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FILE - In this Tuesday, June 13, 2017, file photo, a self-driving Chevrolet Bolt EV that is in General Motors Co.'s autonomous vehicle development program appears on display at GM's Orion Assembly in Lake Orion, Mich. California regulators have nixed a plan to let self-driving car manufacturers evade liability for crashes if the vehicle hasn’t been maintained according to manufacturer specifications. (Jose Juarez/Detroit News via AP, File)

Selbstgelenkt: der Chevrolet Bolt EV. Bild: AP/Detroit News

VW und General Motors lassen Tesla alt aussehen

GM war bankrott und VW vom Dieselskandal schwer angeschlagen. Jetzt sind die beiden Auto-Dinosaurier wieder blendend im Schuss.



Für Kristina Church, Analystin bei der Barclays Bank, steht die Welt kopf: «Vor 18 Monaten war es ein Karrieren-Risiko, gegenüber meinen Kunden den Namen VW überhaupt in den Mund zu nehmen», erklärte sie in der «Financial Times». «Jetzt ist es ein Karriererisiko geworden, keine VW-Titel im Portefeuille zu haben.»

Die Frau hat gut reden: VW-Aktien haben im vergangenen Jahr rund 30 Prozent zugelegt, selbst im aktuellen Dauer-Börsen-Boom ein stolzer Wert. Locker mithalten konnten auch die Papiere von General Motors (GM), die ebenfalls von den Investoren lange gemieden wurden.

epa04024180 Commercual handout image released by Autostadt GmbH on 16 january 2014.
More than 2 million guests visited the Autostadt in 2013. New driving attractions include the 'Ausfahrt'. The Autostadt in Wolfsburg continued its successful development in 2013, with 2.166 million visitors (2012: 2.297 million) and 160,230 vehicle deliveries (2012: 173,374). According to CEO Otto F. Wachs, 'The excellent visitor and vehicle delivery figures confirm the success of our concept of continuous change and development. New attractions, including the MobiVersum family activity section and the 'Ausfahrt' driving attraction, offer guests excellent reasons to visit the Autostadt. The number of visitors in 2013 once again exceeded our long-term annual average. Visitors typically spend more than five hours at the Autostadt, which shows that guests are interested in our attractions.' 

/ Use of picture is free of charge. Please quote:

Die Autostadt in Wolfsburg ist eine Art Techno-Disneyland für Autofans.  Bild: EPA/obs

Dabei mussten VW und GM bös unten durch. Nach dem Dieselskandal im Herbst 2015 spottete etwa der «Spiegel», VW sei eine Art «Nordkorea ohne Arbeitslager» geworden. Nicht nur die veraltete Unternehmenskultur der Wolfsburger wurde hart kritisiert, auch die Profitabilität des Unternehmens war im Keller. Speziell pessimistische Branchen-Gurus orakelten gar, VW werde die zu erwartenden Bussen nicht überleben.

In den USA war der Spruch «Was gut für GM ist, ist gut für Amerika» nicht einmal mehr ein schlechter Witz. Nach der Finanzkrise überlebte das einst weltgrösste Unternehmen nur dank massiver und von konservativer Seite heftig kritisierter staatlicher Unterstützung.

Bild

Sinnbild des Zerfalls: die Autostadt Detroit. bild: shutterstock

GM war Sinnbild geworden für den amerikanischen Niedergang, für veraltete Technologie, schlampige Fertigung und verkrustete Bürokratie. Die ultimative Schmach erlebte GM im April 2017. An der Börse wurde der Emporkömmling Tesla höher bewertet als der ehemalige Marktführer.

Dabei hatten Elon Musk und seine Truppe gerade mal ein paar zehntausend popelige Elektroautos produziert, während bei GM jährlich Millionen von Autos vom Band rollen. Das ist inzwischen korrigiert worden. Tesla-Aktien dümpeln vor sich hin, während der Kurs der GM-Papiere abgeht.

GM kann nicht nur traditionelle Benzinschlucker bauen, GM kann auch elektrisch. «Innert kurzer Zeit ist das Unternehmen vom Abgehängten zum Marktführer geworden auf diesem Gebiet», wundert sich der «Economist». Tatsächlich wird in der allgemeinen Tesla-Euphorie gerne übersehen, dass GMs Chevy Bolt nicht nur das erste serienmässig herstellte Elektroauto ist, sondern auch, dass die Massenproduktion im Gegensatz zum Tesla 3 auch funktioniert.

FILE - In this Wednesday, Dec. 2, 2015, file photo, Tesla Motors Inc. CEO Elon Musk delivers a speech at the Paris Pantheon Sorbonne University as part of the United Nations Climate Change Conference in Paris. Musk, who is the chairman and largest shareholder of Tesla Motors and SolarCity, has proposed to unite the two companies. The overlap created a glaring conflict of interest that's fueling concerns about whether Musk is milking Tesla's higher market value and better brand recognition to bail out SolarCity, a company run by his cousin, Lyndon Rive. (AP Photo/Francois Mori, File)

Muss sich warm anziehen: Elon Musk. Bild: AP/AP

Auch bezüglich selbstgelenkter Autos hegt GM grosse Pläne. 2016 hat man rund eine Milliarde Dollar für Cruise hingeblättert, ein auf künstliche Intelligenz spezialisiertes Start-up. Das Investment zahlt sich bereits aus. Dank Cruise beherrscht GM mittlerweile auch die Technik des autonomen Fahrens. Das Unternehmen plant nun, im grossen Stil in den Zukunftsmarkt von Robo-Taxis zu investieren.

Elektroautos sind in Wolfsburg ebenfalls zu einem beherrschenden Thema geworden. Bis 2025 will VW-Chef Matthias Müller rund 20 Milliarden Euro in die Elektrifizierung und nochmals 14 Milliarden Euro in die selbstfahrende Technologie investieren. Im vergangenen September hat Müller ein ehrgeiziges Ziel vorgestellt: 50 Modelle will die VW-Gruppe bis zu diesem Zeitpunkt mit Elektroantrieb ausgerüstet haben.

Hat jemand Dinosaurier gesagt?

Mit einer SUV-Version des Audi E-Tron soll zudem ein echter Konkurrent für das Tesla Model X verfügbar sein. Das Geld dazu ist vorhanden. Anders als befürchtet konnte man bisher die Diesel-Skandal-Bussen aus dem laufenden Cashflow bezahlen und musste nicht ans Eingemachte. Die Kosten sind mit bisher 25 Milliarden Euro auch weit tiefer ausgefallen als die zunächst prophezeiten 80 Milliarden Euro.

Nicht nur der monetäre, auch der Imageschaden hält sich in Grenzen. Im vergangenen Jahr sind die Verkäufe von VW, Audi, Porsche, Skoda & Co. um 4,3 Prozent gestiegen. VW ist damit erneut das grösste Autounternehmen der Welt, vor Toyota und GM. Selbst in den USA konnte die Marke VW letztes Jahr um 5,2 Prozent zulegen. GM und VW haben die Kurve gekratzt. Bankanalysten zeigen sich beeindruckt. Niemand bezeichnet die beiden noch als «aussterbende Dinosaurier». Heute gelten sie als «sich entwickelnde Säugetiere».

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