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Frauen und Geld

Ferienhüsli kaufen, mieten oder ins Hotel? Wo du am meisten sparst

Was kostet ein Ferienhüsli? Wohnung auf Dauer mieten? Lohnt sich das oder doch lieber ins Hotel? Wo du am meisten Geld sparst.
13.08.2020, 15:2814.08.2020, 09:20
Olga Miler
Olga Miler
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Unsere Nachbarn haben eines, viele Freunde auch. Fast jedes Wochenende pilgern sie ins «Ferienhüsli» in die Berge. Oder in den Ferien in die Zweitwohnung nach Italien, Spanien oder Kroatien. Die Gründe sind ganz unterschiedlich, die einen wollen die Skisachen nicht immer schleppen, die anderen haben das Haus noch von den Eltern oder haben es als Wertanlage oder als Ersatz für ein Eigenheim in der Stadt gekauft.

Gemäss dem Bundesamt für Raumentwicklung (2015) verfügen 7,9% der Haushalte der Schweizer Wohnbevölkerung über Zweithäuser, -wohnungen oder –zimmer, welche ihnen über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen. 0,6% verfügen sogar über zwei oder mehr solcher Wohnungen.

Wo haben wir unsere Zweit-Hüsli, -wohnungen, -zimmer und wie werden sie genutzt?

32,4% der Schweizer Wohnungen liegen in ländlichen Räumen, hier vor allem in den Tourismusgemeinden (15,8%), 22,6% in Städten und 28,9% im Ausland.

Eine grosse Mehrzahl (83,6%) der Zweithäuser und -wohnungen in ländlichen Räumen wird im Eigentum gehalten, Zweitwohnungen in Städten dagegen werden vorwiegend gemietet (48,7%).

Mehr als 90% der Zweitwohnungen in den ländlichen Räumen der Schweiz und 76,4% derjenigen im Ausland werden für Freizeit und Ferien genutzt.

Fast 7 von 10 der Besitzerhaushalte nutzen den zweiten Wohnsitz auf dem Land mehr als vier Wochen pro Jahr, 1/3 sogar neun oder mehr Wochen pro Jahr. Die ausländischen Wohnungen werden nur von knapp mehr als der Hälfte der Besitzerhaushalte (56,6%) 4 Wochen oder mehr im Jahr genutzt.
Bundesamt für Raumplanung, neuere Daten als 2015 gibt es wegen corona erst 2021

Ferienhüsli kaufen – Leidenschaft und Wertanlage?

Damit sich ein Ferienhüsli neben Spass und Komfort auch wirtschaftlich rechnet, vermietet man es idealerweise in der Zeit, in der man es nicht selber nutzt. Gemäss verschiedener Quellen ist es wirtschaftlich, wenn man es schafft, das Feriendomizil 15-20 Wochen pro Jahr zu vermieten.

Allerdings muss man sich um die Vermietung, Renovation und Bewirtschaftung kümmern (oder jemanden damit beauftragen). Die höchsten Mietpreise kriegt man zu Hochsaisonzeiten, wie Weihnachten und Sportferien, und hat dann allenfalls selber nichts davon.

Beispielrechnungen haben gezeigt, dass man nicht unglaublich viel Gewinn rausholt, wenn man alle Kosten mit einbezieht, selbst wenn man den Ertrag der eigenen Nutzung mit einrechnet. Und das auch dann, wenn die Liegenschaft im Laufe der Zeit vielleicht etwas im Wert steigen sollte.

Welche Kosten fallen bei einem «Ferienhüsli/Wohnung» an?

  • Anschaffungskosten für die Liegenschaft: diese hängen sehr von der Lage, der Umgebung und dem Zustand ab. Eine genaue Recherche lohnt sich auf jeden Fall, da die Preisunterschiede selbst innerhalb eines Ortes sehr signifikant sein können.
  • Notwendiges Eigenkapital: Statt der üblichen 80% finanzieren Banken für das Feriendomizil nur ca. 50-70% und können auf die Hypothek höhere Zinsen erheben. Zudem ist eine Finanzierungshilfe aus dem Pensionskassenguthaben oder der Säule 3a wie beim Eigenheim nicht möglich. Eine Möglichkeit, die Zweitwohnung zu finanzieren, besteht darin, die Hypothek auf den Erstwohnsitz aufzustocken.
  • Tilgung der Hypothek: Verschiedene Banken haben Auflagen, bei welchen man einen bestimmten Prozentsatz der Hypothek pro Jahr tilgen muss.
  • Renovationskosten: In welchem Zustand ist die Liegenschaft, wie viel muss man allenfalls an Renovation reinstecken?
  • Ausstattung: wie z.B. Mobiliar und Einrichtung, wenn man vermietet, auch andere Anschaffungen wie Smartlocks für die Schlüsselübergabe etc.
  • Unterhaltskosten: Strom, Wasser, Tourismusförderungsabgaben, Versicherungen, aber auch Reinigung etc. Diese Kosten können in ländlichen Gebieten ganz anders ausfallen als in der Stadt.
  • Marketingkosten: falls man vermietet und wirklich eine gute Auslastung erreichen will, z.B. gute Fotos, Abgaben an Vermieterplattformen, Gästepflege etc.
  • Steuern (Kanton und Gemeinde): Den Eigenmietwert und die Mieteinnahmen muss man in der Regel im Kanton des Standorts des Zweitdomizils versteuern, mehr dazu hier.
  • Abschreibungen auf Investitionen, z.b. Renovation
  • Opportunitätskosten des eingesetzten Kapitals: da dieses in dieser Zeit z.B. nicht in andere Anlagen investiert wird und länger gebunden ist.

Verschiedene Experten raten wegen des hohen Aufwands, der Unsicherheit der Wertentwicklung und der doch eher bescheidenen Gewinne deshalb zu Vorsicht beim Kauf eines «Ferienhüsli» als reine Wertanlage. Wenn man es selber nutzen möchte und nicht professionell vermietet, dann scheint es doch eher eine Herzensangelegenheit zu sein, bei der man mit kosteneffizientem Wirtschaften kostendeckend eine tolle Zeit verbringen kann.

Ferienwohnung in Langzeitmiete – lohnt sich das?

Ferien in der Schweiz sind, vor allem mit Familie und im Winter, sehr teuer. Aber es ist nicht nur eine Frage des Geldes, ob man eine Wohnung mietet oder doch lieber ins Hotel geht. Das Feriengefühl ist sicher ein anderes, zudem kann man mit Familie und Freunden in einer Wohnung Kosten sparen, z.B. wenn man selber kocht.

Wenn man eine Ferienwohnung nicht kauft, sondern langfristig, z.B. für ein Jahr oder länger mietet, dann fallen Kosten wie Eigenkapital, Unterhalt, etc. weg. Und man hat trotzdem ein «Heimgefühl» und den Vorteil, dass man Ski und Bike nicht immer anschleppen muss.

Aber rechnet sich dies wirklich? Angenommen, die Wohnung kostet 1'700 CHF im Monat, dann sind dies immer noch ca. 20'400 CHF im Jahr. Vergleicht man dies mit einem Hotelzimmer für z.B. 250 CHF pro Zimmer / Nacht für 2 Personen, dann könnte man in der gleichen Saison immer noch 81 Nächte sorgenfrei und mit Komfort im Hotel verbringen, das sind ca. 3 Monate – das wäre länger als gemäss Statistik (siehe Kasten oben) die meisten Zweitferienwohnungen im Schnitt im Jahr von ihren Besitzern genutzt werden.

Ferienwohnung kurzfristig mieten oder doch ins Hotel?

Das hängt ganz davon ab, wie Personen dabei sind, wie lange man bleiben will und wie viel Luxus man braucht. Für Kurzaufenthalte unter einer Woche und wenige Personen ist das Hotel oft die bessere Wahl, da Ferienwohnungen oft nur für eine ganze Woche gemietet werden können und die Kosten für die Endreinigung meistens vollumfänglich anfallen.

Bleibt man eine Woche oder länger und braucht keinen riesigen Luxus, ist mit Familie oder Freunden unterwegs, dann fährt man mit der Ferienwohnung sicherlich günstiger, zumal man auch andere Kosten sparen kann. Auf Wochenbasis mieten hat zudem den Vorteil, dass man nicht jedes Mal an den gleichen Ort fahren muss, der irgendwann vielleicht auch mal langweilig wird.

Wie habt ihr das so? Lieber von Ort zu Ort oder doch ins Ferienhüsli immer an den gleichen Ort? Kaufen, dauermieten oder doch lieber jedes Jahr woanders hin ins Hotel oder wochenweise mieten?

28 Bilder zeigen, warum dies das beste Hotel der Welt ist

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Video: watson/Maurice Thiriet, Emily Engkent
bild: zvg
Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.
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