Die Final-Serie der MLB zwischen den Los Angeles Dodgers und den New York Yankees – den beiden grössten und prestigeträchtigsten Baseball-Teams der Welt – versprach Spektakel. Und dieses Versprechen hielt sie auch. Am Ende setzten sich die Dodgers zwar mit 4:1 Siegen durch. Doch langweilig war es deswegen nie.
Schon das erste Spiel endete historisch: Beim Stand von 2:3 im Extra-Inning aus Sicht der Dodgers erzielte Freddie Freeman einen Grand Slam zum 6:3-Endstand. So nennt man im Baseball einen Homerun, bei dem bereits auf allen drei Bases Spieler stehen und der somit vier Runs gibt. Es war der erste Grand Slam zum Sieg in der «World Series», dem Playoff-Final der besten Liga der Welt.
IT'S GONE
— MLB (@MLB) October 26, 2024
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FREDDIE FREEMAN #WALKOFF GRAND SLAM pic.twitter.com/LlVU1ZGyGx
Der spektakuläre Homerun war jedoch nur der Auftakt einer grandiosen Serie – auch für Freddie Freeman. Der 35-Jährige schoss den Ball auch in den nächsten drei Spielen je einmal ins Publikum. In der zweiten Finalpartie, welche die Dodgers 4:2 für sich entschieden, war er nur einer von vier Spielern, denen ein Homerun gelang. Nachdem Los Angeles auch das erste Spiel in New York 4:2 gewann, sorgten die Yankees mit einem 11:4-Sieg für einen kleinen Befreiungsschlag.
Im fünften Spiel sah es im Yankee Stadium erneut lange nach einem souveränen Sieg der Gastgeber aus. Nach drei Innings führten diese bereits 5:0 – auch dank eines Homeruns des bis dahin kaum in Erscheinung getretenen Superstars Aaron Judge. Dann folgte jedoch ein Horror-Inning für das Team aus der Bronx. Aufgrund mehrerer Fehler, unter anderem liess Judge einen einfach zu fangenden Ball fallen, konnten die Dodgers mit fünf Runs im fünften Abschnitt ausgleichen.
A five-run inning to tie the game! #WorldSeries pic.twitter.com/9C3jyHZZzm
— Los Angeles Dodgers (@Dodgers) October 31, 2024
In der Folge gingen die Yankees zwar noch einmal in Führung, doch gelang den Gästen im achten und vorletzten Inning dann die Wende zum 7:6. Dabei blieb es dann dank des schon in Spiel 1 starken Dodgers-Pitchers Walker Buehler, dem zum Abschluss zwei Strikeouts gelangen. Dafür braucht es jeweils drei Strikes, also Würfe in den erlaubten Bereich, welche die Schlagmänner nicht treffen.
Der gefeierte Held des MLB-Champions war aber Freddie Freeman, der mit einem verletzten Knöchel in die «World Series» gestartet war. Freeman kam vor der Saison 2022 von Atlanta nach Los Angeles, wo er einen Sechsjahresvertrag über 162 Millionen Dollar unterschrieb, und wurde nun als Final-MVP ausgezeichnet. Superstar Shohei Ohtani blieb in der Serie hingegen vorwiegend blass: Dem 30-jährigen Japaner gelangen in den fünf Spielen nur zwei Schläge und zwei Runs. «Das bedeutet mir alles! Ich wäre aber nicht hier, ohne die Unterstützung aller, die dieses Trikot tragen», so Freeman, der vor gut zwei Jahren eigentlich am liebsten in Atlanta geblieben wäre.
Mit den Braves war er vor seinem Weggang Meister geworden, ein Jahr zuvor wurde er als bester Spieler der Regular Season ausgezeichnet. Als er mit den Dodgers dann erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, brach er schon bei der Pressekonferenz und dann auch vor dem Spiel, als ihn die Fans der Atlanta Braves lautstark feierten, in Tränen aus. Doch auch in Los Angeles zeigte er überragende Leistungen. Neben dem Feld erlebte er aber vor allem in den letzten Monaten eine schwierige Zeit.
So wurde seinem dreijährigen Sohn das Guillain-Barré-Syndrom – eine seltene neurologische Erkrankung – diagnostiziert. Im Juli erlitt er dann eine vollständige Lähmung, weshalb Freeman eine Pause vom Sport machte. Der Zustand des Sohns verbesserte sich jedoch und so kehrte Freeman Anfang August zurück zu den Dodgers. Und wurde dann zum Helden beim Gewinn des achten Meistertitels der legendären Franchise.