dem 2:0 gegen Portugal im September 2016. Oder dann zumindest erneut nicht verlieren. Wie das bereits an der WM gegen Brasilien und in der Vorbereitung zuvor gegen Spanien gelungen ist.

Nati-Zusammenzug in Zürich – Fassnacht kommt mit Mami Eva

Zum Ende des Nachmittags nimmt sich Petkovic auch noch Zeit, um auf einige Personalien einzugehen. Auf die Innenverteidiger Elvedi und Schär beispielsweise («die eine Situation gefällt mir, die andere nicht»). Oder auf Shaqiris neue Rolle als Spielmacher («er hat das sehr gut gemacht. Wichtig ist, dass er ständig in Bewegung ist und die ganze Breite und Tiefe des Feldes ausnutzen kann»).

Und schliesslich zum plötzlichen Formanstieg von Seferovic («Ich brauche nicht erleichtert zu sein. Er kämpft unermüdlich und hat sich dank Arbeit und Leistung durchgesetzt. An Toren wie jenem gegen Porto wird er weiter wachsen»).

Dann verabschiedet sich Petkovic, das Training ruft. Er lächelt noch einmal. Er hat schon hektischere Tage als Nationaltrainer erlebt.

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Glenn Quagmire 09.10.2018 09:49
    Highlight Highlight Das einzige was fehlt, ist ein Knipser....
    • Ziasper 09.10.2018 12:37
      Highlight Highlight Ich habs lieber, wenn quasi jeder im Team Tore schiessen kann, als wenn die Mannschaft von einzelnen Spielern abhängig ist.
    • Glenn Quagmire 09.10.2018 13:32
      Highlight Highlight Absolut recht hast du, aber einen Torgaranten vorne drin haben wär schon schön. Ausserdem würde er durch seine Gefährlichkeit die Verteidiger auf sich lenken und dem Rest mehr Torchancen ermöglichen.

      aber eben...wäre, hätte, könnte.
    • fräulein sarahs gespür für den Islam 09.10.2018 14:01
      Highlight Highlight Befürchte, das Sef wieder unser "Knipser" sein darf...

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