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Lüthi: «Bin nicht zu alt, um nochmals Weltmeister zu werden»

epa05428117 Swiss Moto2 rider Fahrer Thomas Luthi of Garage Plus Interwetten Team in action during the qualifying for the motorcycling Grand Prix of Germany at the Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal, ...
Lüthi auf dem Sachsenring: Der GP von Deutschland endete punktlos.Bild: EPA/DPA
Interview

Tom Lüthi träumt weiter vom Titel: «Ich bin nicht zu alt, um nochmals Weltmeister zu werden»

Für Tom Lüthi (29) ist der Kampf um den Moto2-WM-Titel nach dem Sturz beim GP von Deutschland vorbei. Er sagt, warum ein Teamwechsel nicht ausgeschlossen ist und der WM-Titel nach wie vor sein Ziel bleibt.
17.07.2016, 15:5218.07.2016, 17:01
klaus zaugg, sachsenring
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Nun ist der Rückstand auf WM-Leader Johann Zarco von 33 auf 58 Punkte angewachsen. Ist der Titelkampf für Sie gelaufen?
Tom Lüthi:
Zarco kann nach seinem Sieg doppelt und dreifach feiern. Seine drei Verfolger im Gesamtklassement sind gestürzt. Es wird nach zwei Nullern schwierig, den Rückstand noch aufzuholen. Vor allem, weil ja gleich drei Konkurrenten im Gesamtklassement vor mir stehen. Einer kommt immer durch.

Dabei hat mit dem Sieg im ersten Rennen in Katar alles so gut begonnen. Nun sind Sie nach Assen zum zweiten Mal hintereinander gestürzt. Zwei Nuller durch Stürze sind für einen Piloten mit Ihrer Erfahrung erstaunlich.
Ja, das stimmt. Aber was soll ich dazu sagen? Ich hätte jetzt auf dem Sachsenring hinterherfahren können und wäre nach der Serie von Stürzen wohl Fünfter geworden. Ich wollte mehr, das liegt in meiner Natur als Rennfahrer. Ein bisschen zu viel Schräglage und schon rutschte die Maschine weg. Ich sass hinterher in der Box und ärgerte mich über die verlorenen Punkte. Aber dann sagte ich mir: Wäre ich mit einem 5. Platz zufrieden gewesen? Nein.

Waren Sie durch den Fieberschub von gestern noch geschwächt?
Nein, das spielte keine Rolle mehr.

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Daumen hoch? Bei WM-Halbzeit liegt Lüthi schon 58 Punkte hinter Johann Zarco.Bild: EPA/EFE

Jedes Jahr hoffen wir, dass es Ihr Jahr werden könnte. Und dann wird es wieder nichts …
… aber ich habe die Hoffnung auf einen WM-Titel nicht aufgegeben. Ich werde zwar bald 30 Jahre alt. Aber ich bin nicht zu alt, um in den nächsten Jahren eine WM gewinnen zu können. Zusammen mit Cheftechniker Gilles Bigot habe ich eine gute Basis erarbeitet. Da haben wir ein grosses Entwicklungspotenzial.

Falls Sie auch in Zukunft mit ihm arbeiten werden.
Wie kommen Sie auf diese Frage?

Auch wenn Sie und Ihr Manager Daniel Epp sagen, dass ein Verbleib im bisherigen Team angestrebt wird, so führen Sie doch Gespräche mit KTM, um nächste Saison die neuentwickelte Moto2-Maschine zu fahren.
Ja, es stimmt, wir haben Gespräche mit KTM geführt. Es ist ja erfreulich, wenn sich andere Moto2-Teams für mich interessieren.

25.09.2015; Motorrad - Training GP Aragon;
Dominique Aegerter (SUI), Kalex und Cheftechniker Gilles Bigot (FRA) 
(Waldemar Da Rin/freshfocus)
Tüftler: Lüthis Chefmechaniker Bigot.
Bild: Waldemar Da Rin

Wie sieht es aus?
Im Zentrum meiner Überlegungen stehen die sportlichen Möglichkeiten und die Kontinuität. Wie ich schon sagte, ist es nach wie vor mein Ziel, die WM zu gewinnen. Ein allfälliger Teamwechsel muss also sorgfältig geprüft werden und es sind viele Interessen, auch die meiner Sponsoren, zu berücksichtigen. Es gibt nicht nur die Option KTM. Aber eine Fortsetzung im bisherigen Team steht nach wie vor im Zentrum.

Stören die Gespräche um einen Teamwechsel die Konzentration auf das Rennen?
Nein, das gehört einfach dazu. Daniel Epp führt für mich all diese Gespräche und informiert mich regelmässig. Ich bin sehr froh, dass er mit den Rücken freihält.

Die Unruhe im Team, auch um einen möglichen Wechsel von Dominique Aegerter ist grösser als je zuvor. Was sagen Sie dazu?
Für mich ist das kein Problem. Wie ich schon sagte: Die Zusammenarbeit mit meinem neuen Cheftechniker Gilles Bigot funktioniert sehr gut und Daniel Epp hält mir den Rücken frei.

Haben Sie mit Dominique Aegerter über einen möglichen Wechsel gesprochen?
Wir tauschen schon mal im lockeren Gespräch Informationen aus. Aber wir kümmern uns beide um unsere eigenen Angelegenheiten.

Ist ein Aufstieg in die MotoGP-Klasse nach wie vor ein Thema?
Nein.

Bis wann sollte die Sache entschieden sein?
Bis zum nächsten Rennen am 14. August.

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