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Stylisch mit einem Lächeln: Elizabeth Swaney bei ihrem Lieblingstrick.
Stylisch mit einem Lächeln: Elizabeth Swaney bei ihrem Lieblingstrick.Bild: AP

So schaffte es diese völlig talentfreie Freestylerin an die Olympischen Spiele

Ski-Freestylerin Elizabeth Swaney wurde in Pyeongchang Letzte in der Halfpipe. Aber die für Ungarn startende Amerikanerin ist dennoch eine Inspiration: Dafür, dass man sich Träume erfüllen kann, wenn man alles dafür macht.
20.02.2018, 11:3220.02.2018, 11:39

Ihre Runs waren an Lächerlichkeit kaum zu überbieten und ein gefundenes Fressen für Boulevardmedien. Von der «schlechtesten Teilnehmerin der Olympischen Spiele» ist die Rede. In der Tat ist es erstaunlich, wie sich eine Athletin wie Elizabeth Swaney für Pyeongchang qualifizieren konnte. Denn die Ski-Freestylerin beherrscht keinen einzigen Trick.

«Ich habe mich nicht für den Final qualifiziert, deshalb bin ich wirklich enttäuscht.»
Elizabeth Swaney

Ein Sport, den fast niemand macht

Wie um alles in der Welt war es möglich, sich mit so einer Darbietung für Olympia zu qualifizieren? Der Hauptgrund liegt in der Konkurrenz, von der er es nur sehr wenig gibt. Swaney trat bei Weltcup-Veranstaltungen an, bei denen es für die ersten 30 Punkte gibt. Manchmal nahmen nicht einmal so viele Sportlerinnen teil. So wie vor Weihnachten, wo sie es deshalb in China auf Rang 13 schaffte.

Stylisch mit einem Lächeln: Elizabeth Swaney bei ihrem Lieblingstrick.
Stylisch mit einem Lächeln: Elizabeth Swaney bei ihrem Lieblingstrick.Bild: AP

Ein weiterer Grund dafür, dass sich Swaney den grossen Traum einer Olympiateilnahme erfüllen konnte, liegt in ihrer Familie. Denn die Grosseltern der 33-Jährigen stammen aus Ungarn, weshalb sie diesen Pass erhalten konnte. Im US-Team wäre die Kalifornierin chancenlos gewesen: Brita Sigourney und Annalisa Drew klassierten sich im Halfpipe-Final hinter Olympiasiegerin Cassie Sharpe aus Kanada auf den Plätzen 3 und 4.

«Wenn du Zeit und Mühe aufwendest, um hier dabei zu sein, dann verdienst du es genau so, wie ich es tue.»
Cassie Sharpe, Olympiasiegerin

Es war Swaneys zweiter Versuch, an Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Der erste scheiterte, als sie sich für Venezuela als Skeleton-Piloton zu qualifizieren versuchte. Ihre Mutter stammt aus dem südamerikanischen Land. Eine Tatsache, die belegt: Swaney hat sich mit der Teilnahme in Pyeongchang einen grossen Lebenstraum erfüllen können.

Applaus statt Häme

«Ich habe mich nicht für den Final qualifiziert, deshalb bin ich wirklich enttäuscht», sagte Elizabeth Swaney nach ihrem Ausscheiden. Gemäss den anwesenden Reportern wirkte sie dabei durchaus ernst. «Ich habe viele Jahre darauf hin gearbeitet, bei Olympia dabei sein zu können», betonte die Berkeley- und Harvard-Absolventin, die erst mit 25 Jahren erstmals auf Ski stand. Das Abenteuer finanzierte sie unter anderem mittels Crowdfunding.

Exotisches Trio: Swaney mit zwei Langläufern, dem Mexikaner German Madrazo und Pita Taufatofua aus Tonga.

Elizabeth Swaney hat geschickt das Qualifikations-Reglement studiert und den Umstand ausgenutzt, dass sich nur wenige Frauen auf der Welt wettkampfmässig mit Ski in eine Halfpipe wagen. Für diese Cleverness sollte man ihr applaudieren und sie nicht als «schlechteste Olympia-Teilnehmerin» verhöhnen. Dass sie nicht das Niveau der Gegnerinnen hat, weiss sie wohl selber. Schliesslich lag sie 13,60 Punkte hinter der Zweitletzten, die in beiden Runs gestürzt war.

Stylisch mit einem Lächeln: Elizabeth Swaney bei ihrem Lieblingstrick.
Stylisch mit einem Lächeln: Elizabeth Swaney bei ihrem Lieblingstrick.Bild: AP

Neue Quali-Richtlinien geplant

Dass so ein schwaches Niveau wie jenes der Ungarin dem Image einer Sportart nicht förderlich ist, ist hingegen klar. FIS-Kampfrichter Steele Spence kündigte in der «Denver Post» denn auch bereits an, dass die Richtlinien für eine Olympia-Qualifikation geändert würden.

Vielleicht ist Elizabeth Swaney in vier Jahren trotzdem wieder am Start. Denn ganz so miserabel scheint sie gar nicht zu sein. «Auf der Wasserschanze hat sie markante Fortschritte gemacht», sagte ihr Coach in Park City, Chris Haslock. «Leider konnte sie die Tricks noch nicht auf den Schnee übertragen.»

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