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ARCHIV - 01.03.2003, Nordrhein-Westfalen, Koeln: Superstar-Kandidat Daniel Kueblboeck tritt bei der Generalprobe zum Halbfinale der RTL-Talentshow

Daniel Küblböck – seit Sonntag wird der Popsänger vermisst. Er soll von einem Kreuzfahrtschiff gesprungen sein.  Bild: dpa_pool

Daniel Küblböck – DSDS-Star, Badenixe, Adoptivsohn einer Millionärin



In den letzten Jahren war er weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Er, der gerne provoziert. Er, der aus seinem Talent das Maximum machte und sich dessen bewusst war. Zu seiner DSDS-Zeit lautete sein Motto nicht ohne Grund:

«Der Wald wär sehr leise, wenn nur die begabtesten Vögel singen würden.»

Nun ist Daniel Küblböck auf die Titelseiten der Boulevard-Zeitungen zurückgekehrt – aus tragischen Gründen. 

Am Sonntagmorgen soll Daniel Kaiser-Küblböck, wie er sich seit einigen Jahren nennt, von Deck des Kreuzfahrtschiffes Aidaluna gesprungen sein. Obwohl die Schiffscrew sofort die Rettungskräfte alarmierte und sich selber auf die Suche nach dem Popstar machte, konnte er bis jetzt nicht gefunden werden. Die Hoffnung, dass Küblböck noch lebt, ist mittlerweile schwindend klein. Die Küstenwache hat die Suche nach ihm eingestellt.

Der Aufstieg

Es ist 15 Jahre her, seit Küblböck wie aus dem Nichts in der Promi-Welt auftauchte. Wenn man so will, war er der erste, dem die TV-Show «Deutschland sucht den Superstar» zum Durchbruch verhalf. Und noch heute gehört er zu den schillerndsten Figuren, die sich je von Oberjuror Dieter Bohlen bewerten liessen. 

Der damals 17-Jährige Küblböck schaffte es bei der ersten Ausgabe von DSDS bis in die vorletzte Sendung und damit auf das Podest. Nicht weil er ein Gesangswunder wäre, sondern weil seine schillernde und unverblümte Art bei vielen Zuschauern offensichtlich gut ankam. 

Auf der Welle der RTL-Show katapultierte sich der damalige Teenie im Frühjahr 2003 zwei Mal in die deutschen Charts. Im März landete er mit «You drive me crazy» in Deutschland einen Nummer-1-Hit (Schweiz: Platz 10), im Mai schaffte er es mit Heartbeat zumindest noch auf Platz 2 der deutschen Charts (Schweiz: Platz 11). 

Und so klingt Heartbeat

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Video: YouTube/danielkublbockVEVO

Damit war Küblböck auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt. Und als ob er es geahnt hätte, veröffentlichte er bereits im September 2003 seine Autobiographie.

Daniel Kueblboeck posiert am Freitag, 19. September 2003, vor Beginn einer Signierstunde fuer seine Autobiographie

Bild: AP

«Ich lebe meine Töne», heisst das Buch, indem Küblböck vom Aufstieg zum Teenie-Star und von seiner eher schwierigen Kindheit erzählt. Zu seinem Verhältnis zu seiner Mutter schreibt er etwa: 

«Ich bin 15 Mal umgezogen. Mama war sieben Mal verheiratet. Ich habe sehr an meinem Vater gehangen. Ich habe als Scheidungskind unter diesem Hin und Her gelitten. Von meiner Oma wurde ich weggerissen. Meine Mutter hat mich oft verprügelt. Sie prophezeite: ‹Du bist nichts und du wirst auch nichts werden›.»

Die Zeit nach DSDS

Nach seiner DSDS-Zeit wurde Küblböck von Trash-Show zu Trash-Show weitergereicht. Zuerst war er Kandidat bei «Ich bin ein Star – holt mich hier raus».

Dazu lieferte er den passenden Song

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Video: YouTube/danielkublbockVEVO

Es folgte die Teilnahme bei «Big Brother», bei «Das perfekte Promi Dinner», bei «Let's Dance» und der Versuch, beim Eurovision Song Contest mitzumachen – seine Bewerbung wurde jedoch abgelehnt. Ein Reinfall war auch sein Film «Daniel – der Zauberer», der an der Kinokasse floppte.

Der Trailer zum Film

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Video: YouTube/ErsterTFC

Küblböck war sich auch nicht zu schade als Badenixe für Müllermilch zu werben und seine Ohren-OP live im Fernsehen zu übertragen. Für Stirnrunzeln sorgte der Sänger auch, als er sich von einer 70-Jährigen Millionärin adoptieren liess und sich fortan Kaiser-Küblböck nannte.

Die Dramen

Daneben gab es immer wieder persönliche Dramen. 2004 nahm Küblböck mit seinem Auto einem Lastwagen die Vorfahrt. Es kam zum Crash, bei dem sich Küblböck schwer verletzte. Beim anschliessenden Prozess verurteilte das Gericht den DSDS-Star zu einer Strafe in der Höhe von 25'000 Euro. Küblböck hatte zum Zeitpunkt des Unfalls keinen Führerausweis. 

TV-Beitrag zum Unfall

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Video: YouTube/zucki77777

2013 fand man seinen Bruder tot in der Wohnung. Wie sich herausstellte, hatten die beiden zuvor jahrelang keinen Kontakt mehr.

Die Suche nach der Identität

In den letzten Jahren feilte Küblböck an seinem neuen Ich. Er machte am «Europäischen Theaterinstitut Berlin» eine Schauspielausbildung, hielt sich medial im Vergleich zu früher im Hintergrund. Er könne sich mit dem früheren Küblböck nicht mehr identifizieren, sagte er acht Jahre nach DSDS gegenüber der Taz. Er wolle nicht mehr den Pausenclown spielen. Sein Fazit: «Vielleicht habe ich mein Herz in der Vergangenheit zu sehr auf der Zunge getragen.»

Lass dir helfen

Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.
Die Dargebotene Hand: Tel.: 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel.: 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Küblböck hadert mit sich selbst, sucht seine wahre Identität. Offenbar auch in den vergangenen Tagen auf dem Kreuzfahrtschiff. Am Tag als er mit der Aidaluna in See stach, eröffnete er unter dem Namen Rosa Luxemburg einen neuen Instagram-Account. Auf diesem postete er Bilder von sich in Frauenkleider, löste damit Gerüchte über eine bevorstehende Geschlechtsumwandlung aus. 

Ebenfalls für Gesprächsstoff sorgt ein Brief, den Küblböck angeblich für seine Fans verfasst hat. Darin schreibt der Star von monatelangem Mobbing an seiner Schausspielschule. Zudem wirft er einer Lehrerin vor, nicht eingegriffen zu haben. Die Schauspielschule weist die Vorwürfe in einer Erklärung zurück und schreibt zudem: «Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck.» In Gedanken sei man bei dessen Familien, Freunden und Fans. (fvo)

Warum sprang Daniel Küblböck vom Schiff?

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Video: watson

Daniel Küblböck – in Bildern

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nadia Schürch 10.09.2018 23:42
    Highlight Highlight Ich finde euren beitrag klasse! Eine schrille person hat versucht "normal" zu sein, firma aufgebaut, in solaranlagen inverstiert! konnte in der depression, psychischen erkrankung und offenbar auch seiner sexualität, keinen frieden finden! den hat er jetz, im ozean - element wasser! ewige ruhe! r.i.p. daniel
  • el heinzo 10.09.2018 22:54
    Highlight Highlight Öhm, an einer Schauspielschule soll es kein Mobbing geben? Nun, diese Aussage empfinde ich als nicht nachvollziehbar. Ein zusammengewürfelter Haufen selbstverliebter, wohlstandsverwahrloster Egozentriker mit messerscharfer Zunge, spitzen Ellbogen und überhöhtem Selbstwertgefühl, dazu oftmals fundamental talentfrei und für sinnvolle Berufe leider nicht zu gebrauchen. Kommt noch hinzu, dass die sich in einer permanenten Konkurrenzsituation befinden. Das ist doch der perfekte Nährboden für fortgeschrittenes Mobbing. Viele empfinden das doch geradezu als Pflichtfach, das gehört mit zum Rüstzeug.
  • A_C_Doyle 10.09.2018 19:55
    Highlight Highlight Darf man fragen warum man um einen unbedeutenden Musiker ein solches Theater veranstaltet? Nicht das die Story nicht tragisch wäre, aber es verschwinden jährlich dutzende Menschen auf Hoher See (ca 200 seit dem Jahr 2000) und kommen deswegen nicht gleich in alle Zeitungen. Wo liegt der Mehrwert dieser Berichterstattungen im Vergleich zu den anderen verschollenen die niemanden interessieren? Mir kommt der Gedanke das man hier einfach Profit aus einem Namen schlagen will den seit Jahren kaum mehr einer gehört hat, der aber vielen geläufig ist. Ganz grosser Journalismus Leute, echt, sehr gut!
    • Mia_san_mia 10.09.2018 21:38
      Highlight Highlight Die anderen 199 waren nicht prominent.
    • Valon Gut-Behrami 10.09.2018 22:30
      Highlight Highlight Ich versuche zu antworten: Ein solch tragisches Ereignis im Zusammenhang mit einer prominenten Person zu hinterfragen, kann dabei helfen, Leute im Hinblick auf den Umgang mit Menschen, die anecken, zu sensibilisieren.

      Alles Gute, Daniel Küblböck.
    • domimi 10.09.2018 22:36
      Highlight Highlight Du vergisst leider auch die unzähligen Menschen, welche auf der Flucht ertrinken
    Weitere Antworten anzeigen
  • nilsnektarine 10.09.2018 19:37
    Highlight Highlight Badenixe... etwas makaber (ja ich weiss, dass es keine Anspielung auf das aktuelle Ereignis ist, aber dennoch)
  • Kieran Murphy 10.09.2018 19:31
    Highlight Highlight Tragisch für Freunde und Angehörige. War irgendwie ein kultiger Typ. Aber da er einer dieser Promis war, die bekannt sind obwohl sie eigentlich nichts können, ist das für die Gesellschaft als Ganzes jetzt auch kein grosser Verlust. Schade, dass sein Tod auf watson mehr Beachtung findet als jener von Beat Richner.
    • honesty_is_the_key 10.09.2018 21:23
      Highlight Highlight War auch mein Gedanke, danke!
    • Valon Gut-Behrami 10.09.2018 22:31
      Highlight Highlight Auch er ist ein Verlust für die Gesellschaft. Deinen Kommentar finde ich respektlos.
    • 1337pavian 11.09.2018 01:43
      Highlight Highlight Was für ein ignoranter Kommentar. Lieber Gott, lass es Blitze regnen!
  • MsIves 10.09.2018 19:13
    Highlight Highlight kurze Frage, im Thumbnail steht unter anderem "Badenixe".. Bitte sagt mir, dass es 1. ein geschmackloser Scherz ist oder 2. er hat für sein Leben gern gebadet aber nirgends wurde es im Artikel erwäht..
    • Wurstbrot 10.09.2018 19:22
      Highlight Highlight Doch ist erwähnt im Artikel.
    • Dagobart 10.09.2018 19:22
      Highlight Highlight Aus dem Text : Küblböck war sich auch nicht zu schade als Badenixe für Müllermilch zu werben und seine Ohren-OP live im Fernsehen zu übertragen.
    • MsIves 10.09.2018 20:38
      Highlight Highlight Daaanke Dagobart! hab ich übersehen.. trotzdem in diesem Kontext falsch
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 10.09.2018 18:51
    Highlight Highlight In einem Brief schreibt der Star von monatelangem Mobbing an seiner Schausspielschule. Zudem wirft er einer Lehrerin vor, nicht eingegriffen zu haben.

    Die Schauspielschule weist die Vorwürfe in einer Erklärung zurück.

    Ich hoffe, die Journalisten gehen dieser Sache auf den Grund. Das kann unmöglich unter dem Deckel gehalten werden, sollten die Vorwürfe stimmen.

    Wieso sollte er das erfinden ? Aber lassen wir die Journalisten ihre Arbeit machen.
    • Markus K 10.09.2018 23:15
      Highlight Highlight Was sind das für Trolle, die bei diesem Kommentar blitzen?!
    • N. Y. P. D. 11.09.2018 07:40
      Highlight Highlight Vielleicht weil ich spekuliere, dass Küblböck recht hat mit seinen Anschuldigungen im Brief, obwohl der Sachverhalt noch nicht geklärt ist.

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