Bei einer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat in New York hat der polnische Aussenminister Radosław Sikorski klare Worte gegen Russland gerichtet. Er sprach dabei das russische Vorgehen im Krieg gegen die Ukraine an, bei dem gezielt ukrainische Kinder entführt und nach Russland gebracht würden, was ihn, wie er aufzeigte, an das Vorgehen der Nazis im Zweiten Weltkrieg erinnere – und nicht unbestraft bleiben werde:
Direktes Ziel der (verbalen) Angriffe war der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja, der jedoch unmittelbar nach seiner eigenen Rede – in welcher er die Regierung der Ukraine gemäss dem russischen Narrativ erneut als Nazis bezeichnete – bereits den Saal verlassen hatte.
Sikorski, der sagte, er habe die Rede selbst geschrieben, bezichtigte Nebensja in mehreren Aussagen der Lüge – und hatte auch Beweise dabei, etwa ein Foto aus der Stadt Lwiw, das ein zerstörtes Stadthaus zeigte. Er sagte, er habe Lwiw vor zwei Wochen persönlich besucht und miterlebt, wie drei tote Zivilisten, eine Mutter und ihre zwei Töchter, aus den Trümmern dieses mit einer russischen «Kalibr»-Rakete zerstörten Hauses geborgen wurden. Mit dieser Anekdote wollte er die Aussage Nebensjas entkräften, dass Russland keine zivile Infrastruktur angreife.
Kern der Rede des polnischen Ministers war aber die Thematik der entführten ukrainischen Kinder. Russische Besatzungstruppen und Beamte hätten in den letzten 30 Monaten Tausende von ukrainischen Kindern gegen den Willen ihrer Eltern zusammengetrieben und zur Adoption und Umerziehung nach Russland verfrachtet, um sie mittels Gehirnwäsche dem Moskauer Regime gegenüber loyal zu machen, so Sikorski. «UN-Ermittler kamen zu dem Schluss, dass diese Aktionen Kriegsverbrechen darstellen», erklärte er.
Sikorski führte der Versammlung dann auch die Heuchelei der russischen Delegation vor Augen, die eben noch die ukrainische Regierung als Nazis bezeichnet hatte. Er lebe drei Kilometer von Potulice entfernt, das im Zweiten Weltkrieg als zentrales Arbeitslager der Nazis gedient habe, erzählte er. Dort seien auch Tausende sowjetische Kinder inhaftiert gewesen, von welchen ein grosser Teil nach Westen deportiert wurde, um «eingedeutscht» zu werden. Auf Basis dieser Information fragte Sikorski die russischen Abgeordneten, inwiefern sich ihr Vorgehen von dem der Nazis im Zweiten Weltkrieg unterscheide.
Sikorski fragte weiter, ob die russischen Abgeordneten wüssten, dass das Entführen von Kindern eines anderen Landes gleichbedeutend sei mit Völkermord. Und ob sie sich erinnerten, dass es russische Strafverfolger gewesen seien, die bei den Nürnberger Prozessen geltend gemacht hätten, dass auch die Botschafter und Diplomaten eines kriminellen Regimes Kriminelle seien.
Zum Schluss seiner Rede sagte der polnische Aussenminister, die permanenten Vertreter des UN-Sicherheitsrates sollten Wächter des Friedens sein – und nicht Kriege mit den Kindern anderer Leute treiben. «Dies ist Russlands Schande und sie wird nicht vergeben oder vergessen», sagte er. (lzo)
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