Wirtschaft
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Die Kandidaten für das Fed-Präsidium von links nach rechts: John Tylor, Janet Yellen, Kevin Warsh und Jay Powell. bild: montage watson

Eine/r dieser Vier wird dein Leben entscheidend beeinflussen

Demnächst wird Donald Trump darüber entscheiden, wer Präsident der US-Notenbank sein wird. Dieser Job wird von vielen als der wichtigste der Welt bezeichnet.



Der amerikanische Präsident kann den berühmt-berüchtigten Knopf drücken, der einen apokalyptischen Atomkrieg auslöst. Er kann aber auch etwas tun, das die Weltwirtschaft ins Elend stürzen kann: Er entscheidet darüber, wer Chef der US-Notenbank, der Fed, wird. Die Geldpolitik der mächtigsten Zentralbank wiederum hat einen gewaltigen Einfluss auf das Wohlergehen der Weltwirtschaft.  

Donald Trump wird diesen Entscheid demnächst fällen. Bereits hat er verschiedene Kandidaten vorgeladen und mit ihnen Job-Interviews geführt. Das sind die Kandidaten, die die grössten Chancen haben:  

Janet Yellen

Die vernünftigste Lösung für Trump wäre, die amtierende Fed-Präsidentin Janet Yellen für weitere vier Jahre im Amt zu bestätigen. Sie hat dafür gesorgt, dass sich die US-Wirtschaft in den letzten Jahren kontinuierlich erholt hat, und erhält deshalb von fast allen Seiten uneingeschränktes Lob.  

epa06216304 US Federal Reserve Chair Janet Yellen speaks at a press conference after announcing that the Federal Reserve will leave rates unchanged in Washington, DC, USA, 20 September 2017. the Fed also announced that it would slowly start to reduce its portfolio of bonds.  EPA/JIM LO SCALZO

Vernünftig und abgeklärt: Janet Yellen. Bild: EPA/EPA

Trump hätte für diese Wahl auch handfeste Gründe: In einer Zeit, in der die Russland-Affäre immer noch über dem Weissen Haus schwebt, in der ein Atomkrieg mit Nordkorea und neuerdings auch mit dem Iran möglich geworden ist, und in der eine Steuerreform durch den Kongress gepeitscht werden muss, müsste der Präsident eigentlich alles Interesse haben, dass an der Wirtschaftsfront Ruhe herrscht.  

Deshalb wäre Yellen die logische Wahl. Sie wäre ein Garant für eine unaufgeregte Geldpolitik. Ideologisch hätte Trump kein Problem. Er könnte sich in eine illustre Tradition einreihen: Ronald Reagan hat Paul Volcker im Amt bestätigt, Bill Clinton Alan Greenspan und Barack Obama Ben Bernanke.  

Nur gehört Logik nicht zu Trumps Kernkompetenz. Zudem will er offensichtlich alles zerstören, was Barack Obama geschaffen hat. Daher ist zu befürchten, dass Yellen das Rennen nicht machen wird.    

John Taylor

Taylor ist Ökonomie-Professor an der Stanford University und hat sich mit der Taylor-Rule einen internationalen Ruf geschaffen. Sie besagt, dass sich die Geldpolitik einer Zentralbank am Verhältnis der Produktionslücke und der Inflation orientieren soll (fragt nicht!).

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Geldpolitischer Hardliner: John Taylor.

Taylor gilt als Hardliner, er wäre gewissermassen die Anti-These zu Yellen. Das würde bedeuten, dass die Fed die Leitzinsen in rascher Folge massiv erhöhen würde.  

Ob eine solch ideologisch geprägte Geldpolitik der Fed Trump nützen würde, ist fraglich. Die geplante Steuerreform wird zumindest kurzfristig für eine massive Erhöhung des Staatsdefizits sorgen – wahrscheinlich auch langfristig, aber das ist eine andere Geschichte. Sollte die Fed gleichzeitig einen harten Kurs fahren, dann wird ein Absturz der US-Wirtschaft ein realistisches Szenario.    

Jay Powell

Powell ist ein ehemaliger Investmentbanker. Er ist bereits Mitglied des Federal Reserve Board of Governors, dem Aufsichtsgremium der Fed. Er gilt als gemässigter Hardliner und konservativer Republikaner.

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Traditioneller Konservativer: Jay Powell.

Er unterstützt ausdrücklich die Steuerpolitik des Präsidenten und wurde von ihm bereits als möglicher Fed-Chef ins Gespräch gebracht. Gegen ihn spricht, dass er kein gelernter Ökonom ist.

Kevin Warsh

Warsh hat ebenfalls keine ökonomische Ausbildung und stammt wie Powell aus der Finanzindustrie. Er ist zudem erst 47 Jahre alt und damit für das Amt eines Fed-Präsidenten relativ jung.

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Chancen dank Vitamin B: Kevin Warsh.

Warsh könnte jedoch von seinen Beziehungen profitieren. Sein Vater ist Milliardär und gut mit Trump befreundet. Gleichzeitig unterstützt er Trumps Steuerpolitik und hat keinerlei Bedenken, die Staatsschulden weiter auszuweiten. Er wird deshalb als Favorit für das Amt des neuen Fed-Präsidenten gehandelt.    

Die beiden Aussenseiter

Aussenseiterchancen haben Gary Cohn und Neel Kashkari. Cohn ist ehemaliger Goldman-Sachs-Banker und derzeit ökonomischer Berater von Trump. Er galt lange als Kronfavorit, doch nach den Nazi-Krawallen in Charlottesville hat er den Präsidenten öffentlich kritisiert. Das mag dieser nicht, deshalb gilt Cohn nun als chancenlos. Kashkari wäre eine Art «Yellen-light», so gesehen eine vernünftige Option. Gerade das dürfte sei Handicap sein.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 4kant 22.10.2017 14:58
    Highlight Highlight Der einzige Mensch, der Dein Leben entscheidend beeinflusst, bist Du selber.
  • Der Rückbauer 21.10.2017 09:10
    Highlight Highlight Tatsächlich, es wird interessant, wie sich die FED (und die EZB und letztlich die SNB) aus der Schlinge zieht. In der Geschichte ist es noch nie gelungen, solch riesige Schulden geordnet zurückzuführen. Ich glaube, auch diesmal wird es nicht gehen. Es folgte immer eine Währungsreform oder eine Hyperinflation. Reichsmark: Eine Million für ein Kilo Brot, oder eben dann die DM. Oder die "Ueber-Nachtenteignung", wie letzthin beim Versuchskaninchen Zypern geschehen. Man müsste alle diese Leute einsperren, zum eigenen Schutz. Sonst könnten sie wie früher geköpft werden.
  • rodolofo 21.10.2017 09:06
    Highlight Highlight Au Backe!
  • Spooky 21.10.2017 01:57
    Highlight Highlight "Eine/r dieser Vier wird dein Leben entscheidend beeinflussen"

    Nur damit das klar ist: Keiner dieser vier d....n Typen wird mein Leben beeinflussen. Ich gebe ihnen keine Macht über mein Leben. Das fehlte noch!

    • rodolofo 21.10.2017 09:10
      Highlight Highlight Beruhig Dich wieder, Spooky!
      Philipe Löpfe meint das nur INDIREKT!
      Du musst nicht damit rechnen, dass eineR von denen früh morgens an Deiner Haustür sturmläuten wird.
      Das bringt mich wieder darauf, dass selbst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Paraguay den Lauf aller Dinge im Universum beeinflusst...
  • HerrLich 20.10.2017 21:24
    Highlight Highlight Der (Trumpel) wird schon wissen wie man die Welt in Sach hält. Hier hätte er eine optimale Position welche von den eigentlichen Problemen ablenken würde. Mein Tipp: Goldman Sachs it is....
  • chicadeltren 20.10.2017 18:43
    Highlight Highlight Seit wann ist Geld drucken ohne Boden und alles Ersparnisse zerstören vernünftig? #facepalm
  • Spooky 20.10.2017 18:25
    Highlight Highlight Taylor-Rule:
    "Sie besagt, dass sich die Geldpolitik einer Zentralbank am Verhältnis der Produktionslücke und der Inflation orientieren soll."

    Was heisst das genau?
  • Sir-Smack-A-Lot 20.10.2017 18:06
    Highlight Highlight Ich frag mich wer diesen Job eigentlich will, da sind über die nächsten Jahre keine Pokale zu gewinnen ich sehe schon den aufgebrachten Mob mit Fackeln und Mistgabeln schreien ....OFF with their Heads.
    • rodolofo 21.10.2017 09:13
      Highlight Highlight Ich glaube, die haben inzwischen Maschinengewehre anstatt Mistgabeln...
  • Tomtom64 20.10.2017 17:29
    Highlight Highlight Gemäss meinen Infos sind nur noch Powell und Taylor im Rennen.

    Poweil = gleiche Geldpoliti9k, aber lockerere Bankenregulierung

    Taylor = straffere, regelbasierte Geldpoltik

  • Pana 20.10.2017 16:24
    Highlight Highlight "Sein Vater ist Milliardär und gut mit Trump befreundet."

    Say no more.
  • W wie Wambo 20.10.2017 15:16
    Highlight Highlight Ein gemässigter Hardliner = ein "al dente-Liner"?

Offen gesagt

«Liebe Frau Amherd, wir müssen reden ...»

Sollte die Schweizer Stimmbevölkerung die Beschaffung neuer Kampfjets Ende September auch im zweiten Anlauf ablehnen, wäre das gut für die Schweiz. Sie könnte dann die längst überfällige sicherheitspolitische General-Debatte führen.

Liebe Frau Amherd

Herzliche Gratulation zu den jüngsten «Polls», wie man in Amerika sagen würde. 58 Prozent der Stimmberechtigten gedenken laut einer Tamedia-Umfrage, den Kredit für die Kampfflugzeuge mit «Ja» oder «Eher Ja» anzunehmen.

Aber wie sagt man so schön? «It's not over, until it's over», und solche Abstimmungsbarometer wirken ja eher mobilisierend auf das Lager, das gerade im Rückstand ist.

Für Sie hoffe ich natürlich, dass Sie Ihr erstes grosses Geschäft als Verteidigungsministerin …

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