DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Football Soccer - FIFA Awards Ceremony - Zurich, Switzerland - 09/01/17.  FIFA President Gianni Infantino arrives at the ceremony.   REUTERS/Ruben Sprich

So gross wird die WM: Gianni Infantino hat seine Idee durchgebracht. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Kommentar

Spinnst du eigentlich, du bist für eine WM mit 48 Teams? Ein Streitgespräch

Die WM wird ab 2026 mit 48 Teams in 16 Dreiergruppen stattfinden. Dies hat die FIFA heute mitgeteilt. Natürlich polarisiert der Entscheid, selbst in der Sportredaktion bei watson ist man sich uneinig. 

sandro zappella und janick wetterwald



Sandro Zappella: Eine WM mit 48 Teams bedeutet automatisch mehr fussballerische Diversität. Das ist doch eine sehr feine Sache.

Janick Wetterwald: Spinnst du eigentlich, du bist für eine WM mit 48 Teams? Damit könnte es zu Duellen zwischen Weltmeister Deutschland und Neuseeland kommen. Das ist einseitig und langweilig, es könnte sogar Demütigungen geben. Thomas Müller würde es bestimmt nicht freuen.

Da haben wir ja nochmals Glück, ist Thomas Müller nicht die höchste Instanz. Übrigens war Neuseeland zuletzt 2010 an der WM dabei und blieb mit drei Unentschieden in der Gruppenphase als einzige Mannschaft des Turniers ungeschlagen. So viel zum Thema Einseitigkeit und Demütigung.

Ich sehe nicht, wieso man die WM-Qualifikation für kleinere Nationen vereinfachen soll, wenn am Ende der Titel sowieso wieder an eine der grossen Fussballnationen geht. Das ist doch nur Geldmacherei der FIFA und bringt ein noch grössere logistische Herausforderung.

Änderungen müssen nicht pauschal schlecht sein, nur weil sie Geld einbringen.

Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn. Während man auf Klubebene über eine «Liga der Grossen» nachdenkt, wird die WM munter aufgestockt. Wo führt das nur hin mit dir, hochgeliebter Fussball?

Achso, eine Elite-Liga ist in Ordnung, kleineren Fussballnationen eine Plattform zu bieten aber nicht? Mal etwas andere Länder, die an Grossanlässen mitspielen, sind doch genau das, was es spannend macht. An der EM 2016 haben Wales, Island, Nordirland oder auch Albanien eindrücklich bewiesen, wie attraktiv «kleine» Nationen solche Events machen.

Es ist ja nicht bloss die Aufstockung, sondern auch der neue Modus, der mir zu schaffen macht. Das Unentschieden wird es wohl schon in den zwei Gruppenspielen nicht mehr geben. Es wird so vermehrt zu Entscheidungen im Penaltyschiessen kommen. Juhu, die FIFA fördert die Lotterie im Fussball.

Das ist doch typisch schweizerisch: Gibt es etwas neues, wird erstmal reklamiert. Geben wir dem Modus doch erstmal eine Chance, die Entscheidung ist gefallen, ändern können wir sie ja sowieso nicht. 

Ein auf Penaltyschiessen basierender Modus ist dennoch unvorstellbar, denn die Punkteteilung gehört seit eh und je zur Fussballkultur.

Komm mir jetzt bloss nicht mit Kultur. Wenn sich eine Mannschaft nicht auf die Penaltys einlassen will, muss sie halt den Sieg in den 90 Minuten suchen, das dürfte zu attraktiveren Partien führen.

Oder zu Aussenseitern die 90 Minuten lang mauern, in der Hoffnung den Sieg im Penaltyschiessen zu holen. Sind wir ehrlich, dieser Entscheid ist in erster Linie einer für die Wahrung des Gesichts von Gianni Infantino, nachdem er die Aufstockung als Wahlversprechen gegeben hatte.

Siehst du, das ist das Problem mit der mittlerweile generell negativen Einstellung gegenüber allem, was die FIFA macht. Selbst wenn der Präsident sein Versprechen einhält, ist es nicht recht.

Das Problem ist, dass das Versprechen schon vor seiner Einhaltung absoluter Unsinn war. Wie sollen die kleinen Kinder 2026 nur mit dem riesigen Stapel an Panini-Bildchen zurecht kommen? 

Und du? Was hältst du von der neuen 48er-WM? Fluch oder Segen? Team Wetterwald oder Team Zappella? Diskutiere in der Kommentarspalte mit!

Lieber User, jetzt musst du dich entscheiden, zu wem hältst du?

Alle FIFA-Präsidenten seit Gründung des Weltverbands 1904

1 / 12
Alle FIFA-Präsidenten seit Gründung des Weltverbands 1904
quelle: ap/ap / michael probst
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Weisst du was? Staatliche Hilfsprogramme funktionieren!

Die amerikanische Wirtschaft hat bereits wieder das Niveau vor der Coronakrise erreicht – dank dem 1,9-Billionen-Dollar-Hilfsprogramm

Die Lösung für die Coronakrise aus ökonomischer Sicht lernt jeder Wirtschaftsstudent bereits im ersten Semester: Ein externer Schock hat die Wirtschaft lahmgelegt. Um zu verhindern, dass sie nicht absäuft, muss der Staat eingreifen und die Lücken schliessen. «Man muss dafür sorgen, dass nicht auch noch die Nachfrage einbricht – und genau das hat man getan», erklärte kürzlich Marc Brütsch, Chefökonom der Swiss Life in einem Interview mit watson.

Was offensichtlich scheint, ist unter Ökonomen …

Artikel lesen
Link zum Artikel