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Erneuter Streik bei Ryanair – nur wenige Flüge abgesagt



Passagiere des Billigfliegers Ryanair sind an diesem Freitag erneut von Streiks des fliegenden Personals betroffen. Gewerkschaften in sechs europäischen Ländern haben zu der neuerlichen Streikwelle aufgerufen.

epa07047825 CEO Michael O’Leary of Ryanair airlines gives a press conference after a meeting with European Commissioner for Employment, Social Affairs, Skills and Labour Mobility Marianne Thyssen in Brussels, Belgium, 26 September 2018, as Ryanair’s cabin crew will go on strike on Friday, 28 September. Ryanair announced that it will cancel 190 out of their 2,400 scheduled flights affecting nearly 30,000 passengers.  EPA/OLIVIER HOSLET

Strenge Zeiten für Ryanair-CEO Michael O’Leary.  Bild: EPA/EPA

In Deutschland beteiligen sich die Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) und die bei Verdi organisierten Flugbegleiter. Wie viele Flüge tatsächlich ausfallen, blieb aber zunächst unklar.

Das Unternehmen hat vergleichsweise wenige Flüge für den Freitag gestrichen, der auf den Ferienbeginn in einigen deutschen Bundesländern fällt. Neben 150 abgesagten Europaflügen sollten nach Aussage von Marketing-Chef Kenny Jacobs noch einmal 35 bis 45 Verbindungen von und nach Deutschland gestrichen werden. Später hiess es dann auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, es seien nach der VC-Ankündigung «weniger als 100» Flüge abgesagt worden.

Streikbeteiligung trotz Einschüchterungen

Eine Gewerkschaftsvertreterin nannte am frühen Freitagmorgen deutlich höhere Zahlen. Man rechne im Laufe des Tages mit deutschlandweit 250 gestrichenen Flügen, sagte Mira Neumaier von Verdi. Die Streikbeteiligung sei sehr hoch. «Es gab starke Einschüchterungen seitens des Unternehmens. Insofern ist es grossartig, dass sich die Kollegen beteiligen», so Neumaier.

Die Schweiz ist vom Streik nicht betroffen. Ryanair fliegt hierzulande nur den EuroAirport Basel an. Für Freitag steht dort gerade einmal eine Verbindung nach London auf dem Programm. Das Personal in Grossbritannien beteiligt sich aber nicht am Streik.

Bei einer vorangegangenen Streikwelle ähnlicher Dimension im August hatte Ryanair europaweit rund 400 Flüge aus dem Programm mit täglich mehr als 2400 Verbindungen genommen. Auf Deutschland waren damals 150 abgesagte Flüge entfallen. Belgische Gewerkschaftsvertreter haben dem Management nun vorgeworfen, mit den knappen Streichungen Chaos für Passagiere und Personal an den Flughäfen zu provozieren.

Kundgebungen an Ryanair-Basen

An den beiden grössten deutschen Ryanair-Basen in Frankfurt und Berlin hat Verdi für den Vormittag Kundgebungen angekündigt, zu denen auch Teilnehmer aus anderen Standorten erwartet werden. In Berlin will Verdi-Chef Frank Bsirske zu den Streikenden sprechen. Verdi beteiligt sich zum zweiten Mal an den Streiks bei Ryanair, für die VC-Piloten ist es das dritte Mal.

An dem zweiten europaweiten Streik von Piloten und Flugbegleitern sind Beschäftigte aus Spanien, Portugal, Belgien, Italien, den Niederlanden und Deutschland beteiligt. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

Ryanair ist der grösste Billigflieger Europas. Die einheitlichen Boeing 737-Maschinen fliegen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an und operieren von 86 Basen in Europa und Nordafrika. Das hochprofitable Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14 500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machte das Unternehmen bei 7.15 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 1.45 Milliarden Euro. (awp/sda/dpa)

«Leute an Flughäfen regen mich auf»

Video: watson/Cedrick Wolf, Emily Engkent

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