Wirtschaft
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Die EU und Japan haben ein Freihandelsabkommen – und die Schweiz damit ein Problem



Die EU und Japan haben bei einem Gipfeltreffen in Tokio ihr seit Jahren ausgehandeltes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Das in der Öffentlichkeit auch Jefta genannte Abkommen soll im kommenden Jahr in Kraft treten. 

Damit sollen 99 Prozent aller Zölle zwischen den beiden Wirtschaftsräumen beseitigt werden. Mit der Unterzeichnung inmitten des Handelsstreits mit US-Präsident Donald Trump setzen die EU und Japan zudem ein Zeichen gegen Protektionismus.

epa06894454 Japanese Prime Minister Shinzo Abe (C), European Commission President Jean-Claude Juncker (L) and European Council President Donald Tusk (R) smile after their joint press conference at Abe's official residence in Tokyo, Japan, 17 July 2018.  EPA/KOJI SASAHARA / POOL

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (l.), Japans Premier Shinzo Abe und EU-Ratspräsident Donald Tusk am Dienstag in Tokio. Bild: EPA/AP / POOL

Japan ist nach den USA und China die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt und damit ein sehr interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen. Zusammen zählen die EU und Japan mehr als 600 Millionen Einwohner.

Schweizer Exporteure unter Druck

Das neue Freihandelsabkommen bringt Schweizer Industrieunternehmen und Landwirte im japanischen Exportmarkt unter Druck. Die europäische Konkurrenz profitiere voraussichtlich schon ab 2019 von tieferen Zöllen, kritisiert die parlamentarische Gruppe Schweiz-Japan.

Auch bei öffentlichen Beschaffungen in Japan geraten Schweizer Unternehmen künftig ins Hintertreffen. Für Schweizer Firmen in Japan soll aber ein mindestens gleichwertiger Marktzugang gelten wie für Firmen aus der EU.

Deshalb müsse nun endlich das bald zehnjährige, bilaterale Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Japan erneuert werden, fordert CVP-Nationalrätin und Präsidentin der parlamentarischen Gruppe Schweiz-Japan, Elisabeth Schneider-Schneiter.

Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP/BL) befasst sich mit der internationalen Zusammenarbeit 2017-2020 am Donnerstag, 2. Juni 2016 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP/BL) Bild: KEYSTONE

Sie habe bereits letzten Dezember auf die drohende Diskriminierung von Schweizer Firmen hingewiesen und vom Bundesrat gefordert, neue Verhandlungen mit Japan aufzunehmen. Obwohl Bundespräsident Alain Berset wie auch Vize-Präsident Ueli Maurer im April in Japan zu Besuch waren, seien bis heute keine Verhandlungen in Aussicht gestellt worden, moniert die Präsidentin.

EU rechnet mit Exportanstieg

Insgesamt beziffert die EU die Einsparungen durch das Abkommen für EU-Exporteure auf jährlich rund eine Milliarde Euro. Aufgrund der Grösse des japanischen Marktes mit 127 Millionen Menschen erwartet die EU einen deutlichen Anstieg ihrer Exporte. Kritiker warnen hingegen davor, dass Umwelt- und Konsumentenschutzstandards künftig kaum mehr verbessert werden könnten.

Ursprünglich sollte das Abkommen bereits am vergangenen Mittwoch in Brüssel unterzeichnet werden. Wegen tödlicher Unwetter in Japan hatte Regierungschef Shinzo Abe seine Europa-Reise aber abgesagt. (sda/afp/dpa)

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fulehung1950 17.07.2018 18:04
    Highlight Highlight Ich finde es saulustig!

    Die EU schliesst ein Handelsabkommen ab, das ihr Vorteile bringt (und, so vermute ich mal, auch den zum EWR gehörenden EFTA-Staaten Island, Norwegen und Liechtenstein -die Schweiz gehört als EFTA Staat bekanntlich nicht zum EWR).

    Und in der Schweiz wird gezetert, weil unsere Exportindustrie ins Hintertreffen gerät. Und sofort müssen Verhandlungen aufgenommen werden. Die werden ein paar Jahre dauern.

    Vielleicht merken gewisse Kreise anhand solcher Beispiele, wie verdammt fragil die Position der Schweiz als Exportland eigentlich ist.

    Aber Blocher regiert ja bei uns.
    • Samuel Keller 18.07.2018 07:39
      Highlight Highlight Die Schweiz hat ja schon seit 2009 ein Freihandelsabkommen mit Japan!

      Steht sogar im Artikel! Lesen bildet!
    • Fulehung1950 18.07.2018 14:35
      Highlight Highlight Ja, Samuel Keller, lesen bildet! Bereits am 12.12.17 reichte NR Elisabeth Schneider-Schneiter eine Interpellation (Geschäft 17.4061) ein. In der Antwort darauf sagt der BR u.a.:

      „Das WPA EU-Japan könnte allerdings zum Wegfall gewisser Wettbewerbsvorteile der Schweiz oder sogar zu Diskriminierungen in bestimmten Bereichen wie dem Marktzugang für Basisagrarprodukte und verarbeitete Landwirtschaftsprodukte führen.“

      Immer noch kein Handlungsbedarf? Ja, lesen bildet. Aber nur, wenn man alles liest.
    • kellersamuel182@gmail.com 18.07.2018 18:01
      Highlight Highlight Ich habe alles gelesen, im Gegensatz zu Ihnen! Ob es eine Anpassung braucht ist allerdings nicht unumstritten! Denn NICHT alle Parlamentarier sind dieser Meinung. Ich verfolge die Diskussion schon von Anfang an, und wenn man RECHERCHIEREN würde, wüsste man das!

      LESEN BILDET!
    Weitere Antworten anzeigen
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 17.07.2018 17:36
    Highlight Highlight Da hat man wohl gepennt.
  • N. Y. P. D. 17.07.2018 16:32
    Highlight Highlight Bundesrat Johann Schneider Amman wird jetzt den wilden Tiger in sich entfachen und einer Raubkatze gleich, nicht mehr lockerlassen, bis wir Schweizer wieder gleichlange Spiesse haben.

    Sollte es zu einem Treffen kommen, wird er dank seines rhetorischen Instrumentariums das Freihandelsabkommen löcke vom höcke durchbringen.

    Go ahead, Johann !
    • Fulehung1950 17.07.2018 18:05
      Highlight Highlight ....aber schlaf de underwägs nid i!
  • DemonCore 17.07.2018 14:44
    Highlight Highlight Die Schweiz rennt der Entwicklung wiedermal hinterher. Wir könnten auch einfach der EU beitreten und vorne mitdabei sein. Zusammen was zusammen gehört!
    • Füdlifingerfisch 17.07.2018 15:10
      Highlight Highlight Nicht mit mir!
    • The Destiny // Team Telegram 17.07.2018 15:21
      Highlight Highlight Die Schweiz und die EU passen so gut zusammen wie Öl in Wasser löslich ist.
    • leu84 17.07.2018 17:14
      Highlight Highlight Ein Öl-Wasser-Gemisch nennt man Emulsion. Ideal zum kühlen und schmieren. Da Öl hydrophob bzw. lipophil ist ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sam1984 17.07.2018 14:27
    Highlight Highlight Eigentlich wollte die EU doch anderen Ländern nur Marktzugang geben gegen Personenfreizügigkeit ? Ist Japan jetzt also ein Schengen Mitglied geworden ?
    • Fabio74 17.07.2018 14:53
      Highlight Highlight Schon wie man faktenfrei den Müll der SVP nachplappern kann.
      Freihandel nicht gleich Binnenmarkt Zugang wie in die CH hat
    • B-Arche 17.07.2018 15:21
      Highlight Highlight Ein Freihandelsabkommen ist kein transparenter voller Marktzugang. Dienstleistungen und Finanzmarkt bleiben aussen vor. Und auch die Mengen an Waren die zollfrei importiert werden können sind üblicherweise kontigentiert und auf genau definierte Warengruppen beschränkt.
    • Heinz Schmid 17.07.2018 17:05
      Highlight Highlight Finanzmarktzugang! Meine Güte, ist doch nicht dasselbe!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Etniesoph 17.07.2018 13:48
    Highlight Highlight Statt ständig nach Kasachstan zu tingeln und den Iran zu beweihräuchern, würden unsere bürgerlichen Politiker besser in Japan und China anbändeln..
    • Jozo 17.07.2018 15:49
      Highlight Highlight Die Schweiz ist das zweite Europäische Land (nach Island) das ein Freihandelsabkommen mit China abgeschlossen hat. Ausserdem wird durch das neue Seidenstrassen-Projekt ein Aufschwung in Zentralasien erwartet. Die Schweiz bringt sich da in Position.
    • leu84 17.07.2018 17:20
      Highlight Highlight Was will man in Japan? Keine Frage ein tolles Land. Ein Problem ist die Überalterung und markttechnisch kann man da nicht viel heraus holen. Iran mit 80 Mio oder Zentralasien haben Potenzial als "Brückenländer" zwischen Europa und China. Mit Infrastrukturgüter kann man da viel mehr herausholen.
    • bcZcity 17.07.2018 17:23
      Highlight Highlight Ja, wenn es was zu holen gibt, ist die Schweiz immer gut dabei, da muss man keine Angst haben. Ob von dem was da geholt wird, auch etwas auf den Pöbel abfällt, DAS kann unsere lokale Politik beeinflussen....und gerade da müssten sich die bürgerlichen mal an der Nase nehmen. Aber die profitieren eben lieber von den Deals der Demokratie, propangieren dann aber eine selbst bestimmte Diktatur, wenn es ihnen eben auch mal ans Portemonnaie geht.
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