Von Allmen und sein Gold-Triumph: «Dann muss ich das Fett irgendwie nach unten schieben»
Nach dem Weltmeistertitel vor einem Jahr in Saalbach gewinnt Franjo von Allmen also auch Olympia-Gold in der Abfahrt. Der Simmentaler liess nicht nur die starken Italiener Giovanni Franzoni und Dominik Paris hinter sich, sondern auch seine Teamkollegen Marco Odermatt und Alexis Monney.
Fast so legendär wie von Allmens Fahrten bei Grossanlässen sind seine Interviews. Nach dem Gewinn von WM-Gold letztes Jahr in Österreich, kündigte der Berner eine grosse Party an: «Heute gehen wir zu Boden.» Und nach dem Olympiasieg? «Es könnte durchaus auch heute in diese Richtung gehen», antwortete von Allmen auf die entsprechende Frage von SRF-Moderator Paddy Kälin. Er betonte aber auch, dass mit Bedacht gefeiert werde, schliesslich würden noch einige Rennen anstehen.
Ebenfalls humorvoll war die Antwort auf die Frage nach der Medaille, die er beim SRF-Interview bereits nicht mehr um den Hals trug. «Die ist in einem Safe, denn ich kenne mich selbst. Ich bin ein Chaot und würde die Medaille irgendwo verlieren», erklärt von Allmen.
Er habe das Rennen ganz locker angehen können, antwortet der Berner auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept. «Damit mache ich mir das Leben sicher etwas einfacher.» Er habe sich so ganz aufs Skifahren konzentrieren können, auf das, was ihm Spass mache.
Von Allmen habe etwas Mühe gehabt, während der Fahrt einzuschätzen, wie schnell es tatsächlich gewesen sei. «Aber wenn mir jeder sagt, ich sei fett, dann muss ich das Fett ja irgendwie nach unten schieben», meint er scherzhaft und präzisiert: «Das ist natürlich etwas übertrieben, aber ich bringe schon mehr Gewicht auf die Waage als einige andere Fahrer.» Es sei ein Zusammenspiel aus seiner Fähigkeit, die Skis laufen zu lassen und seinem Gewicht, das ihn so schnell mache.
Angesprochen auf die Bedeutung des Olympiasiegs meint von Allmen: «Was soll ich sagen? Es macht einfach Freude.» Gerade wenn die Olympischen Spiele so nahe an Zuhause seien, so viele Leute kämen, die man kenne. «Das macht schon emotional», sagt der frischgebackene Olympiasieger mit einem Glitzern in den Augen. (abu)
