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epa06778429 Swiss MotoGP rider Thomas Luethi of the EG 0,0 Marc VDS team in action during the free practice session at the Mugello circuit in Scarperia, central Italy, 01 June 2018. The Motorcycling Grand Prix of Italy will take place on 03 June 2018.  EPA/CLAUDIO GIOVANNINI

Immer noch keine Punkte: Der Aufstieg in die MotoGP gerät zum Desaster. Bild: EPA/ANSA

Lüthi will nächstes Jahr Weltmeister werden – aber «nur» in der Moto2

Tom Lüthi (31) ist in der «Königsklasse» gescheitert – aber er ist im internationalen Töff-Business begehrter denn je. Hinter den Kulissen hat die Operation «Moto2-WM-Titel 2019» begonnen.

Klaus Zaugg, Assen



Die italienische Kultmarke MV Agusta kehrt nächste Saison in der Moto2-WM ins GP-Business zurück. Die Italiener möchten unbedingt Tom Lüthi als Fahrer. Sein Manager Daniel Epp hat die Offerte – Zweijahresvertrag, 300'000 Euro Salär – heute jedoch abgelehnt. Er hat eine einleuchtende Begründung dafür: «Wenn Tom Lüthi nächste Saison die Moto2-WM fahren sollte, dann muss das Ziel der WM-Titel sein.» Oder anders gesagt: Es wird nicht möglich sein, mit MV Agusta Weltmeister zu werden. Was Lüthis Manager so natürlich nicht sagt. Aber denkt.

Wenigstens ein schönes Foto, wenn's schon auf der Strecke nie hinhauen will.

Daniel Epp denkt richtig. Nächste Saison ersetzt Triumph Honda als Motorenlieferant. Kalex testet bereits intensiv das 2019er-Modell mit den englischen Triebwerken. MV Agusta kann hingegen noch nicht einmal eine Maschine auf die Räder stellen. Fahrwerkslieferant Eskil Suter bestätigt: «Ja, das stimmt. Wir werden in zwei Wochen das Fahrwerk liefern.» Der technische Rückstand der Italiener ist also jetzt schon erheblich. Wer 2019 Weltmeister werden will, braucht von allem Anfang an eine ausgetestete Maschine. Wer 2019 Weltmeister werden will, muss entweder auf einer KTM oder auf einer Kalex sitzen.

Beim Manager stehen Teams Schlange

Der Grund für die Absage ist aber noch ein anderer. Graf Marc van der Straten hat inzwischen bestätigt, dass er 2019 unbedingt mit Tom Lüthi weitermachen will. Die beiden Plätze in der MotoGP-Klasse – zurzeit von Tom Lüthi und Franco Morbidelli besetzt – wird er wohl verlieren. In diesem Fall wird er aber in der Moto2-WM weitermachen – mit zwei Piloten und einer davon wird Lüthi sein. Zurzeit fahren Joan Mir und Alex Marquez (der Bruder von Weltmeister Marc Marquez) in der Moto2-WM. Der Aufstieg von Mir in die Königsklasse ist bereits fix. Seinen Platz kann Lüthi übernehmen. Ob Alex Marquez ebenfalls bereits nächste Saison in die MotoGP-Klasse aufsteigen wird, ist noch offen.

Nur Startplatz 22 in Assen

Tom Lüthis Aussichten auf seine ersten MotoGP-Punkte sind sehr klein. Zum Grand Prix der Niederlande startet er morgen nur von Position 22. Die Pole-Position sicherte sich WM-Leader Marc Marquez. Lüthi kämpft weiterhin mit dem «sehr nervösen» Fahrverhalten seines Töffs. Dadurch sei flüssiges und ruhiges Fahren kaum möglich. Lüthi bemängelt: «Die Fortschritte sind zu klein.»​

Epp kann inzwischen die Offerten sortieren. Seit sich abzeichnet, dass Tom Lüthis MotoGP-Abenteuer Ende Saison zu Ende gehen wird, geben sich die Moto2-Teamchefs bei Epp die Türklinke in die Hand. Lüthi wird mit seiner Erfahrung, seinem Talent und seiner Persönlichkeit nächste Saison in der Moto2-WM Titelfavorit Nummer 1 sein. Epp sagt: «Wenn immer möglich, möchten wir mit dem aktuellen Team nächste Saison die Moto2-WM bestreiten.» Nach den Wirren um die Entlassung von Teamchef Michael Bartholemy kehre nun nach und nach wieder Ruhe ein. Von der Infrastruktur und der technischen Betreuung her gebe es kein besseres Moto2-Team. «Alex Marquez testet zwischen den Rennen bereits jetzt das 2019er-Modell.»

Bleibt Super-Mech Bigot?

Daniel Epp treibt nun noch eine Sorge um. Tom Lüthis Cheftechniker Gilles Bigot hat eine lukrative Offerte vom Yamaha-MotoGP-Werksteam. Der Franzose mit 30 Jahren Rennerfahrung gilt als einer der fähigsten Techniker im GP-Geschäft. Epp sagt sogar: «Er ist der Beste. Wir versuchen alles, um ihn zu halten.»

Was lernen wir aus all diesen Umtrieben? Dass Tom Lüthis Moto2-Saison 2019 intensiv vorbereitet wird. Dass das MotoGP-Abenteuer Lüthis also nur noch bis Ende Saison dauert und seine Karriere 2019 in der Moto2-Klasse weitergehen wird. Nur sagt das jetzt so noch niemand. Logisch. Es sind ja bisher erst 8 von 19 Rennen gefahren. Da gilt es, nach aussen den Schein zu wahren und so zu tun, als wolle man mit allen Mitteln weiterhin in der «Königsklasse» bleiben.

Das etwas andere «Wein doch»

58 Menschen auf einem Töff?

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