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Josip Nikolai Peruzovic in seiner Paraderolle als Nikolai Volkoff. bild: wwe

Er war der grösste Fake des Wrestlings – jetzt ist Nikolai Volkoff tot

Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs verkörperte Nikolai Volkoff das Böse. Er sang im Ring die Hymne der Sowjetunion und verachtete den Klassenfeind USA. Nun ist er 70-jährig gestorben.



Wrestling ist Fake. Die Kämpfe sind abgemacht, ihr Ausgang wird vorgeschrieben. Es ist sportliches Entertainment, so wie beispielsweise der Cirque du Soleil. Die Anhänger kümmert's wenig: Hauptsache, sie werden gut unterhalten.

Die 80er-Jahre waren die Blütezeit des Wrestlings. Und in dieser Epoche feierte auch Josip Nikolai Peruzovic seine grössten Erfolge: Als Nikolai Volkoff.

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Unter Buhrufen der Zuschauer im Madison Square Garden singt Volkoff die Hymne der Sowjetunion. Video: YouTube/tnabound2009

Perfekter Gegenpart zum «Real American» Hulk Hogan

Das Drehbuch war denkbar simpel: Gut gegen Böse. Das funktioniert immer und es funktionierte erst recht, als der Kalte Krieg zwischen Ost und West auf dem Höhepunkt war. Man denke nur an James Bond oder an Filmboxer Rocky Balboa, der Ivan Drago vermöbelte.

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Im «Kampf des Jahrhunderts» schlägt Rocky in Moskau Ivan Drago K.o. Video: YouTube/Gioxis

Nikolai Volkoff war der perfekte Gegenpart zur Ikone Hulk Hogan, Ringname «The Real American». Die Wrestling-Fans in den USA schäumten, wenn der böse Russe vor Kämpfen die Fahne der Sowjetunion schwenkte und deren Hymne sang. Dabei, und das ist der Clou, war Volkoff gar kein Russe – sondern Amerikaner. In Split zur Welt gekommen setzte sich der jugoslawische Gewichtheber 1967 bei einem Wettkampf in Wien in den Westen ab. Drei Jahre später erhielt er den amerikanischen Pass.

Legendär war das Tag Team, welches der böse Russe gemeinsam mit dem bösen Iraner «Iron Sheik» bildete (der «eiserne Scheich» stammte übrigens tatsächlich aus dem Iran). Gemeinsam eroberten die zwei Vertreter von Erzfeinden der USA bei der ersten Ausgabe von Wrestlemania 1985 den Titel. Später kämpfte Volkoff an der Seite von Boris Zhukov als «The Bolsheviks» – ein gebürtiger und ein eingebürgter Amerikaner, die Sowjets verkörperten.

Spielfiguren der zwei Bösewichte.

Böse Russen gibt's immer noch

2005 wurde Volkoff in die Hall of Fame der WWE aufgenommen, vor vier Jahren hatte er einen letzten TV-Auftritt. An der Seite von Rusev, dem aktuellen «bösen Russen» der Szene, und dessen Managerin Lana sang er noch einmal die Hymne seiner «Heimat». Rusev ist übrigens Bulgare, seine Ehefrau (im echten Leben) Lana ist Amerikanerin. 

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Volkoff singt die Hymne und legt sich mit der amerikanischen Reporterin an. Video: YouTube/WWE

Am Wochenende ist Nikolai Volkoff im US-Bundesstaat Maryland verstorben, wenige Tage nachdem er wegen Dehydrierung im Spital war. Gemäss seiner Gattin Lynn hatte er zuletzt Probleme mit seinem Herzen. Der «Ivan Drago» des Wrestlings wurde 70 Jahre alt.

Er beherrschte nicht nur die Sowjet-Hymne: Volkoff singt vor einem Baseball-Spiel «God Bless America».

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Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fonzie 31.07.2018 00:26
    Highlight Highlight Hochachtung vor diesem mutigen Mann und aussergewöhnlichen Sportler. Ein Wrestlingmatch, in welchem die Akteure unter Einsatz ihrer Gesundheit für die bestmögliche Unterhaltung ihrer treuen Fans ihr Bestes geben, verdient in Zeiten von "Keeping up with the Kardashians" hohe Anerkennung.
  • Mova 30.07.2018 23:47
    Highlight Highlight Für einen Wrestler ein biblisches Alter. Man schaue sich den Typ auf den Videos an. Verglichen mit den anderen vollgedopten Wrestlern sah er auch im Alter noch gesund aus.
  • The greatest man who ever inhaled oxygen 30.07.2018 19:57
    Highlight Highlight Ich mag solche Bösewicht Gimmicks! Finde das die coolsten.
  • Sauäschnörrli 30.07.2018 16:41
    Highlight Highlight Der Typ hatte aber Eier. In einem Saal voller aufgeputschter Hillbillies die Sowjethymne zu singen, könnte auch tödlich enden. 😅
  • Noah Neels Migliazza 30.07.2018 16:32
    Highlight Highlight Fake ist es nicht, nur gescripted, Ich kann dem Watson-Reporter gerne einmal einen Bodyslam oder einen Elbowdrop verpassen, die spürt man schon genügend ;)
    • Raembe 30.07.2018 16:58
      Highlight Highlight Jein Noah, Fake heisst ja nicht, dass es nicht wehtut. Die Schläge und die Aktionen sind genau geplant und nie so hart, wie sie sein könnten. Wrestling ist nicht MMA oder Kickboxen. Es ist und bleibt ne Show, sonst könnten WWE Superstars nicht wöchentlich auftreten.
    • Sauäschnörrli 30.07.2018 17:10
      Highlight Highlight
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    • Duscholux 30.07.2018 19:02
      Highlight Highlight Beim Fake gehts dem Autor wohl darum dass er Kroate ist und kein Russe.
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