Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

So nah wie nie zuvor: Astronomen haben (fast) in ein Schwarzes Loch geschaut



So nah sind Forscher einem Schwarzen Loch noch nie gekommen: Im Zentrum der Milchstrasse haben Astronomen erstmals Materie nahe dem sogenannten «Punkt ohne Wiederkehr» beobachtet – jenem Punkt, an dem ein Schwarzes Loch Materie durch seine immense Masse unwiederbringlich nach innen zieht.

epa07132859 An undated handout photo made available by the European Southern Observatory (ESO) on 31 October 2018 shows a visualisation of gas swirling around a solar mass black hole. ESO's exquisitely sensitive GRAVITY instrument has added further evidence to the long-standing assumption that a supermassive black hole lurks in the centre of the Milky Way. New observations show clumps of gas swirling around at about 30% of the speed of light on a circular orbit just outside a four million solar mass black hole — the first time material has been observed orbiting close to the point of no return, and the most detailed observations yet of material orbiting this close to a black hole. This visualisation uses data from simulations of orbital motions of gas swirling around at about 30% of the speed of light on a circular orbit around the black hole.  EPA/ESO/Gravity Consortium/L. Calçada HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Visualisierung von Gas, das um ein Schwarzes Loch der Sonnenmasse wirbelt. Bild: EPA/European Southern Observatory

Materie, die einem Schwarzen Loch zu nahe kommt, ist dazu verdammt, über den sogenannten Ereignishorizont gezogen zu werden. Der dem Schwarzen Loch am nächsten gelegene Punkt, den das Material noch umkreisen kann, wird als innerster stabiler Orbit bezeichnet. Dort haben Wissenschaftler Gasverdichtungen beobachtet, die mit 30 Prozent der Lichtgeschwindigkeit um das Schwarze Loch herumrasen. Das teilte die Europäische Südsternwarte (ESO) am Mittwoch mit.

«Es ist überwältigend, tatsächlich Zeuge zu sein, wie Material um ein massereiches Schwarzes Loch mit 30 Prozent der Lichtgeschwindigkeit umherläuft»

Die Beobachtung wird zugleich als weitere Bestätigung für die seit langem vermutete Existenz eines supermassereichen Schwarzen Lochs im Zentrum unserer Galaxie gewertet. Dieses Gravitationsmonster ist 26'000 Lichtjahre von der Erde entfernt und besitzt eine Masse, die vier Millionen Mal so gross ist wie diejenige der Sonne. Schwarze Löcher sind exotische Objekte, deren gigantischer Schwerkraft selbst das Licht nicht entkommen kann.

Virtuelles Superteleskop

Für die nun in der Fachzeitschrift «Astronomy & Astrophysics» veröffentlichten Untersuchungen nutzte das internationale Wissenschaftlerteam das «Gravity»-Instrument am Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile. «Gravity» kombiniert das Licht der insgesamt vier VLT-Teleskope zu einem virtuellen Superteleskop mit einem Durchmesser von 130 Metern.

«Es ist überwältigend, tatsächlich Zeuge zu sein, wie Material um ein massereiches Schwarzes Loch mit 30 Prozent der Lichtgeschwindigkeit umherläuft», erklärte der Wissenschaftler Oliver Pfuhl vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE). 30 Prozent der Lichtgeschwindigkeit entsprechen rund 90'000 Kilometern pro Sekunde.

«Während unserer Beobachtungen hatten wir das Glück, drei helle Ausbrüche um das Schwarze Loch herum zu bemerken – es war ein glücklicher Zufall»

Bereits zu Beginn dieses Jahres hatten «Gravity» und ein weiteres VLT-Instrument namens «Sinfoni» dem gleichen Forscherteam ermöglicht, den Vorbeiflug des Sterns S2 durch das extreme Gravitationsfeld des Schwarzen Lochs im Milchstrassenzentrum genau zu vermessen. Zum ersten Mal wurden dabei die Auswirkungen nachgewiesen, die von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie für solch eine extreme Umgebung vorhergesagt wurden.

Glücklicher Zufall

Gleichzeitig registrierten die Wissenschaftler eine starke Infrarotstrahlung. «Während unserer Beobachtungen hatten wir das Glück, drei helle Ausbrüche um das Schwarze Loch herum zu bemerken – es war ein glücklicher Zufall», erklärte Puhl zu den neuen Beobachtungen.

Laut MPE lässt sich die Bewegung der drei im galaktischen Zentrum beobachteten Ausbrüche dadurch erklären, dass die Materie das Schwarze Loch auf einer Umlaufbahn umkreist, deren Radius drei- bis fünfmal grösser ist als der Ereignishorizont.

Der Studienleiter Reinhard Genzel vom MPE erklärte: «Das war schon immer eines unserer Traumprojekte, aber wir wagten nicht zu hoffen, dass es so bald verwirklicht werden würde.» Das Ergebnis der Forschungen sei «eine überzeugende Bestätigung der Lehrmeinung», dass es sich bei dem gewaltigen Objekt im Milchstrassenzentrum um ein massereiches Schwarzes Loch handele. (sda/afp)

Sternstunde der Fotografie

Baby-Galaxien

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

Knatsch im Bundesrat? Das zähe Ringen um die Schlüsseldepartemente

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt die Viren-Drohnen

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

War «Oumuamua» eine Alien-Sonde? Ein Harvard-Papier suggeriert es

Es ist das erste interstellare Objekt, das jemals innerhalb unseres Sonnensystems beobachtet wurde: Im Oktober 2017 erfasste das Pan-STARRS-Teleskop in Hawaii unerwartet einen zigarrenförmigen Himmelskörper in etwa 33 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde. Zuerst hielten die Astronomen das Objekt aufgrund seiner Flugbahn für einen Kometen und nannten es C/2017 U1 (PANSTARRS). Bekannt wurde es als «Oumuamua» – der hawaiische Name bedeutet etwa «Kundschafter».

Doch je länger die …

Artikel lesen
Link to Article