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Apr 2, 2017; Key Biscayne, FL, USA; Roger Federer of Switzerland celebrates with the Butch Buchholz trophy after his match against Rafael Nadal of Spain (not pictured) after their match in the men's singles championship of the 2017 Miami Open at Crandon Park Tennis Center. Federer won 6-3, 6-4. Mandatory Credit: Geoff Burke-USA TODAY Sports

Kann Roger Federer nochmals die Weltnummer 1 werden? Und will er das auch? Bild: X02835

Roger Federer: «Klar, in einer Traumwelt wäre ich gerne wieder die Nummer 1»

Roger Federer legt mit drei grossen Titeln und einer Bilanz von 20:1 den besten Saisonstart seit seiner Traumsaison 2006 hin. Das lässt Fans natürlich von der Weltnummer 1 träumen. Im Sommer spitzt sich das Duell zwischen Djokovic, Murray, Wawrinka, Nadal und Federer um den Tennisthron weiter zu.

Simon Häring, Reto Fehr



«Es ist faszinierend, wie schnell sich die Dinge zu deinen Gunsten ändern», sagt Roger Federer vor einer Woche nach seinem Turniersieg in Indian Wells mit Blick auf die Weltrangliste. «Jetzt reden alle wieder über die Nummer 1», stellt der 35-Jährige fest. Auch er selber liebäugelt mit einer Rückkehr auf den Thron, nachdem er in Dubai noch gesagt hatte, sich damit abgefunden zu haben, dass dies wohl ein Traum bleibe.

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Die Saisonstarts von Roger Federer seit 1999. bild: Infogram

Doch nach seinem besten Start in ein Jahr seit seiner dominantesten Phase von 2004 bis 2006, wo er in drei Jahren 34 seiner 91 Titel gewonnen hat, scheint selbst das nicht mehr utopisch zu sein. Zumal Federer die Jahresrangliste auch nach Miami klar anführt und wieder zu den Top 4 gehört.

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Der Stand im in der Jahreswertung «Race to London» nach dem Turnier in Miami. bild: infogram

Sandsaison lässt Federer wohl fast gänzlich aus

Federer gab den Hoffnungen der Fans (und sich selbst) im Hinblick auf den ATP-Thron gleich nach seinem 91. Turniersieg in Miami aber einen Dämpfer. Er werde wohl auf Sand nur die French Open bestreiten: «Ich bin nicht mehr 24. So sieht es im Moment aus. Ich brauche eine Pause, mein Körper muss sich erholen.»

Er habe aus der Vergangenheit gelernt. Zu viele Spiele auf Sand hätten seinen Knien geschadet. Der Plan ist jetzt: Weiter auf Hartplätzen trainieren und erst zwei Wochen vor Roland Garros auf Sand zu wechseln.

Aber selbst wenn Federer tatsächlich alle Sandturniere vor Paris auslässt: Djokovic und Murray würden den Schweizer im Race nicht einmal überholen, wenn sie alle drei 1000er (Monte Carlo, Madrid und Rom) gewinnen würden. Wawrinka bräuchte drei Turniersiege, Nadal zwei 1000er, um in die Nähe von Federer zu kommen.

Kein Zweikampf, sondern ein Fünfkampf

Und das Gute im Hinblick auf die Weltrangliste ist ja: Handelte es sich an der Spitze in der Vergangenheit fast ausschliesslich um ein Duell zweier Protagonisten – erst zwischen Federer und Nadal, dann zwischen Nadal und Djokovic, zuletzt zwischen Murray und Djokovic –, bahnt sich nun ein Fünfkampf an.

Roger Federer gewinnt Miami 2017

Murray und Djokovic führen die Weltrangliste noch an, haben aber einen schlechten Saisonstart hingelegt. Rafael Nadal ist nach Federer der bisher beste Spieler des Jahres und ab April wird auf seiner stärksten Unterlage, Sand, gespielt. Gleiches gilt für Stan Wawrinka, der seinen dritten Platz in der Weltrangliste zementiert hat und auch in der Jahreswertung dritte Kraft ist. Er hat über das ganze Jahr verteilt solide gepunktet, überwiegend bei den Grand-Slam-Turnieren.

Tennis - Qatar Open - Men's singles final - Andy Murray of Britain v Novak Djokovic of Serbia - Doha, Qatar - 7/1/2017 - First-placed Djokovic and second-placed Murray hold the trophies. REUTERS/Naseem Zeitoon

Wo blicken Novak Djokovic und Andy Murray denn da hin? Nach oben, zu Roger Federer? Bild: NASEEM ZEITOON/REUTERS

So bleibt die beste Ausgangslage bei Roger Federer.Denn weil er nach dem Ziehen der Notbremse im vergangenen Juli nach Wimbledon keine Punkte mehr zu verteidigen hat, kommt er seinen Konkurrenten näher. Trotzdem sagte er schon vor Miami: «Wichtig ist für mich, gesund und frisch zu bleiben. Meinen Plan für den weiteren Verlauf der Saison mache ich nach Miami. Das Ranking ist für mich zweitrangig. Klar, in einer Traumwelt wäre ich gerne wieder die Nummer 1. Und weil ich bereits ein Grand-Slam-Turnier gewonnen habe, ist es sicher möglich.»

abspielen

Den haben wir schon vor dem Australian-Open-Final gemacht. Aber irgendwie immer noch passend. Video: streamable

Der Baselbieter geht aber davon aus, dass er noch ein weiteres Major-Turnier gewinnen müsste – was jetzt, wenn er die Sandsaison tatsächlich praktisch abschreibt umso mehr der Fall sein wird.

Knacknuss Andy Murray

Knacknuss im Rennen um den Thron dürfte Andy Murray (29) sein, der am Montag, 10. April, im Match for Africa (live auf TV24), im Zürcher Hallenstadion auf Federer trifft. Der Schotte hat vor allem in der zweiten Jahreshälfte aufgedreht. Erschwerend kommt für Federer hinzu, dass er wohl weniger Turniere bestreiten wird. 

Andy Murray of Great Britain celebrates after he beats Fernando Verdasco of Spain during the final match of the Dubai Tennis Championships, in Dubai, United Arab Emirates, Saturday, March 4, 2017. (AP Photo/Kamran Jebreili)

Andy Murray scheint im Moment die grösste Knacknuss für Federer zu werden. Bild: Kamran Jebreili/AP/KEYSTONE

Seinen Fokus legt der 35-Jährige ohnehin auf die im Juni beginnende Rasensaison, wo er mit Stuttgart, Halle und Wimbledon drei Turniere bestreiten will. Dort könnte er den Grundstein legen, um im Herbst die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste zu bewerkstelligen. Denn wenn er nach der Rasensaison noch im Rennen ist, dann dürfte er sich auch das mit der Nummer 1 nochmals richtig durch den Kopf gehen lassen.

Umfrage

Wird Roger Federer in diesem Jahr nochmals die Weltnummer 1?

  • Abstimmen

3,509

  • Ja39%
  • Nein21%
  • Ich bin momentan zu emotional, ich kann nicht abstimmen. Aber zeig mir das Resultat.40%

Unbeschwert kann er sowieso aufspielen, weil er bereits im Januar mit dem Sieg in Melbourne die eigenen Erwartungen übertroffen hat. «Ich habe mir geschworen, dass ich ein Turnier nur dann spiele, wenn ich ein Kribbeln spüre.» Die Menschen sollen den «wahren Federer» sehen, wie er es nennt.

Was er damit meint? «In erster Linie möchte ich geniessen. Und die Turniere, die ich spiele, möchte ich gewinnen. Alles andere als die Nummer 1 ist für mich nicht mehr interessant.» 2005 und 2006 war Federer nach dem «Sunshine Double» die Weltnummer 1. Es sieht sehr danach aus, als ob das auch 2017 nochmals zum Thema wird.

Roger Federer gewinnt Miami 2017

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Pröckl 03.04.2017 10:54
    Highlight Highlight Klar wird Roger wiedee Nummer 1. Rafa, Nole und Andy sind einfach in einem Seuchenjahr. Die brauchen noch einiges an Zeit um wieder in Form zu kommen was Roger, auch wenn er bis auf Paris alle Sandplatzturniere auslassen würde, immer noch schaffen kann.Finde es sehr gut das er mehr für Rasen und Hartplatz was tut, so wirds noch schwerer ihn zu schlagen. Ich bin mir 100% sicher das Roger nochmals die Nummer 1 wird. Auch wenn er ohnehin die ewige Nummer 1 ist und bleibt 😀😎💪
    • recto 03.04.2017 12:53
      Highlight Highlight Welcher Genuss, den Tennis-King spielen zu sehen. Wir sollten einfach nur dankbar sein und wenn Du Christian recht behalten solltest, umso schöner!

      Aber: der Rafa ist weit weg von einem schlechten Jahr... der wird nach Paris wohl auf eins der JAHRESwertung stehen.
    • Marshawn 03.04.2017 13:07
      Highlight Highlight Zustätzlich kann er dank dieser Pause erholt und vorallem wieder ohne Druck in Paris antreten. Hätte er es in einem der Sandplatz-Masters in den Final geschafft, wäre er als Favorit gehandelt worden.

      Klar, wird sein Name auf der Favoritenliste auftauchen, aber wohl eher als dark horse und nicht als Topfavorit. Er kann alles auf die Karte French Open setzen, was womöglich ein genialer Schachzug ist.
  • Sagitarius 03.04.2017 08:46
    Highlight Highlight Einfach zurücklehnen und so lange wie möglich geniessen! Danke Roger!
  • Sloping 02.04.2017 23:51
    Highlight Highlight Roger hat sich auch dank immer wieder neuer Trainer technisch und taktisch über die Jahre weiter entwickelt. Er spielt so offensiv wie nie zuvor und steht viel weiter im Feld drinn wie früher. So kann er die Bälle im Aufsteigen nehmen wodurch er Zeit gewinnt, respektive der Gegner verliert. Damit kann er die durch das Alter abnehmende Fitness kompensieren. Bei Nadal sehe ich (aus Schweizer Sicht zum Glück) keine solche Evolution. Er spielt in etwa wie zu Beginn seiner Karriere. Nur, dass er wegen des Alters und diversen Verletzungen nicht mehr so schnell ist und auch darum mehr Fehler begeht.
  • cedricf 02.04.2017 21:55
    Highlight Highlight Das Märchen um das Traumcomeback geht weiter. Dritter Saisontitel und vierter Sieg in Folge gegen Rafa!

    Schade, dass er mit grösster Wahrscheinlichkeit bis zu den French Open pausieren wird. Schade ist dies aber nur für die Fans.

    Roger Federer hat in seiner gesamten Karriere gezeigt, dass er seinen Körper richtig einschätzen kann. Und ich denke, dass er diese Pause braucht, um wieder topfit in die nächste, wichtige Saisonphase zu steigen. Auch wenn ihm die Müdigkeit heute kaum anzusehen war.

    Keep the FedExpress rolling, please! Danke, Maestro, für weitere unvergessliche Tennisaugenblicke!
  • Jokaero 02.04.2017 21:34
    Highlight Highlight Wochenende schon wieder vorbei, aber trotzdem ist man happy. Fedi sei Dank :-)
    Und jetzt lässt er das Schweizer Tennisherz auch noch von weiteren Rekorden träumen. Go Roger!
  • Marshawn 02.04.2017 21:20
    Highlight Highlight Danke Roger!

«Mein Gott, das war hart!» – Federer ist nach unfassbarer Wende weiter

Roger Federer zieht am Australian Open in Melbourne zum 18. Mal in die Achtelfinals ein. Der Weltranglisten-Dritte setzt sich in einem packenden Tennis-Thriller nach gut vier Stunden gegen den Australier John Millman 4:6, 7:6 (7:2), 6:4, 4:6, 7:6 (10:8) durch.

Am Tag des grossen Favoritensterbens im Melbourne Park erwischte es beinahe auch den sechsfachen Champion. Federer musste leiden, bis er seinen 100. Einzel-Sieg am Australian Open unter Dach und Fach hatte. «Mein Gott, das war hart», sagte er im Sieger-Interview.

Die Entscheidung fiel weit nach Mitternacht im Super-Tiebreak des fünften Satzes, als Federer in dem 2019 in Melbourne eingeführten Format bereits mit 4:8 zurückgelegen hatte, dank sechs Punkten in Folge aber doch noch die Wende …

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