Wirtschaft
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epa06781799 A Chinese girl holds up the national flag inside the Forbidden City across Tiananmen Square on the eve of the 29th anniversary of the 1989 June 4th Tiananmen Square protests in Beijing, China, 03 June 2018. This year 04 June 2018 marks the 29th anniversary of the Tiananmen Square protests of 1989. Tourists continue to throng the site on the eve of the anniversary of the violent crackdown of the student protests in 1989 but foreign journalists were not allowed to enter the square.  EPA/HOW HWEE YOUNG

Ein Mädchen winkt mit einer chinesischen Flagge in der verbotenen Stadt in Peking. Bild: EPA/EPA

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Der Wohlfahrtsstaat nach westlichem Muster kann seine Versprechen nicht mehr erfüllen und wird zerfallen. Diese These vertritt Thomas Mayer in seinem neuesten Buch.

15.07.18, 12:54


«Ein technisch effektiv gelenkter chinesischer Wohlfahrtsstaat ist einem ineffektiv gelenkten westlichen Wohlfahrtsstaat in jeder Hinsicht überlegen.» So lautet das Fazit, das Thomas Mayer in seinem Buch «Die Ordnung der Freiheit und ihre Feinde» zieht. Mayer war einst Chefökonom der Deutschen Bank und gehört heute zu den führenden liberalen Vordenkern in Deutschland.

Thomas Mayer war Chefökonom der Deutschen Bank. Danach gründete er das Flossbach von Stoch Research Institute. Er ist auch Honorarprofessor an der Universität Witten/Herdecke und Kolumnist bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die Chinesen teilen Mayers Befund. «Xi Jinping und seine Unterstützer werfen dem westlichen Modell den Fehdehandschuh hin», so Mayer. «Sie anerkennen die wirtschaftlichen Leistungen des klassischen Liberalismus, befinden aber, dass dieser im 21. Jahrhundert so degeneriert sei, dass der Westen in die Bedeutungslosigkeit versinken wird.»

In den Fussstapfen von Friedrich Hayek

Es lässt sich nicht bestreiten, dass sich das westliche Gesellschaftsmodell in einer schweren, vielleicht sogar fatalen Krise befindet. Offensichtlich ist auch, dass China kein demokratischer Staat in unserem Sinn werden wird. Stattdessen basteln Xi und seine Genossen an einem Gegenmodell, von dessen Überlegenheit sie überzeugt sind.

Mayer greift eine der zentralen gesellschaftspolitischen Fragen der Gegenwart auf. Er tut dies, indem er dort anknüpft, wo einst Friedrich Hayek mit seinem Buch «Der Weg zur Knechtschaft» aufgehört hat. Der Kopf der sogenannten «österreichischen Schule» der Ökonomie hatte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in dieser Streitschrift die These vertreten, wonach der sich abzeichnende Sozialstaat unweigerlich in einem neuen Totalitarismus enden müsse.

Friedrich August von Hayek

Kein Freund des Sozialstaates: Friedrich Hayek.

Mayer ist ebenfalls ein bekennender Vertreter der «österreichischen Schule». Auch er setzt auf Primat des Marktes und will den Staat auf ein Minimum reduzieren. Wie bei Hayek ist für ihn die Krise des Westens eine logische Konsequenz des Versagens des Wohlfahrtsstaates, der zwar gut gemeint, in der Praxis jedoch zum Scheitern verurteilt ist.

Den grassierenden Hass auf die Eliten und den wachsenden Populismus erklärt Mayer wie folgt:

«Die Mündel des behütenden Wohlfahrtsstaats empfanden es als Verrat, wenn die die Vormundschaftsgewalt ausübenden Eliten sich an der Globalisierung bereicherten, die Risiken von Finanzgeschäften auf die Allgemeinheit abwälzten und durch Toleranz massenhafter Immigration billige Arbeitskräfte ins Land holen und dabei gleichzeitig ihre überlegene Moral zur Schau stellen wollten.»

Hayeks grosser Gegenspieler war einst John Maynard Keynes. Der britische Ökonom hatte erkannt, dass die Wirtschaft in eine Verelendungsspirale gerät, wenn die Nachfrage einbricht. Als Gegenmassnahme empfahl er, die mangelnde private Nachfrage durch staatliche zu ersetzen und so eine Wirtschaftskrise zu verhindern.

Keynes ging zunächst als Sieger aus diesem Ökonomen-Duell gegen Hayek hervor. Die Nachkriegszeit war von seiner Wirtschaftspolitik geprägt, und sie war äusserst erfolgreich. Drei Jahrzehntelang herrschte in den Industrieländern Vollbeschäftigung, die Löhne stiegen und die Arbeitszeiten sanken.

Der Aufstieg der Zentralbanken

Gegen Ende der Siebzigerjahre geriet die keynesianische Wirtschaftspolitik jedoch in eine Krise. Es herrschte Stagflation, will heissen: stagnierende Wirtschaft und galoppierende Inflation. Zudem verpufften die staatlichen Ankurbelungsprogramme in der zunehmend globalisierten Wirtschaft.

Former U.S. Federal Reserve Board Chairman Alan Greenspan reacts during a question and answer session at the National Association for Business Economics Policy Conference in Arlington, Virginia February 24, 2014.      REUTERS/Gary Cameron  (UNITED STATES - Tags: POLITICS BUSINESS)

Machte das Geld billig: Der ehemalige Präsident der US-Notenbank, Alan Greenspan.

Jetzt schlug die Stunde der Zentralbanken. Sie wurden zu den Samaritern des Wohlfahrtsstaates. «Jede Korrektur auf den Finanzmärkten und jede Rezession der Wirtschaft wurde seit Ende der 1980er Jahre von den Zentralbanken mit immer niedrigeren Zinsen bekämpft», stellt Mayer fest.

Die Gesellschaft zahlt jedoch dafür einen hohen Preis: Das billige Geld der Zentralbanken bläht die Vermögenswerte auf. Davon kann nur ein kleiner Teil der Bevölkerung profitieren: «Die Blasenökonomie nützt also vor allem wohlhabenden älteren Menschen und lässt die jüngeren Menschen ohne Kapitalvermögen zurück», so Mayer.

Zurück zum Nachtwächterstaat

Zusammengefasst lautet Mayers Kritik wie folgt: Der Versuch, Marktwirtschaft und Sozialismus zu vereinen, endet in Tränen. Der Wohlfahrtsstaat führt zu hohen Steuern, Umverteilung und Staatsverschuldung. Die Bürgerinnen und Bürger werden entmündigt und verraten. Vom billigen Geld und der Globalisierung profitieren nur wenige. Deshalb kommt es jetzt zum populistischen Aufstand gegen Elite und Globalisierung.

THEMENBILD ZUR SESSION THEMA SELBSTBESTIMMUNGSINITIATIVE --- Abstimmung an der Landsgemeinde am Sonntag, 6. Mai 2018 in Glarus. Die Versammlung, die jedes Jahr am ersten Mai-Sonntag stattfindet, ist das oberste gesetzgebende Organ des Gebirgskantons. Sie ist eine Mischung aus Volksabstimmung und Parlament. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Sinnbild urwüchsiger Demokratie: Die Glarner Landsgemeinde. Bild: KEYSTONE

Marktwirtschaft und Demokratie können sich deshalb im Kampf gegen das chinesische Modell nur behaupten, wenn wir zurück zu den Wurzeln des Liberalismus kehren. Das bedeutet konkret: Der Staat muss zurückgebaut und die Zentralbanken zurückgebunden werden. Wir brauchen ein stabiles «Bürgergeld», das nicht durch Bankkredite verwässert werden darf. Eigentum und individuelle Freiheitsrechte müssen bedingungslos gestützt und die Versuche, die Menschen zu politisch korrektem Verhalten zu manipulieren (nudging), müssen eingestellt werden.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Wenig an Mayers Thesen ist neu. Die Kritik am Wohlfahrtsstaat gehört zum Standardrepertoire der liberalen Wanderprediger. Mayer versteht es jedoch, seine These geschickt mit dem populistischen Aufstand gegen Eliten und Globalisierung zu verbinden.

Gleichzeitig befinden sich die Thesen der österreichischen Schule im Aufwind. Während langer Zeit wurden sie in eher überalterten und elitären Gremien diskutiert. Jetzt finden sie Anhänger in der Szene der Kryptowährungen und bei den Jungfreisinnigen.

Schliesslich trifft Vieles an Mayers Kritik zu, vor allem seine Ausführungen über die Finanzialisierung der Wirtschaft. Die Hauptstossrichtung jedoch zielt ins Leere: Der Wohlfahrtsstaat ist keine bösartige Verschwörung gegen den Liberalismus. Er ist entstanden, um die schlimmsten Verwerfungen eines ungezügelten Kapitalismus zu verhindern.

Worüber Mayer nicht spricht

Die Zentralbanken sind keine geheimen Machtbünde. Sie sind entstanden, um die gravierenden Schäden der periodisch wiederkehrenden Finanzkrisen in den Griff zu bekommen.

Typisch auch, worüber Mayer nicht spricht: Über die Monopolisierung der Wirtschaft, über die sich immer weiter öffnende Einkommensschere und über das «Winner-takes-it-all»-Phänomen verliert er kein Wort. Ebenfalls typisch ist der Niveauverlust, wenn es um die Klimafrage geht. Hier wischt er die wissenschaftlichen Erkenntnisse unter den Tisch und argumentiert wie ein tumber Klimaleugner.

Intellektuell faszinierend – aber unpraktisch

Mayer stellt seine Wiedergeburt des Liberalismus dem antiliberalen chinesischen Kommunismus gegenüber. Das ist kein Zufall: Beide Modelle üben eine grosse intellektuelle Faszination aus. Wer Hayek oder Marx liest, glaubt, die Welt verstanden zu haben.

Die Ernüchterung kommt in der Praxis: Der ungezügelte Manchester-Kapitalismus hat zu Massenelend und Öko-Katastrophen geführt. Der Kommunismus unter Stalin und Mao zu den schlimmsten Verbrechen gegen die Menschheit.

Wir brauchen daher einen dritten Weg. Nur gibt es leider dafür kein Patentrezept. Der Wohlfahrtsstaat muss immer wieder neu erfunden werden.

2023 möchte Schweden das erste Land ohne Bargeld sein

Video: srf

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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48
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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Waedliman 16.07.2018 14:19
    Highlight Die Chinesen bauen sich den gläsernen Menschen. Das angedachte Punktesystem für Verhaltensweisen ist doch völlig krank. Wollen wir uns das zum Vorbild nehmen, dauerhafte Überwachung und Zensur unseres Privatlebens?
    35 2 Melden
  • Z&Z 16.07.2018 11:20
    Highlight Ich vertrete die Ansicht, dass das Schweizer Modell in der Basis zukunftsfähig ist, sofern die Einflüsse der mächtigen Wirtschaftsleute nicht noch weiter die Richtung vorgeben. Die Lobbyorganisationen sollten strenger reguliert werden. In diesem Sinne fand ich es auch schade, dass die Vollgeldinitiative nicht angenommen wurde. Vielleicht war es einfach noch zu früh. Nichtsdestotrotz, das CH-Modell ist zukunftsfähig und wäre grundsätzlich in der Lage, weitere Länder als Kantone aufzunehmen.
    27 10 Melden
  • Ursus der Rächer 16.07.2018 04:17
    Highlight Ein Land, das die eine Hälfte der Einwohner bis jetzt zu einem besseren Leben führen konnte, die andere Hälfte aber einfach vergessen hat und diese Hälfte nahe am Hungertod nagt, soll eine überlegene Staatsform sein? Ein Staat, das jeden Handy-Benutzer überwacht und ein Scoring darüber erstellt und danach entscheidet, ob er eine Arbeitsstelle erhält oder als Querschläger eingestuft wird, der Probleme in der Gemeinschaft erhält und öfters einsperrt wird, ist eine grossartige Staatsform. Wir sollten Auch so werden, oder? -:)
    37 6 Melden
    • Waedliman 16.07.2018 15:00
      Highlight Schon interessant, dass die Blitzer genau das zu wollen scheinen, was sie hier ablehnen. Und das sind Menschen, die in einem demokratischen Land leben. Mir wird schlecht.
      17 4 Melden
  • Firefly 15.07.2018 21:50
    Highlight Ich habe eine gesunde Umwelt hier, sauberes Wasser und frische Luft. Ich kann mich frei bewegen und sagen was mir gefällt, auch wenn es gewissen Eliten nicht gefallt. Ich werde nicht willkürlich verhaftet und viele wollen hier leben, studieren und arbeiten, die Lebensqualität gehört zu den höchsten der Welt. Solange dies so bleibt, sehe ich keinen Niedergang
    46 9 Melden
    • PaLve! 16.07.2018 14:04
      Highlight Den Gedanken denn du dir jedoch nicht machst: Auf die Kosten von wem oder was hast du diese Lebensqualität?
      15 4 Melden
    • Firefly 16.07.2018 15:01
      Highlight @PaLve! da ein Sozialstaat, auf Kosten der Allgemeinheit und nicht wie im Voll-Kaptialismus auf Kosten einer ploretarischen Mehrheit die eine feudale Minderheit unterhält.
      10 3 Melden
    • Waedliman 16.07.2018 15:02
      Highlight Und wieder muss hier jemand den Gedanken von Freiheit damit einschränken, dass diese auf Kosten von anderen geschieht. Wenn wir nicht endlich aufhören, diese Selbstzweifel an unserem Denken und Handeln zu beenden, gehen wir noch an unseren eigenen Phobien zugrunde.
      11 6 Melden
  • willi22 15.07.2018 19:58
    Highlight Starke Schultern müssen mehr tragen. Der Sozialstaat ist sowas von locker finanzierbar. Nur nicht, wenn der Mittelstand verschwindet, die Einkommesschere weiter auseinandergeht und die starken Schultern nichts tragen wollen. Den Klimawandel wegzuwischen, ist wie die Physik zu ignorieren. Mal schauen wer den längeren Atem hat. Thomas Mayer hat sich gerade eben sowas von selber diskreditiert.
    49 7 Melden
  • Zeit_Genosse 15.07.2018 19:42
    Highlight «Ein technisch effektiv gelenkter chinesischer Wohlfahrtsstaat ist einem ineffektiv gelenkten westlichen Wohlfahrtsstaat in jeder Hinsicht überlegen.»

    Ein effektiv gelenktes System ist einem ineffektiv gelenkten System überlegen, das ist kein Weisheit, sondern Logik.
    39 2 Melden
    • Firefly 15.07.2018 21:55
      Highlight Ein System der Vielfalt und Diversitat ist stabiler und langlebiger als ein System der Einheit und Einfalt.
      19 5 Melden
  • Illyria & Helvetia 15.07.2018 18:35
    Highlight Wo sind denn bitte schön die wissenschaftlichen Belege für diese Behauptungen? Woran messt man den «Zerfall» des Westens? Wie kann man sicher sein, dass China nie eine Demokratie werden wird? Neutral ist ja dieser Deutsche nicht, schliesslich hat er für eine Grossbank gearbeitet und steht somit für gewisse Ideale ein. Er kann schlecht sagen, die Wohlfahrt ist wichtig und nebenbei mit einer Bank wie der Deutschen Bank das wenige Blut aus dem griechischen Sozialsystem aussaugen. Immer vorsichtig sein mit solchen «Experten».
    41 4 Melden
  • whatthepuck 15.07.2018 17:44
    Highlight Die Frage, die sich in Zukunft sicher stellen wird, ist sicher auch, wie man eine immer grössere, unübersichtliche, individualisierte und in fast allen belangen komplexere Gesellschaft noch sinnvoll und effizient lenken kann. Da sind die Chinesen mit ihrem knallharten System schon besser aufgestellt als der gspürsch-mi-fühlsch-mi-Westen. Vielleicht kann man das "peak Wohlfühlen" nennen.

    So oder so ist's um den Westen schlecht bestellt, wenn wir weiterhin soviel Zeit mit der Flüchtlingsthematik vergeuden. Da schwimmen uns die Felle davon.
    11 17 Melden
  • meine senf 15.07.2018 15:15
    Highlight Das was er als Lösung sieht, ist eher die Ursache der Probleme.

    Wenn Demokratie nur mit Nachtwächterstaat, Sozialdarwinismus und Neoliberalismus funktioneren soll, dann ist es ja kein Wunder, dass die Leute beginnen an der Demokratie zu zweifeln bzw. als auschliesslich den Privilegierteren dienendes Projekt zu sehen.

    Und wenn der Staat gar nichts mehr zu sagen haben soll, ist es ohnehin egal, ob eine machtlose Instanz demokratisch gewählt wurde oder nicht.
    67 4 Melden
    • FrancoL 15.07.2018 15:50
      Highlight Top getroffen, vor allem der Schlussatz. Dann wenn aber die Wirtschaftskaitäne im sinkenden Schiff sitzen sollte aber diese machtlose Instanz alles aufbringen können um das Schiff oder zumindest den Kapitän retten zu können.
      21 4 Melden
  • Aki Zeta 5 15.07.2018 15:06
    Highlight Für diejenigen die damals mein Kommentar nicht verstanden haben:

    Auch Sebastian Kurz ist Anhänger der Österreichischen (Wirtschafts-)Schule.
    Und genau deshalb ist er eben auch "nur ein Egoist", dessen einziges Interesse sein persönlicher ökonomischer Erfolg ist.
    29 21 Melden
  • FrancoL 15.07.2018 14:54
    Highlight Ein kleiner Input in Sachen heute, gestern und morgen:
    Vor 30 Jahren konnte ich in IT bearbeitete Marmorteile bestellen, wurden sie falsch geliefert so wurde ohne grosses hinunter das Werkstück zügig ersetzt. Heute geht das in IT nicht mehr, die Arbeit ist auch teurer geworden.
    Heute kann ich aber in China Granit bestellen und bei Fehllieferung wird dieser umgehend ersetzt wie vor 30 Jahren in Italien.
    Zukunft? Auch in China werde ich in 20 Jahren diesen Ersatz nicht einfach bekommen und dies ist auch richtig so. Das heisst China wird auch im JETZT ankommen ob sie dann Vorteile haben?
    26 4 Melden
  • Maracuja 15.07.2018 14:47
    Highlight @Philip Löpfe: Mayer versteht es jedoch, seine These geschickt mit dem populistischen Aufstand gegen Eliten und Globalisierung zu verbinden.

    Wieso halten Sie es für geschickt, wenn ein Neoliberaler auf antielitär/Antiglobalisierung macht. M.E. ist das komplett unglaubwürdig und noch weniger geschickt/erfolgsversprechend, wie Seehofers Versuch die AfD als Konkurrenz auszuschalten, indem er wesentliche Teile ihrer Forderungen übernimmt.
    24 5 Melden
  • Toerpe Zwerg 15.07.2018 14:39
    Highlight "Es lässt sich nicht bestreiten, dass sich das westliche Gesellschaftsmodell in einer schweren, vielleicht sogar fatalen Krise befindet."

    Doch, das lässt sich durchaus bestreiten. Es gibt eigentlich nur zwei zu lösende (und lösbare) Probleme: Finanzierung des Sozialstaates und Kapitalallokation.

    Das Modell China hingegen fusst auf zwei höchst brüchigen Säulen: Totalitarismus und Foulspiel. Das eine wird über kurz oder lang von innen beendet. Das andere relativ rasch von Aussen. Trump mag ein Idiot und seine Motive teilweise falsch. Seine Einschätzung zu China ist korrekt.
    52 8 Melden
    • Raphael Stein 15.07.2018 15:14
      Highlight Kapitalallokation....

      Da liegt in der Tat einer der Schlüssel für unser Weiterkommen.

      Den Sozialstaat zu finanzieren wäre schon das kleiere Problem, würde aber einer komplett neuen Basis bedürfen.
      20 0 Melden
  • Makatitom 15.07.2018 14:36
    Highlight Soso, Chefökonom also. Ein Priester der Religion Mammons, der einem der Päpste dieser Religion nacheifert.
    37 5 Melden
  • Maracuja 15.07.2018 14:25
    Highlight Um mit den Chinesen in Zukunft mithalten zu können, empfiehlt der Herr also die Schredderung des Sozialstaats und somit die Verelendung eines ansehnlichen Bevölkerungsanteils. Neoliberale Wunschträume, die erstens Chinas Probleme wie Ökologie, Demographie nicht berücksichtigen und zweitens ausblenden, dass die USA mit ihrem sehr schwachen Sozialstaat trotzdem Schwierigkeiten hat. Typisch neoliberale Nachhut, die nicht begriffen hat, dass sie mit ihrer Politik für wenige Reiche den Boden für totalitäre Kräfte vorbereitet.
    60 5 Melden
    • sealeane 15.07.2018 15:12
      Highlight Nicht begriffen oder ist es ihnen egal? Bei der Wirtschaftskriese wussten viele Bänker henau das sie faule Papiere verhökern und hofften nur das es langr genug nicht auffliegt.
      Genau so sind aktuell viele Reiche am statud Q oder tiefer interessiert. Weil sie davon profitieren. Ob das System danach zusammnekracht ist vielen von ihnen egal, kurz davor werden sie sicher wir immer versuchen ihre Schiffchen in einen "sicheren Hafen" zu bringen.
      32 3 Melden
  • Roman Stanger 15.07.2018 13:59
    Highlight Der Wohlfahrtsstaat ist entstanden, um die "Verwerfungen des Kapitalismus" zu verhindern? Ohne "Kapitalismus" bzw. die damit einergehende Industrialisierung wäre es überhaupt gar nicht möglich gewesen, sowas wie einen Wohlfahrtsstaat zu errichten.
    28 43 Melden
    • Knut Knallmann 15.07.2018 14:51
      Highlight Ohne die negativen Folgen der Industrialisierung wie Verstädterung, Massenelend und Ausbeutung in den Arbeitervierteln wäre es auch nicht nötig gewesen einen solchen zu errichten. Die Industrialiserung hatte halt neben dem Fortschritt auch eher unangenehme Nebenwirkungen. Nebenwirkungen die derMarkt von sich aus nicht aus der Welt schafft/geschafft hat. Wenn es der Markt halt selber nicht hinkriegt, Lösungen für gerechte Einkommen, Renten für Arme, Klimawandel und ganz viele Weitere Probleme eines ungezügelten Kapitalismus zu finden, muss halt der Staat einspringen...
      38 3 Melden
    • sealeane 15.07.2018 15:14
      Highlight Unf auch überhaupt nicht nötig. Den davot gab es andere ausgleichende Systeme... Mit dem Kapizalismus haben sich die Probleme greändert, aber nie gelöst.
      4 12 Melden
  • TheGoon 15.07.2018 13:55
    Highlight hats off, danke für das tldr.
    5 25 Melden
  • Adumdum 15.07.2018 13:35
    Highlight Finde es immer wieder schön wenn persönliche Präferenzen als grosse wissenschaftliche Erkenntnisse verkauft werden. Tatsache ist dass man hier relativ alte soziale & wirtschaftliche Gebilde mit relativ neuen vergleicht (das „Model China“ in dieser Form gibt es grade mal seit Deng Xiaoping Anfang der 80er). Warten wir mal ab was passiert wenn das jährliche Wirtschaftswachstum nicht mehr 7% und mehr ist, und die Mittelschicht sich vor Arbeitslosigkeit und Rückkehr in die Armut sozial absichern will (und muss).

    Was mir Angst macht ist die Tendenz in Europa Totalitarismus wieder toll zu finden...
    213 19 Melden
    • FrancoL 15.07.2018 13:59
      Highlight Auch scheinen alle liebend gern auszublenden, dass die Chinesen vielleicht auch einmal in Richtung Demoktratie sich bewegen wollen, nicht alles von oben vorgeschrieben haben möchten und mitdenken könnten.
      31 12 Melden
    • FrancoL 15.07.2018 15:29
      Highlight Und das Peter Silie ist Politik und wird von der Politik abhängig sein. Das werden die Chinsesen auch merken, wenn das Vorwärtskommen plötzlich nicht mehr so zügig geht und noch mehr Leichen des Wachstums anfallen.
      12 3 Melden
    • Mutzli 15.07.2018 22:41
      Highlight “die chinesen inressiert politik nicht“? Mal abgesehen von der immer extrem nützlichen und sehr glaubwürdigen reduktion eines ganzen volkes auf ein klischee (sind ja nur über 1 mia, aber die ticken ja sicher alle gleich/i): schon mal ansatzweise mit der geschichte chinas befasst? Tian'anmen aufstand kein begriff, oder die unruhen letztes jahr in hongkong? Oder die uiguren, verfolgte opp. Etc. Pp...
      8 0 Melden
  • aglio e olio 15.07.2018 13:33
    Highlight Wer den Sozialstaat als Wohlfahrtsstaat bezeichnet, und damit bewusst eine Wertung einbringt, macht zuerst deutlich, dass ihm/ihr nicht viel an den Interessen der Allgemeinheit liegt.
    Im dann folgenden Text wird dies auch für Herrn Mayer ersichtlich.
    Ein weiterer Treiber der entsolidaridierten Ellenbogengesellschaft.
    220 33 Melden
    • FrancoL 15.07.2018 13:59
      Highlight Top getroffen, treffend dargestellt.
      33 7 Melden
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 15.07.2018 14:01
      Highlight Weil ja Sozialstaat völlig wertungsfrei ist?
      20 13 Melden
    • sealeane 15.07.2018 15:19
      Highlight Google doch bitte mal die Bedeutungvon sozial und google doch bitte mal die Bedeutung wohlfahrt... In diesem zusammenhang. Dann weist du welches wertend ist...
      Sozial ist immer gemeinschaftlich. Wohlfahrt ist geben geben ohne gegenleistung.
      Nur haben die meisten in der Sozialhilfe selber lange ingezahlt, die wirtschaft wollte sie nur nicht mehr...
      24 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gipfeligeist 15.07.2018 13:31
    Highlight Ich habe nicht so ganz verstanden, was das Chinesische Modell vom Westlichen unterscheidet. Schlussendlich sind es Abweichungen des Kapitalismus, welcher auf billige Arbeiter und massenhafte Ressourcen aufbaut.
    Inwiefern kann solch ein System die beste Lösung sein?
    24 11 Melden
    • FrancoL 15.07.2018 14:00
      Highlight Ist es ja auch nicht! Man versucht nur Aepfel und Birnen zu vergleichen, eine offene Gesellschaft mit einer gelenkten etc.
      27 7 Melden
  • smoking gun 15.07.2018 13:27
    Highlight Eine Möglichkeit für den dritten Weg wäre die weltweite Einführung einer Microsteuer auf Finanztransaktionen.

    Das China der grosse Gegenspieler zu den USA ist, hat selbst Donald Trump erkannt. Deswegen möchte er sich auch gerne mit Russland verbrüdern - aber er darf halt nicht.
    16 17 Melden
    • Toerpe Zwerg 15.07.2018 14:31
      Highlight Eine Finanztransaktionssteuer ist kein driier Weg, sondern - eben - eine Steuer.
      18 7 Melden
    • smoking gun 15.07.2018 14:59
      Highlight Damit liesse sich ein Grundeinkommen für jeden Menschen finanzieren. Anfangen könnte man mit fünf Euro pro Monat. Sollte sich das Modell bewähren, könnten man den Betrag steigern. Ab 18 steht jedem den vollen Betrag zu, abgestuft nach Kaufkraft.
      11 6 Melden
    • Toerpe Zwerg 15.07.2018 15:42
      Highlight Das halte ich für Wunschdenken. Das Transaktionsvolumen würde sich zwangsläufig radikal reduzieren, wenn die Steuer zu hoch ausfällt.
      7 6 Melden
  • FrancoL 15.07.2018 13:26
    Highlight Ich staune immer wo wir überall den Hebel ansetzen müssten, teilweise ist das richtig. Man geht davon aus dass wir auf dem absteigenden Ast sitzen und uns immer tiefer ins Elend reiten, Das ist teilweise richtig, aber nicht nur wegen der Wohlfahrt sondern wegen der mehr als nur ungleichen Verteilung, damit meine ich nicht dass Gleichmacherei besser wäre, aber eine weniger steile Pyramide würde Sinn machen.
    Unserem Abstieg wird das Chinesische Modell entgegen gehalten, in der heutigen Form. Das macht keinen Sinn denn dieses Modell ist im Wandel und wird sich ähnlichen Probleme einhandeln.
    32 4 Melden
  • rodolofo 15.07.2018 13:22
    Highlight Es ist bei der ultimativen System-Frage ganz ähnlich, wie beim ewigen Glaubenskrieg zwischen AnhängerInnen der Autoritären Erziehung ("Alte Schule") und AnhängerInnen einer anti-autoritären Erziehung ("Wald-Schule").
    Beide Arten von Erziehung haben Vor- und Nachteile.
    In der VR China scheint vielleicht Alles unter Kontrolle zu sein.
    Dafür leiden die Leute vermutlich viel mehr unter fehlender Lebensfreude und Stress.
    Auch wenn die Chinesen heute massenhaft und billig "Westliche" Erfindungen kopieren, fehlt ihnen der kreative Freiraum, den es braucht, um auf solche Erfindungen zu kommen...
    16 8 Melden
    • redeye70 15.07.2018 18:37
      Highlight Interessant wäre dabei auch mal das Augenmerk auf Südkorea zu richten. Dort verschafft sich die junge Generation zunehmend eine Stimme gegen den unmenschlichen Leistungsdruck. Im Gegensatz zu China dürfen die das auch öffentlich tun, mit dem Vorteil vorher das System reformieren zu können, bevor der Dampfkessel explodiert. Es gibt für die chinesische Elite gute Gründe, weshalb sie so massiv in die Überwachung investiert. Nur wird das am Ende den grossen Knall nicht verhindern können.
      7 2 Melden
    • sealeane 15.07.2018 18:37
      Highlight Lustiger weise giebt es auch bei der anti-autoritären erziehung viele verwechslungen zur lessefair erzeihung...
      Genau so scheinen viele einen einigermassen funktionierenden Sozialstaat immer mit kommunismus zu verwechseln... Zufälle gibtd. 🤔😏
      6 0 Melden
  • My Senf 15.07.2018 13:19
    Highlight Nun das ist Theorie und er Professor 👨‍🏫

    Und was 👨‍🏫 so über sich glauben hat ja u.a. Der Spiegel gestern eindrücklich gezeigt...

    Natürlich ist gesteuert immer besser. Allerdings nur für den der steuert und nicht für die gesteuerten
    🤔 about it
    13 10 Melden
  • Clife 15.07.2018 13:04
    Highlight Ja ne ist klar. China geht es ja auch so wunderbar toll. Da ist man entweder arm oder reich. Nichts Mitte. In der Schweiz beispielsweise versucht man auch immer mehr, nurnoch reich und arm zu haben, nichts mehr mit Mitte (was ja eigentlich auch kritisiert werden sollte). In meinen Augen sollten die skandinavischen Länder als Vorbild agieren. Was ich von dort bisher gehört habe, ist einfach toll! Bin aber gerne bereit, die Meinung von anderen zu erfahren
    19 14 Melden

Was, wenn es zwei Internets gäbe?

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