Wirtschaft
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US-Banken frieren Sulzer-Konten in den USA ein



FILE - In this file photo taken on Tuesday, May 31, 2016, Russian businessman Viktor Vekselberg attends the Russian International Affairs Council in Moscow, Russia. Vekselberg is being designated by US officials, sanctioned for operating in the energy sector of the Russian Federation economy.   The United States hit seven Russian oligarchs and 17 Russian government officials with sanctions on Friday for what it called

Viktor Vekselberg Bild: AP/AP

Die US-Sanktionen gegen russische Oligarchen und Firmen haben Konsequenzen für Sulzer. Die Konten des Schweizer Industriekonzerns in den USA sind eingefroren worden.

Sulzer-Sprecher Rainer Weihofen bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Er betonte dabei, dass die Einschränkungen von den Banken ausgegangen seien. «Sulzer steht nicht auf einer Liste von US-Behörden.»

Die von den Banken ausgehenden Einschränkungen sind eine Folge der am vergangenen Freitag verhängten US-Sanktionen gegen russische Unternehmen und Geschäftsleute. Zu den Gelisteten gehört auch der in der Schweiz wohnhafte Investor und Sulzer-Grossaktionär Viktor Vekselberg.

Sulzer dürfe zwar weiterhin Löhne aus- und Lieferanten bezahlen, ansonsten aber keine Zahlungen in Dollar vornehmen und keine Neugeschäfte tätigen. Sulzer kann laut Weihofen zwar weiterhin die Kunden in den USA bedienen, jedoch nur, wenn entsprechende Verträge vor Freitag der vergangenen Woche abgeschlossen worden seien.

Zuversicht bei Sulzer

Die Hoffnung von Sulzer, im Verlauf der Woche von den Sanktionen befreit zu werden, ist laut Weihofen intakt. «Wir sind zuversichtlich», bestätigte er Aussagen, die er bereits am Montag gemacht hatte.

Mitarbeiter von Sulzer in den USA stünden in engem Kontakt mit der zuständigen Behörde OFAC (office of foreign assets control). Die Gesprächsatmosphäre dort sei dem Vernehmen nach konstruktiv. Bis konkrete Resultate vorlägen, müsse man aber abwarten.

Der Multimilliardär Vekselberg besitzt die Renova-Gruppe mit zahlreichen Beteiligungen, darunter an den Firmen Sulzer, Oerlikon und Schmolz+Bickenbach. Um Sanktionen zu entgehen kaufte Sulzer am Montag fünf Millionen Sulzer-Aktien von Renova, damit deren Anteil unter 50 Prozent fällt. Nach Abschluss der Transaktion hielt Renova noch 48.83 Prozent an Sulzer. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jein 11.04.2018 13:09
    Highlight Highlight "Er betonte dabei, dass die Einschränkungen von den Banken ausgegangen seien. «Sulzer steht nicht auf einer Liste von US-Behörden.»"

    Schlecht dass da Falschaussagen eines Unternehmenssprechers einfach so übernommen: Tatsächlich steht Sulzer nicht auf der Liste an sich, da ihr Mehrheitseigentümer aber sanktioniert ist gelten die Sanktionen genau gleich. Folglich mussten die Banken die US-Konten einfrieren, da jegliche Geschäfte für sanktionierte Parteien mit US-Nexus verboten sind.


  • Posersalami 11.04.2018 11:51
    Highlight Highlight Absolut dumme Aktion der USA, aber das ist man sich ja mittlerweile gewohnt.

    Haben Sanktionen eigentlich schon irgendwann einmal etwas bewegt? Ich kann mich grad nicht erinnern, das die jemals erfolgreich waren.
    • Ueli der Knecht 11.04.2018 15:10
      Highlight Highlight Die Sanktionen sind meistens gut für das organisierte Verbrechen. Solche Embargos bieten immer tolle Geschäftsmöglichkeiten für mafiöse Strukturen und Schattenregierungen.

      Als unbefangenes (weil historisches) Beispiel, was man mit solchen "dummen Aktionen" (sprich Sanktionen und den darin enthaltenen kriminellen Möglichkeiten) alles erreichen bzw. "bewegen" kann, möge etwa der Iran-Contra-Skandal dienen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Iran-Contra-Aff%C3%A4re
  • Ueli der Knecht 11.04.2018 10:49
    Highlight Highlight «Sulzer steht nicht auf einer Liste von US-Behörden.» - das ist etwas scheinheilig und stimmt so nicht. Zwar wurde Sulzer nicht namentlich erwähnt, weil da stehen vorallem Namen von Personen, aber es wurden explizit alle Unternehmen mit eingeschlossen, woran diese Personen eine Mehrheit halten. Insofern steht Sulzer ganz deutlich auf der Liste, was die ja auch mit ihrer seltsamen (eigentlich ebenfalls verbotenen) Aktien-Rückkauf-Transaktion bestätigten. Sulzer wird sich da vermutlich nicht so einfach reinwaschen können.
    • Jein 11.04.2018 13:11
      Highlight Highlight Dachte ich mir auch, da versucht Sulzer mit Falschaussagen die Reputation zu schützen, und die Medien schlucken das leider auch.
    • Tomtom64 11.04.2018 16:34
      Highlight Highlight Die Absicht des Aktiendeals ist klar und wurde auch so kommuniziert. Voraussetzung dass er durchgeführt wird ist das Einverständnis des OFAC, also der amerikanischen Behörde, welche die Sanktionen ausgesprochen hat und überwacht. Das Ziel von Sulzer ist einfach handlungsfähig zu bleiben, denn bereits haben US-Banken unaufgefordert Firmenkonti eingefroren eingefroren. Selbst hier in der Schweiz führen diverse Banken keine Transaktionen in Sulzer-Aktien mehr aus. Einfach aus Schiss vor den USA.

      Und nein, ich arbeite weder bei Sulzer noch einer PR-Agentur. Ich liebe einfach korrekte News.
    • Ueli der Knecht 11.04.2018 23:12
      Highlight Highlight Das ist korrekt Tomtom64, und das Vorgehen der Sulzer ist verständlich. Die Zustimmung der amerikanischen Behörden hängt nebst dem Verhandlungsgeschick der Sulzer-Leute letztlich davon ab, ob die Amis von Sulzer abhängig sind, oder ob andere (vorzugsweise amerikanische) Firmen Sulzer ersetzen können.

      Nicht nur US-Banken haben die Konten von Sulzer eingefroren. Alle US-Dollar-Konten von Sulzer weltweit sind betroffen. Auch alle anderen Konten von Sulzer (zB. bei CS und UBS) sind blockiert, bzw. nur noch beschränkt verwendbar. Die Banken müssen jetzt jede Transaktion einzeln sorgfältig prüfen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hexentanz 11.04.2018 10:41
    Highlight Highlight "Um Sanktionen zu entgehen kaufte Sulzer am Montag fünf Millionen Sulzer-Aktien von Renova, damit deren Anteil unter 50 Prozent fällt. "

    Haben die bubis sich halt verzockt für einmal.
  • Donald 11.04.2018 10:10
    Highlight Highlight Dann wissen ja die "Schweizer" Firmen mit Chinesischen Eigentümern auch schon, auf was sie sich vorbereiten sollten.

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