Die 23. und letzte Schweizer Medaille ist aus Silber – Curlerinnen verlieren Final
Die Entscheidung fiel im 8. End. Alina Pätz hätte mit dem letzten Stein ein Zweierhaus zur 5:4-Führung schaffen können. Doch der heikle Spielzug war um einen Hauch nicht präzise genug – und die Schwedinnen stahlen einen Punkt zum 5:3-Lead.
Die Schweizer Frauen hätten somit im 9. End ein Dreierhaus schreiben müssen, um im Vorteil zu sein. Es gelang nur ein Zweierhaus zum 5:5. Somit hatten die Schwedinnen im 10. End den letzten Stein und gerieten nie in Bedrängnis.
Schweden lässt fast nichts zu
«Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können. Leider kippte es nicht auf unsere Seite», konstatierte Alina Pätz im SRF. Die Schwedinnen hätten sehr gut gespielt und sie selber hätten ein, zwei Chancen nicht nutzen können.
Nach dem souveränen Auftritt im Halbfinal gegen die USA, mit dem schon mal die erste Schweizer Frauen-Medaille seit 2006 sichergestellt wurde, hätten Silvana Tirinzoni, Alina Pätz sowie die Leadspielerinnen Selina Witschonke und Carole Howald Historisches schaffen können. Doch die Skandinavierinnen um Skip Anna Hasselborg gewannen letztlich verdient. Ausser dem Fehler im 8. End, als sie den Schweizerinnen aus dem Nichts die Chance auf ein Zweierhaus offerierten, wirkten sie souverän. Die Schwedinnen hatten bereits in der Round Robin am meisten Siege geholt.
«Im Moment ist es hart»
Anna Hasselborg ist eine eigentliche Spezialistin für die grosse Olympiabühne, 2018 holte die 36-Jährige aus Stockholm Gold, vier Jahre später nach einem Sieg im Spiel um Platz 3 gegen die Schweiz Bronze. Weltmeisterin war sie hingegen noch nie.
«Im Moment ist die Enttäuschung über den verpassten Olympiasieg sicher grösser als die Freude über Silber», sagte Tirinzoni. «Irgendwann werden wir uns darüber freuen, aber im Moment ist es hart.»
Die mittelfristige Zukunft des Teams ist offen, Tirinzoni war mit 46 Jahren die älteste Athletin der Schweizer Olympiadelegation. Kurzfristig ist eine Nacht des Feierns in Cortina angesagt, am Montag geht es zurück in die Schweiz, schon ab Dienstag stehen in Bern die Schweizer Meisterschaften an. Dort müssen Tirinzoni und Co. gewinnen, um an die Weltmeisterschaften in Kanada fahren zu können. Der Entscheid über die weitere Zukunft muss noch warten. (ram/sda)
